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Freitag, 3. September 2010  
         
  Am 1. November wird gewählt
LANGNAU: Lauer Wahlkampf, spannende Wahlen

08.10.2009 Erstmals nimmt die BDP an den Langnauer Wahlen teil und sorgt damit für Spannung. Trotz der neuen, unsicheren Situation streben SVP und FDP je einen Sitzgewinn im Gemeinderat an. Überall sonst lautet die Devise: Sitze halten.

Silvia Ben el Warda-Wullschläger

 Am Wochenende vom 1. November wählen die Stimmberechtigten von Langnau den Gemeinderat und das Parlament (GGR). Wahlkampfstimmung herrscht deshalb nicht – weder im Dorf noch bei den Parteien. Diese geben sich zurückhaltend, bescheiden, nett. Weder die aktuelle Politik noch die Ansichten der anderen Parteien werden kritisiert. Trotzdem ist der Wahlausgang diesmal offener denn je, denn erstmals macht die BDP mit. Niemand wagt eine Prognose, wie viele Stimmen auf Kosten welcher Parteien sie holen wird. Selbst Parteipräsidentin Rosette Gerber hält sich zurück. «Wir können nicht auf bekannte Wähleranteile abstützen, deshalb ist eine Voraussage schwierig.» Sie rechne damit, Wähler mobilisieren zu können, die sonst nicht an die Urne gegangen wären. Es müssten aber auch Stimmen aus dem bürgerlichen Lager geholt werden, um das Wahlziel zu erreichen: den Sitz im Gemeinderat halten und drei im GGR dazugewinnen (bisher zwei). Weil auf Gemeindeebene in erster Linie Köpfe gewählt würden, stünden ihre Chancen gut.
SVP und FDP wollen gewinnen
Die beiden anderen bürgerlichen Parteien wollen es der neuen Konkurrentin nicht einfach machen. Sowohl FDP als auch SVP gehen in die Offensive und streben im Gemeinderat einen zusätzlichen Sitz an (SVP bisher drei, FDP einen). «Wir wollen wieder gleich viele Sitze im Gemeinderat und im GGR wie vor der Abspaltung», sagt SVP-Präsidentin Lydia Horisberger. Da im neunköpfigen Gemeinderat niemand zurücktritt, würde das auf eine Abwahl hinauslaufen. Auf eine Prognose, wen das treffen könnte, lässt sich Lydia Horisberger nicht ein. Auch im GGR möchte die SVP zulegen und wieder 14 Sitze (bisher zwölf) inne haben. Dies versucht sie erneut mit zwei Listen (Dorf und Aussenbezirke). Die FDP will im Parlament ihre acht Sitze halten, jedoch im Gemeinderat einen zweiten gewinnen. «Vor vier Jahren haben wir diesen knapp verpasst», sagt Parteipräsident Paul Aeschlimann. Dass es schwierig werden könnte, weil alle Bisherigen wieder antreten, verhehlt er nicht. Der Wahlausgang sei aber auch offen, weil niemand wisse, wie sich das Mitmachen der BDP auswirke.
SP zusammen mit Grünen
Wer nun meint, dass sich die SP bei dieser Ausgangslage zurücklehnen kann, irrt sich. «Es ist auch für uns schwierig, eine Prognose abzugeben», sagt Niklaus Müller, Berater des Wahlausschusses. «Wir konnten in den letzten Jahren von den Grabenkämpfen der SVP eher profitieren und Stimmen gewinnen. Diese haben nun möglicherweise in der BDP eine neue Heimat gefunden.» Doch sollte es möglich sein, so Müller, die drei Sitze im Gemeinderat und die 13 im GGR halten zu können. Für die Wahlen ins Parlament spannt die SP erstmals mit den Grünen zusammen.
Auf Beständigkeit setzen will die EVP, die ihren Sitz im Gemeinderat und die fünf im GGR halten will.
Unumstritten ist der Gemeindepräsident Bernhard Antener (SP). Da ihn keine andere Partei herausfordert, wird er still gewählt.

Die Kandidatinnen und Kandidaten für den Gemeinderat: BDP: Hans Peter Schenk, obere Beichlenstrasse 3 (bisher); Yvonne Battanta Stämpfli, obere Beichlenstrasse 35; Thomas Gerber, Fansrüti 638; Johann Stämpfli, obere Beichlenstrasse 35. FDP: Anton Lenz, Haldenstrasse 47 (bisher); Paul Aeschlimann, Oberstrasse 32; Heinz Lauenstein, Haldenstrasse 43b; Jacqueline Koeninger Wegmüller, Oberstrasse 3f; Jürg Kühni, Hüselmatte 343. SP: Bernhard Antener, Fansrütistrasse 19 (bisher); Verena Gertsch-Matter, Oberstrasse 54 (bisher); Renate Strahm-Riesen, Mooseggstrasse 8 (bisher); Renato Giacometti, Hühnerbach 211; Susanne Kölbli-Stutz, Dorfberg 554; Niklaus Dietrich Müller, Oberstrasse 34. EVP: Martin Jutzi, Genskernen 91d (bisher); Christoph Utiger, Oberstrasse 19; Erich Wolfensberger, Gmünden; Martin Kohler, Unter Stock 418; Bruno Widmer, Burgdorfstrasse 4c. SVP: Bernhard, Gerber, Bernstrasse 12a (bisher); Rudolf Kläy, Fansrüti 654 (bisher); Christine Röthlisberger-Nussbaum, Ober Grindlen 922 (bisher); Jürg Gerber, Hauetershaus 710; Peter Schenk, Tannenhüsli 132; Paul Zürcher, Oberfeldstrasse 63.

Eisstadion oder Turnhalle?
Ein Thema, das in der nächsten Legislatur mit Sicherheit (wieder) aufgenommen wird, ist das Eisstadion und die neue Turnhalle. Alle Parteien sind sich einig, dass sich diesbezüglich in den nächsten Monaten etwas tun müsse. «Es ist klar, dass die Schulen in Langnau eine neue, grössere Turnhalle im Oberfeld brauchen», betont Niklaus Müller von der SP. Die beiden Projekte müssten voneinander gelöst werden, denn das mit dem Eisstadion könne noch lange dauern, der Ausgang sei ungewiss.
Dieses Aussage kann Christoph Utiger von der EVP unterstützen. «Es ist nötig, hier die Prioritäten anders zu setzen. Ein neues Eisstadion ist meiner Meinung nach in weite Ferne gerückt.» Auch Paul Aeschlimann von der FDP betrachtet das Stadionprojekt als eher unrealistisch. «Dass eine neue Turnhalle für die Schulen nötig ist, ist klar. Es braucht aber eine Antwort bezüglich der Prioritäten.»
Bei der SVP ist man grundsätzlich für beide Bauten. «Doch wenn das Stadion nun nicht kommen sollte, müsste eine grössere Turnhalle im Oberfeld in Angriff genommen werden», sagt Lydia Horisberger. Momentan brauche es aber noch etwas Geduld, bis sich die Sache mit dem Eisstadion geklärt habe. Auch die BDP setzt sich dafür ein, dass in den nächsten Monaten entschieden wird, wie es weitergeht. «Die Turnhalle ist sicher vordringlicher», meint Rosette Gerber. Ein neues Eisstadion wäre zwar eine gute Sache, doch das müsse regional angegangen werden.




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