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…und schlagartig geht nichts mehr

So haben sich Thomas Lüthi und seine Fans den Ausgang der Motorrad-WM 2017 nicht vorgestellt. Zu früh ist die Saison entschieden und für den Emmentaler vorbei. Er wird sich nach seinem Sturz in der Qualifikation von Malaysia operieren lassen müssen. Lüthi konnte damit beim vorletzten WM-Lauf nicht starten und verlor kampflos das Titelduell gegen Franco Morbidelli. Er fehlt auch beim WM-Finale am übernächsten Wochenende in Valencia, und die ersten Testkilometer gleichenorts für sein neues MotoGP-Team Marc VdS fallen ebenso ins Wasser. Lüthi zog sich einen Bruch am Sprunggelenk des linken Fusses zu. Das Sprungbein ist in der Regel bei Fussbrüchen kaum betroffen. Es bricht vor allem beim Fall aus grosser Höhe – so wie bei Fallschirmspringern, wenn sie zu hart landen. Eine schmerzhafte Angelegenheit, wie auch Lüthi in der Nacht auf letzten Sonntag merkte: «Ich konnte kaum schlafen». 

Trotz des unerwarteten, unschönen WM-Endes sollte aber eines nicht vergessen werden. Lüthi fuhr 2017 in vielerlei Hinsicht die erfolgreichste WM seit seinem Debüt im GP-Zirkus im Sommer 2002, also vor über 15 Jahren! Nie holte er mehr WM-Punkte: 2005, als er 125er-Weltmeister wurde, hatte er 242 Zähler auf dem Konto, einen weniger als dieses Jahr. Nie stand er öfter auf dem Podest als in dieser Saison: Bei 16 Rennen klassierte er sich zehn Mal unter den besten Drei (zwei Mal als Sieger) – 2005 waren es bei ebenso vielen GPs acht Podestplätze (drei Siege). Der belgische Bier-Milliardär und Teambesitzer Marc van der Straten hat erkannt, dass Lüthi reif ist und verpflichtete ihn im August für die WM 2018 in der Königsklasse MotoGP – an der Seite seines jüngsten Champions Morbidelli.

 

GP-Report von Sepang

• Das Klassement des Moto2-Rennens: 1. Miguel Oliveira (Por), KTM, 105,317 km oder 19 Runden in 40:28,955 Minuten (=156,0 km/h; 25 WM-Punkte). 2. Brad Binder (RSA), KTM, 2,387 Sekunden zurück (20 WM-Punkte). 3. Franco Morbidelli (It), Kalex, 6,878 (16). 4. Mattia Pasini (It), Kalex, 21,774 (13). 5. Francesco Bagnaia (It), Kalex, 22,086 (11). 6. Hafizh Syharin (Mal), Kalex, 23,410 (10). 7. Fabio Quartararo (Fr), Kalex, 23,488 (9). 8. Xavi Vierge (Sp), Tech3, 24,976 (8). 9. Isaac Vinales (Sp), Kalex, 25,044 (7). 10. Tetsuta Nagashima (Jap), Kalex, 27,199 (6). 11. Simone Corsi (It), Speed Up, 28,614 (5). 12. Augusto Fernandez (Sp), Speed Up, 29,125 (4). 13. Andrea Locatelli (It), Kalex, 31,978 (3). 14. Iker Lecuona (Sp), Kalex, 44,346 (2). 15. Jesko Raffin (Sz), Kalex, 45,088 (1). – Ausgeschieden: u.a. Alex Marquez (Sp), Kalex (Sturz/2. Runde). – 28 Fahrer gestartet, 18 klassiert. – Nicht gestartet: Thomas Lüthi (Sz), Kalex; Dominique Aegerter (Sz), Suter. - Schnellste Runde: Oliveira, 8. Runde in 2:06,952 Minuten (=157,1 km/h; Rekord).

 

• Fakten zu Schweizer Piloten. Lüthi: Erster verletzungsbedingter Startverzicht seit Tschechien-GP 2016 (Gehirnerschütterung). – Aegerter: Startverzicht nach Todesfall von Teamchef Stefan Kiefer. – Raffin: Zuletzt zwei Mal in Serie in den Punkterängen (4. Platz Australien-GP; 15. Malaysia); wie zum Saisonstart (14. Katar; 13. Argentinien).

 

• Qualifikation (= Startaufstellung): 1 Morbidelli, 5,543 km oder 1 Runde in 2:06,406 Minuten (=157,8 km/h). 2 Oliveira, 0,026 Sekunden zurück. 3 Quartararo 0,072. 4 Marquez 0,105. 5 Lüthi* 0,187. 6 Bagnaia 0,387. 7 Marcel Schrötter (De), Suter, 0,443. 8 Binder 0,503. 9 Takaaki Nakagami (Jap), Kalex, 0,623. 10 Pasini 0,717. Ferner: 24 Raffin 1,442. - *nicht gestartet, deshalb alle nachfolgenden Piloten um einen Platz nach vorne.

 

• WM-Zwischenklassement nach 17 von 18 Rennen: 1. Morbidelli, 288 Punkte (8 Siege/Weltmeister 2017). 2. Lüthi 243 (2). 3. Oliveira 216 (2). 4. Marquez 190 (3). 5. Bagnaia 161. 6. Pasini 148 (1). 7. Nakagami 128 (1). 8. Corsi 110. 9. Binder 109. 10. Vierge 98. 11. Syahrin 96. 12. Aegerter 82. Ferner: 19. Raffin 26.

 

• Letzter GP am 12. November in Valencia.



02.11.2017 :: Werner J. Haller
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