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LANGNAU: In Taiwan viel Herzlichkeit erlebt.
25.06.2009 Anfang Februar flog Regula Blatter für einen Kurzeinsatz nach Taiwan. Das Praktikum in einem Kinderheim bot ihr die Chance, für drei Monate in einem Projekt der Entwicklungszusammenarbeit mitzuleben.
Margrit Kipfer
Regula Blatter aus Bärau suchte eine Möglichkeit, Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit zu sammeln. Im Internet stiess sie auf das Angebot Hoplaa (Hospitalisations-Praktikum Lateinamerika, Afrika, Asien) der Bethlehem-Mission Immensee. Es bietet engagierten, jungen Menschen zwischen 20 und 30 Jahren die Möglichkeit, ihren Horizont in einem dreimonatigen Praktikum zu erweitern. Dem Aufenthalt in Übersee geht eine Vorbereitung an drei Wochenenden in der Schweiz vor- aus. Gefordert werden die Bereitschaft, sich auf andere Kulturen einzulassen, Flexibilität, Kenntnisse der Landessprache sowie gute Gesundheit sowie psychische und physische Belastbarkeit. Offene Türen im Kinderheim Für Regula Blatter war nicht von Anfang an klar, wohin die Reise führte. Sie konnte aus dem Angebot wählen. «Taiwan hat mich vom Projekt her und von der Kultur am meisten angesprochen», sagt die ausgebildete Drogistin und Lehrerin. In Taitung, der Hauptstadt des südöstlichen Landkreises Taitung, Republik China auf Taiwan, standen die Türen in einem Kinderheim für sie offen. Dieses wurde von den Schwestern vom heiligen Kreuz in Ingenbohl (Schwyz) gegründet und wird von diesem Orden geführt. Zusammen mit einheimischen Mitarbeitern werden im Heim 71 Kinder und Jugendliche mit körperlicher und geis- tiger Behinderung betreut. Empfangen mit Herzlichkeit Regula Blatter lernte die Verantwortlichen der Projekt-Equipe, die Sonderpädagogin Claudia Rhode und die Ergotherapeutin Susanne Fengler, vorgängig auf elektronischem Weg kennen. Für sie stand dennoch die Frage offen: «Wie finde ich mich in der fremden Kultur und mit der ungewohnten Sprache zurecht?» In Taiwan ist Hochchinesisch (Mandarin) die Amtssprache. Die Taiwanesen unterhalten sich im täglichen Umgang jedoch auch auf Taiwanesisch oder in einer der neun Sprachen der Ureinwohner. Mit viel Herzlichkeit wurde die junge Schweizerin in Taiwan empfangen. «Ich brauchte etwas Zeit, mich einzurichten, die Leute kennen zu lernen und zu erfahren, wer für was zuständig ist», blickt Regula Blatter zurück. An vier Tagen pro Woche half sie von morgens acht Uhr bis abends 18 Uhr im Heim mit. Ihre Aufgabe bestand anfangs darin, die Fachpersonen zu begleiten und zu assistieren, später dann Kinder zu betreuen und ihnen das Essen einzugeben. Von den 71 Kindern sind fünf tagsüber im Heim, elf werden nachmittags im Hort betreut, während die restlichen Kinder dauerhaft in einer der vier Wohngruppen leben. Einige Kinder gehen in die staatliche Schule, während die geistig und körperlich schwer behinderten Kinder im Heim die integrierten Sonderschulklassen besuchen. Einsatz war einmalig In ihrem Einsatz kamen Regula Blatter die eigene Ausbildung sowie die Arbeitseinsätze in der Heimstätte Bärau zugute. «Der Beruf war ausschlaggebend, dass ich die Stelle bekam», glaubt sie. «Nachmittags war ich jeweils auf der Wohngruppe und speziell für die Betreuung eines 4-jährigen Mädchens zuständig. Die Zusammenarbeit mit den einheimischen Mitarbeitern im Heim war für mich sehr wertvoll.» Die engagierte Frau fand trotz der sprachlichen Barrieren einen raschen Draht zu den Menschen vor Ort. «Die Taiwanesen erlebte ich als sehr direkt. Ich traf viel Humor, Herzlichkeit und Gastfreundschaft an. Mir wurde bewusst, wie wichtig eine gemeinsame Sprache ist, doch war ich immer wieder erstaunt, wie viel Verständigung nur über die Körpersprache möglich ist.» Regula Blatter kann sich vorstellen, ähnliche Arbeit hier in der Schweiz oder in einem fremden Kulturkreis auszuführen. «Ich bin mir jedoch bewusst: Es wird nicht so sein wie dort. Dieser Einblick war exemplarisch und einmalig.»
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