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Nicht nur der Priester wechselt, sondern auch der Wirt des Kurhauses
Nicht nur der Priester wechselt,  sondern auch der Wirt des Kurhauses Heiligkreuz:

Die Pflegschaft Heiligkreuz konnte für das Kurhaus einen neuen Pächter finden. Nach dem Wechsel des Wallfahrtpriesters ist dies die zweite wichtige personelle Änderung.



Auf dem Parkplatz steht ein Reisecar aus dem Kanton Solothurn. Senioren verlassen das Restaurant Kurhaus Heiligkreuz und begeben sich zur Wallfahrtskirche. Zwei Frauen parkieren ihr Auto, schnüren die Wanderschuhe und machen sich auf den Weg. Es ist einiges los, an diesem schönen Donnerstagnachmittag. Das sei leider längst nicht immer so, sagt der Wirt Stefan Stadelmann. «Wenn das Wetter schlecht ist und in den Wintermonaten gibt es Tage, da sehen wir kaum einen Gast. Die Fixkosten wie Personal und Strom laufen aber trotzdem; wir können den Betrieb ja nicht einfach schliessen.» Er habe sich deshalb aus finanziellen Gründen entschieden, den Pachtvertrag zu künden. Somit war die Pflegschaft Heiligkreuz gefordert, nach nur zwei Jahren einen neuen Pächter zu suchen. Gefunden haben sie ihn in Fritz Näf aus Kriens. Am 12. November wird das Kurhaus geschlossen, am 2. Dezember wiedereröffnet.

Zweiter Wechsel nach dem Priester

Es sei nicht einfach gewesen, jemanden für diese anspruchsvolle Aufgabe zu finden, sagt Petra Wey-Hofstetter, Präsidentin der Pflegschaft Heiligkreuz. Umso mehr seien sie nun erleichtert, «eine so gute Lösung gefunden zu haben». Nebst dem im Oktober anstehenden Wechsel des Wallfahrtspriesters, von Pater Crispin zu Jakob Zemp, ist dies der zweite wichtige Personal-
entscheid der Pflegschaft. Ihr gehört nicht nur das Kurhaus, sondern auch die Kirche, der Landwirtschaftsbetrieb, das alte Pächterhaus mit zwei Ferienwohnungen und weitere Gebäude. Finanziert wird die Pflegschaft durch die zehn Kirchgemeinden im Entlebuch. Das Restaurant und Hotel Kurhaus nehme auf Heiligkreuz einen wichtigen Stellenwert ein, betont die Präsidentin. «Was wäre ein Ausflugs- und Pilgerort ohne Gastronomie? Das gehört zum Gesamtangebot.» Die Leute würden zum Beispiel hier essen und anschliessend einen Gottesdienst besuchen. Oder eine Kirchenführung werde mit einer Wanderung kombiniert. Die Wallfahrtskirche sei an Gottesdiensten immer gut besetzt. Gerade weil alles miteinander verbunden sei, hätten sie nie ernsthaft erwogen, das Restaurant zu veräus-
sern. «Das wäre nicht nur schade, sondern wir hätten dann auch keinen Einfluss mehr auf den Betrieb, beispielsweise die Öffnungszeiten», sagt Petra Wey-Hofstetter. So wie es jetzt organisiert sei, könnten sie zum Beispiel sicherstellen, dass an katholischen Feiertagen sowie an den Pilgerfesten im März das Restaurant geöffnet sei. Finanziell jedoch, betont die Pflegschaftspräsidentin, müsse der Gastronomiebetrieb selbsttragend sein. 

Von einfach bis gehoben

Dass der Betrieb rentabel geführt werden kann, ist der neue Wirt, Fritz Näf, überzeugt. Er ist gelernter Koch und seit rund 40 Jahren in der Gastronomie tätig. Seit etwa neun Jahren führt er das Wirtshaus Wichlern in Kriens. Gemeinsam mit seiner Partnerin Priska Bannholzer nimmt er die neue Herausforderung auf Heiligkreuz an. Er wolle den Hotel- und Seminarbereich mit speziellen Angeboten ausbauen und plane auch, die Öffnungszeiten zu erweitern, äussert sich Fritz Näf zu seinen Absichten. «In den Sommermonaten werden wir an sieben Tagen offen haben.» Auf der Karte sollen einfache Speisen ebenso zu finden sein wie gehobenere Menus. Das Personal werde er teilweise von seinem Vorgänger übernehmen, aber auch einige Leute neu einstellen. 

Die Küche wird umgebaut

Petra Wey-Hofstetter ist zuversichtlich, was die Zukunft des Restaurants und Hotels betrifft. Einerseits wegen des erfahrenen Wirts, andererseits wegen der geplanten Kochakademie (siehe Kasten). «Das wird Leben und neue Gäste auf Heiligkreuz bringen.» Im Kurhaus, das vor gut 30 Jahren neu gebaut wurde, stehen nicht nur personelle, sondern auch bauliche Änderungen an. «Nächstes Jahr möchten wir die Küche komplett erneuern», sagt die Präsidentin der Pflegschaft. Das Projekt müsse aber noch fertig geplant und der Delegiertenversammlung vorgelegt werden. 

 


Kochakademie: Die Jury geht an die Arbeit

Im ehemaligen Erholungsheim der Ingenbohler Schwestern ist in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Kochverband eine Kochakademie geplant. Demnach soll eine höhere Fachschule für Kochkunst und Kochwissenschaft mit eidgenössisch anerkanntem Abschluss entstehen. Das Projekt befinde sich auf Kurs, sagt Heidi Duss, Präsidentin des Vereins «Chance Heiligkreuz». Seine Aufgabe ist es, eine neue Nutzung für das seit August 2016 leerstehende Gebäude zu finden. Der Architekturwettbewerb sei beendet, am 3. September würden die Arbeiten durch die Jury bewertet, so Heidi Duss. 

Im Dezember 2016 kaufte der Zürcher Unternehmer Beat Odinga das Ferienheim als Zwischeninvestor, damit man weiterplanen konnte. Für die Umsetzung des Projekts sucht er einen Investor.

 

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