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WOCHEN-ZEITUNG FÜR DAS EMMENTAL UND ENTLEBUCH
Mittwoch, 8. September 2010  
         
  Neues Pflegeangebot für zu Hause
EMMENTAL: Ehemalige Spitex-Mitarbeiterinnen machen sich selbständig

04.02.2010 Die drei ehemaligen Spitex-Mitarbeiterinnen Edith Jenni, Andrea Oberli und Sonja Pfister bieten jetzt auf eigene Rechnung Gesundheits- und Krankenpflege zu Hause an. Nun können sie die Pflege so anbieten, wie es für sie stimmt.

Christine Mader

 Einleitend betonen die drei Frauen, dass sie nicht etwa die Spitex, wo alle drei früher gearbeitet haben, schlecht machen wollen. Sonja Pfister, die in Zollbrück wohnt, betont aber: «Die Organisation war einfach derart gewachsen, dass ich dort nicht mehr die Pflege anbieten konnte, die ich mir wünsche und vorstelle. Mit unserem Projekt «Gesundheitspflege Emmental» setzen wir nun die Pflegephilosophie um, die für uns drei stimmt,» Edith Jenni aus Eggiwil hebt hervor, dass der Patient nur dann zu den Pflegenden Vertrauen aufbauen könne, wenn er nicht von zu vielen Personen betreut werde.
Umfassendes Pflegeangebot
Die drei diplomierten Pflegefachfrauen HF bieten in ihrem Einzelunternehmen Bedarfsabklärungen, Beratung und Anleitung sowie Grund- und Behandlungspflege an und vermitteln andere Institutionen sowie Hilfsmittel. Die Gesundheitspflege Emmental kann auch zur Palliativpflege und Betreuung sowie Begleitung Schwerkranker und Sterbender beigezogen werden. Weiter bieten die drei Pflegefachfrauen Wickel und Fusspflege an. Als Gesundheitsschwester verfügt die in Lauperswil wohnhafte Andrea Oberli über ein fundiertes Wissen in Gesundheitsberatung, Gesundheitsförderung und Prävention. Sie hält fest: «Wir ermöglichen und fördern das Wohnen zu Hause, so lange dies erwünscht wird und für den Patienten wie für die Angehörigen zumutbar ist. Dabei ist uns wichtig, dass die Selbständigkeit erhalten und gefördert werden kann.»
Seit dem letzten Sommer waren die drei Pflegefachfrauen mit dem Aufbau des Unternehmens beschäftigt. Vorerst mussten Diplome, Zeugnisse und Lebensläufe der Gesundheits- und Fürsorgedirektion vorgelegt werden. Weiter galt es, eine Berufsausübungsbewilligung zu erlangen.
Krankenkasse übernimmt Kosten
«Wir unterstehen nun dem Tarifvertrag zwischen Santé Suisse und dem SBK (Schweizerischen Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner) und rechnen direkt mit den Krankenkassen ab», erläutert Andrea Oberli. Um den administrativen Aufwand so tief wie möglich zu halten, rechnet jede Pflegefachfrau ihre Leistungen selbst ab und auch das Material lagern alle drei bei sich zu Hause. Edith Jenni fügt an: «Im Moment wechseln wir tageweise ab und sind von 7 bis 18.30 Uhr telefonisch erreichbar. Wir
finden,w dass es wichtig ist, direkt mit einer Pflegenden in Kontakt treten zu können.» Zurzeit werden Einsätze im ehemaligen Amt Signau geleistet; die drei Frauen möchten sich im Moment aber betreffend Einsatzgebiet nicht einschränken. Da die Gesundheitspflege Emmental nicht subventioniert wird, werden Kosten für Weg und Administration selbst getragen und nicht dem Patienten verrechnet. Lächelnd fügt Sonja Pfister abschliessend an: «Mit unserer Arbeit werden wir nicht reich im Portemonnaie, dafür aber umso mehr im Herzen.»

Kontakt: www.gesundheitspflege-emmental.ch
Telefon 034 511 20 11



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