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«Die Besucher sollen sich Fragen stellen»
«Die Besucher sollen sich Fragen stellen» Walkringen: «Spiel der Kräfte» heisst die neue Ausstellung im Rüttihubelbad bei Walkringen. Frédéric Blanvillain erklärt, wie wir die Sinne dafür schärfen können. 
Wir riechen, hören, sehen, tasten und schmecken täglich tausend Dinge. Doch nehmen wir diese Eindrücke auch genug bewusst war? Im Sensorium im Rüttihubelbad bei Walkringen – dem «Kompetenzzentrum für die Wahrnehmung» – gibt es die Möglichkeit, seine Sinne zu schärfen. An rund 80 Stationen kann man beispielsweise Düfte riechend erraten, Barfuss oder blind Wege ertasten oder die unterschiedlichen Farben im Licht sichtbar machen.
Mit dem diesjährigen Sonderthema «Spiel der Kräfte» versucht das Sensorium zusätzlich, alltägliche Kräfte und Energien wie die Erdanziehungskraft oder kinetische, thermische, elastische und chemische Energie wahrnehmbar zu machen.
Im Interview schätzt der Leiter des Sensoriums, Frédéric Blanvillain, den Stellenwert der Sinne in der heutigen Zeit ab und erklärt, wie die Sinne im neuen Jahresthema angesprochen werden.

Herr Blanvillain, wenn Sie sich entscheiden müssten: Auf welchen der fünf Sinne würden Sie am wenigsten verzichten wollen?  
Auf den Tastsinn! Er ist einer der ersten Sinne, der sich beim Menschen entwickelt. Unsere Welt ist spürbar durch den Tastsinn. Wir berühren uns, das ist der erste Link zwischen Menschen. Das einander spüren ist sehr wichtig.

Das heisst, die Sinne haben eine Funktion für das Zwischenmenschliche?
Die Sinne sind das, was uns zusammenhält! Sie sind die Basis für alles. Ohne Sinne gäbe es keine Kommunikation und keine Beziehung zu anderen Menschen. Wir wären einfach ein Stein. Durch die Sinne geben wir allem Sinn. Die Welt hat für den Stein keinen Sinn.

Welchen Stellenwert haben die Sinne?
Je mehr Wissen uns die technischen Geräte vermitteln, desto mehr geht das Interesse für die Sinne zurück. Das ist ein Fehler unserer Generation. Auch in der Schule versuchen wir, den Kindern immer mehr mitzugeben, aber Intellektuelles – die Sinneserfahrungen gehen vergessen.

Was entgeht einem, wenn man zu wenig auf die Sinne achtet?
Es ist die Erfahrung, die dann fehlt. Die Sinne sind der erste Schritt dafür, dass ich etwas verstehen kann. Ich muss das Holz dieses Tisches spüren, um mir überhaupt erst Gedanken machen und Fragen stellen zu können. Umgekehrt geht das nicht.

Wie kann man seine Sinne stärken?
Man sollte beispielsweise den Kindern sagen: Geh raus, langweile dich! Dann hört das Kind plötzlich einen Vogel zwitschern und fragt sich, was das für ein Vogel ist, wieso es ihn im Winter nicht gehört hat, wieso er fliegen kann und so weiter. Die Sinne sind die Basis, damit wir nachdenken, uns interessieren und gesund entwickeln.

Und wo setzt das Sensorium an?
Wir wollen die Besucherinnen und Besucher wieder auf die Sinne aufmerksam machen. Wir wollen, dass sie sich Fragen stellen und versuchen, die Welt zu verstehen. Wir brauchen jeden Tag, jeden Moment unsere Sinne, aber wir vergessen dabei, wie spannend der Prozess dahinter ist. Wieso habe ich etwas wahrgenommen und etwas Anderes nicht? Wir versuchen, das hier darzustellen.

Wie machen Sie das konkret?
Zum Beispiel: Wie riecht Kardamom? Es ist doch schöner, das selber zu erschnüffeln als es nachzulesen. Oder: Wieso höre ich dieses Rauschen, wenn ich mein Ohr an ein langes Stück Holz halte, das im Wasser steht? Geht das nur mit diesen Elementen? Und so weiter. Wenn man die Kinder mit in die Natur nehmen würde, bräuchte es uns nicht mehr. Aber die Gesellschaft ist noch nicht soweit.

Also ist die Natur ein wichtiges Element für die Sinne?
Ja unbedingt! Um zu unserem Gebäude zu kommen, können Sie vom Parkplatz aus entweder den Weg über die asphaltierte Strasse gehen oder einem roten Pfad folgen, der einen Umweg macht. Dort gehen Sie über Naturboden und unwegsames Gelände. Sie müssen Ästen ausweichen und über Wurzeln steigen. Da machen Sie zwar einen Umweg und «verlieren» Zeit, aber Sie gewinnen Erfahrungen. Sie riechen das Holz, müssen die Schritte ausbalancieren, entdecken am Boden vielleicht ein spezielles Baumblatt. Darum geht es.

Das Jahresthema des Sensoriums heisst «Spiel der Kräfte». Wieso passt das Thema zum Sensorium?
Wir sind umgeben von Kräften und Energien, die wir nicht wahrnehmen können. Man kann zwar darüber viele Formeln und Gesetze lernen. Aber sie selber zu spüren und zu erfahren, das ist sehr schwierig. Die Erdanziehung beispielsweise ist ein Konzept, das ich gar nicht bewusst spüren und damit nur schwer verstehen kann.

Wie machen Sie solche Kräfte spürbar?
Sie können bei uns beispielsweise auf eine Velokonstruktion steigen. Wenn Sie in die Pedale treten, wird ein Ventilator angetrieben, der Ihnen Wind entgegen bläst. Das löst bei Ihnen automatisch Fragen aus. Wir erklären damit das Prinzip, nach welchem ein Helikopter abheben und fliegen kann. Oder Sie erfahren, wie man aus neun Elementen eine hängende Brücke bauen kann, die ohne Nägel oder ähnliches zusammenhält. Solche Phänomene und Konzepte können Sie selber erfahren. Die Antwort auf Fragen, die sich Ihnen hoffentlich stellen werden, erfahren Sie bei den einzelnen Posten natürlich ebenfalls. Cornelia Jost

Einen Kurzfilm zu der Ausstellung finden Sie unter
www.wochen-zeitung.ch
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