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Die Neuorganisatin im Tourmismus verzögert sich
EMMENTAL: «Die Gäste wollen immer noch das urchige Emmental erleben»
25.01.2007 Seit einem Jahr werden Angebote wie Seminare oder Ausflüge für Gruppen zentral von einer Stelle angeboten. «Emmental-Tours» zieht ein positives Fazit. Noch offen ist, ob auch die Angebote für einzelne Gäste zentral geführt werden sollen.
Bruno Zürcher
Egal ob eine Ferienwohnung gesucht wurde oder ein mehrtägiger Ausflug zusammengestellt werden sollte – bis vor einem Jahr kümmerte sich die Wirtschafts- und Tourismusorganisation «Pro Emmental» um alle touristischen Anfragen. Dann wurden die Produktelinien «Erlebnis» und «Seminar» an die BLS-Tochter «Emmental-Tours» abzugeben. Es sei ein richtiger Schritt gewesen, sagt Matthias Moser, Geschäftsführer bei «Pro Emmental». Zweiter Schritt verzögert sich Vorgesehen war, dass nun auch das Individualgeschäft an «Emmental-Tours» übergehen soll. Dieser Übergang wird sich nun verzögern, wie Moser bestätigt. Zum einen sei noch ein Gesuch um finanzielle Beiträge beim Staatssekretariat für Wirtschaft hängig. Ohne den Zuschuss des Bundes werde sich die Umstrukturierung verlangsamen. Zum andern sei noch nicht geklärt, im welchem Umfang «Emmental-Tours» diesen Bereich übernehmen wolle, sagt Matthias Moser. «Das Ziel lautet nach wie vor ‹Tourismus aus einer Hand›», so Moser. «Wir können nur profitieren, wenn wir näher zusammenrücken.» Täglich gehen bei «Pro Emmental» zwischen 20 und 50 touristische Anfragen ein. Jan Cermak hat die Neupositionierung im Emmentaler Tourismus in den vergangenen beiden Jahren miterlebt. Er ist Geschäftsführer der Firma «Emmental-Tours».
Wochen-Zeitung: Herr Cermak, wie kommen die Emmentaler Gruppenangebote an? Jan Cermak: Es läuft sehr gut. Dadurch, dass die Anbieter Marketingbeiträge entrichten, können wir nun mehr Werbung machen. Dies machte sich im vergangenen Jahr bereits bemerkbar. Die Reisegruppen sind «Emmental-Tours» also treu. Und die Anbieter? Die Zahl der Anbieter von touristischen Erlebnissen ist gleich geblieben, es sind rund 50. Ich werte dies als Bekenntnis zur neuen Struktur und zu Emmental-Tours. Wir arbeiten eng mit den Anbietern zusammen, so können beide Seiten profitieren.
Was wollen die Gruppen im Emmental erleben? Die Gäste wollen nach wie vor das typische, urchige Emmental erleben. Zum Beispiel: selber Käsen, Hornussen, Schlafen im Stroh oder das Schloss Trachselwald besichtigen. Sehr beliebt ist derzeit das Angebot «Maultiertrekking und Goldwaschen». Das Angebot passt ins Emmental und die Gruppe kann etwas erleben. Ich habe mich auch einmal auf die Goldsuche begeben und fand das ein tolles Erlebnis.
Was war weniger Gold wert? Lama-Trekking ist nicht mehr so beliebt. Das wird heute fast überall angeboten, zudem sind die Tiere für das Emmental wohl zu exotisch.
Woher stammen die Gruppen, die das Emmental besuchen? Fast ausschliesslich aus der Schweiz. Dazu kommen ein paar Deutsche und Österreicher. Erwarten Sie im Täuferjahr mehr Gäste aus den Vereinigten Staaten? Bislang erhielten wir wenige Anfragen aus den USA, weil die Gruppen oft mit schon mit fixen Programmen in die Schweiz einreisen. Wir hoffen, dass sich dies mit dem Täuferjahr ändert. Das Schloss Trachselwald beispielsweise ist für Täufer-Interessierte ein wichtiges Reiseziel. Wir haben nun vier Angebote zusammengestellt, die wir auch ins Englische übersetzt haben.
Nun suchen Sie einen Nachfolger für Ihren Posten. Haben Sie genug vom Tourismus? Nein, ich werde dem Tourismus treu bleiben. Ich werde mich bei der BLS um die Produkte in den Bereichen Freizeit und Tourismus kümmern. Dort kann ich die Erfahrung, die ich hier gesammelt habe, bestens einsetzen. Ich werde mit dem Tourismus im Emmental in Kontakt bleiben.
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