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WOCHEN-ZEITUNG FÜR DAS EMMENTAL UND ENTLEBUCH
Mittwoch, 8. September 2010  
         
  LANGNAU: Frauen als Tonsetzerinnen

04.02.2010 Zwei Frauen der Romantik und eine zeitgenössische Komponistin standen am dritten Langnauer Kammermusikabend auf dem Programm. Erwartungsgemäss gab es viel Neues zu entdecken.

bhl Die Kunst war lange Zeit eine von Männern dominierte Welt. Oder kennen Sie eine Malerin des 19. Jahrhunderts, eine Schriftstellerin, eine Komponistin? Wenn heutzutage Musik von Frauen gespielt wird, ist das immer noch etwas Besonderes. Der Nimbus von etwas Seltenem und Schönem, das endlich erklingen darf, haftet den Aufführungen an. So auch letzte Woche in Langnau.
Louise Farrenc (1804–1874) hinterliess ein reiches Werk an Klavier- und Kammermusik. In einer Zeit, in der die Frau bestenfalls als Interpretin in Erscheinung trat, genoss sie als Pianistin, Pädagogin und Komponistin hohes Ansehen. Ihre Kompositionen wie das Klaviertrio Es-Dur op. 44 sind streng durchdacht. Romantischer im eigentlichen Sinne komponierte Fanny Hensel-Mendellssohn (1805–1847). Das Trio d-moll op. 11 wartet mit vielen leidenschaftlichen Ausbrüchen, Akzenten, verzögernden und beschleunigenden Tempi auf. Es wirkt experimenteller. Der Wille, etwas Eigenes zu schaffen, ist allgegenwärtig.
Die Instrumente neu erfunden
Das Norea-Trio trug beide Werke in guter Qualität vor, so dass die Eigenheiten der jeweiligen Musik zu Tage traten. Das Ensemble setzt sich aus drei erfolgreichen, in Bern tätigen Musikerinnen zusammen. Die Geigerin Hyunjong Kang aus Südkorea spielt in der Camerata Bern, die Cellistin Eva Lüthi im Berner Symphonie-Orchester. Die Pianistin Petra Besa meisterte ihre Aufgabe als eingesprungene Solistin mit Bravour.
Bleibt am Schluss die zeitgenössische Musik zu nennen. Die zwei Stücke «Cold» und «Temperate» der Amerikanerin Judith Lang Zaimont begeisterten. Es schien, als ob die Komponistin die Instrumente neu erfunden hätte, so frisch klangen sie. Auf sinnliche Weise brachten die drei Musikerinnen ihre Instrumente zum Klingen und entwarfen vor dem inneren Auge des Publikums zwei Gemälde: Ein Bild des Winters («Cold») und ein Bild des Gleichgewichts («Temperate»).



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