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Pro Senectute und Inforama bieten gemeinsamen Kurs an
EMMENTAL: Was kostet die tägliche Pflege?
04.03.2010 Auf Bauernhöfen leben oft mehrere Generationen unter einem Dach. Die ältere Generation wohnt gratis, arbeitet aber noch weiter. Später helfen die «Jungen» den «Alten» ihren Alltag zu bewältigen. Wer wem was entschädigen muss, wird in einem neuen Kurs behandelt.
Bruno Zürcher
Wie viel kann die Tochter verlangen, wenn sie ihre Schwiegermutter pflegt? Was passiert, wenn der Vater sein entgeltliches Wohnrecht aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr «abarbeiten» kann? Erhält ein alter Bauer überhaupt Ergänzungsleistungen? Was passiert mit dem Darlehen, das die Bäuerin dem Junior gewährt hat, wenn diese ins Pflegeheim zügeln muss? Mehr als hundert Beratungen jährlich Mit solchen Fragen werden die Berater des Inforama Emmental sowie Pro Senectute Emmental des öftern angegangen. «In unseren Beratungsstellen in Langnau und Konolfingen werden wir pro Jahr in mehr als hundert solchen Fällen angefragt», erklärt Esther Gerber, Leiterin der Beratungsstelle Langnau. In der Vergangenheit haben sie immer wieder mit den landwirtschaftlichen Beratern von der Bäregg zusammengearbeitet. Nun spannen die beiden Organisatoren für einen gemeinsamen Kurs zusammen. Darin werden Fragen wie die oben aufgeführten angesprochen. «Der Kurs dauert lediglich einen Nachmittag. Die Zeit wird nicht reichen, um jede Situation ansprechen zu können. Wir werden aber einen Überblick in das vielfältige Gebiet geben können», sagt Markus von Gunten, Berater am Inforama Emmental. Patentlösungen können Esther Gerber und Markus von Gunten nicht bieten, weil die Verhältnisse zwischen den Generationen auf Bauernhöfen sehr unterschiedlich geregelt wurden und weil hinter jeder Geschichte Menschen stehen, welche persönliche Bedürfnisse haben. «Die Menschen werden immer älter. Wenn die jüngste Generation den Betrieb übernehmen will, leben in einzelnen Fällen noch deren Grosseltern auf dem Hof, meist verfügen diese über ein Wohnrecht», berichtet Esther Gerber. «In meist älteren Verträgen wurde der abtretenden Generation auch noch kostenlose Verpflegung gewährt. In einzelnen Fällen habe ich gar gelesen, dass leichte, liebevolle Pflege geleistet werden müsse. Darunter kann man verschiedene Dinge verstehen.» Das Gespräch leiten Esther Gerber betont, dass in den meisten Beratungen rasch eine Lösung gefunden werde. «Es braucht oft nur eine Person, die das Gespräch leitet. Problematisch wird es, wenn wenig oder gar nichts verbindlich geregelt wurde und die Sache schon lange am Brodeln ist.» Markus von Gunten rät indes davon ab, bereits bei der Hofübergabe Details wie Pflegeleistungen zu regeln, zumal die Eltern dann noch gesund und munter sind. «Eine Person wird in der Regel nicht von heute auf morgen pflegebedürftig. Wenn bereits ein Jahr gepflegt wurde, ist der Zeitpunkt gekommen, um die Entschädigung zu regeln», sagt Esther Gerber. «Zu schwierigen Situationen führen immer mehr auch Demenz-Erkrankungen. Dass Bauern, die ihr ganzes Leben auf dem Hof verbracht haben am liebsten auch dort sterben würden, kann ich gut verstehen. Heimautenthalte zur Entlastung und ein gutes Helfernetz können mögliche Lösungen sein. Zudem muss die Unterstützung immer wieder den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.»
Der Kurs «Wohnrecht und Pflege der Eltern: Wie gerecht entschädigen?» findet am 17. März um 13.30 Uhr am Inforama Emmental, Bäregg statt. Anmeldung: 034 409 37 11.
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