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WOCHEN-ZEITUNG FÜR DAS EMMENTAL UND ENTLEBUCH
Mittwoch, 8. September 2010  
         
  EMMENTAL: «Rychs Bärndütsch»

04.02.2010 Am Sonntag konnte der Schriftsteller Hans Ulrich Schwaar seinen 90. Geburtstag feiern. Zu Ehren
des Jubilars las Res Friedli aus den Werken des Jubilars und aus der Übersetzung «Di sibe Brüeder».


kmb Der Saal im Restaurant Bahnhof, Trubschachen, war bis auf den letzten Platz besetzt. Viele Freunde und ehemalige Schüler wollten den Festtag mit Schwaar feiern und die berndeutsche Lesung geniessen. Zum Auftakt servierte Res Friedli Kostbarkeiten aus dem Leben seines ehemaligen Lehrers. Klang und Rhythmus spielen bei Schwaar eine grosse Rolle. Seine Sprache tönt wie Musik, berührend und ergreifend.
Sinnierend und schmunzelnd lauschte der Autor seiner eigenen Erzählung «Nöjis vo Grosättin», als sie Res Friedli mit melodischer Stimme vorlas. Aus einigen Müsterli erfuhr der Zuhörer, dass Schwaar schon als Bub von Neugierde, von «Gwunger» getrieben auf Entdeckungsreise ging. Sein Vater konnte ihm das Vagantenblut nie austreiben. Diese Woche fliegt er wieder nach Lappland.
Sein neues Buch
Nach der Veröffentlichung vieler Bücher und Übersetzungen machte sich Hans Ulrich Schwaar vor Jahren an eine ganz spezielle Arbeit. Er war fasziniert vom grossartigen Werk «Die sieben Brüder» des «finnischen Gotthelfs» Aleksis Kivi. Schwaar hat diese Geschichte nicht einfach übersetzt, sondern nachgedichtet und in Berndeutsch niedergeschrieben. Res Friedli ist es ein Anliegen, dass dieses Werk, es sind zwei Bände, vermehrt unter die Leute kommt. Auf eindrückliche Art gab er Einblick in die spannende Geschichte der sieben Brüder.
Berndeutsch-«Verbot» spornt zu Taten an
Das Verbot von «Bärndütsch» als Unterrichtssprache an bernischen Schulen bewegte den 90-jährigen Schriftsteller Hans Ulrich Schwaar, erneut zur Feder zu greifen. Die Idee dazu kam ihm, als er im vergangenen Jahr wieder in Lappland war. Kurz vor der Abreise fing er zu schreiben an. In kurzer Zeit ist nun sein dreissigstes Buch «Rychs Bärndütsch» entstanden. In Stabreimen macht er auf den unbeschreiblichen Reichtum seiner Muttersprache aufmerksam und beschreibt in treffenden Bezeichnungen seine Landsleute. Die Schönheit der Sprache, die Vielfalt der emmentalischen Bevölkerung aber auch die Bilder von Peter Aegerter fügen sich zu einem einzigartigen Dokument, das zu entdecken es sich lohnt.


ISBN 978-3-9523520-5-2 Landverlag Trubschachen



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