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Lüthi bleibt auf Titelkurs – aber der erste Sieg ist nötig

Der Circuit Bugatti in Le Mans ist das Terrain von Thomas Lüthi. Auf dem Rundkurs holte er seit seinem Debüt in der Motorrad-WM 2002 vier Siege (2012/2015 Moto2; 2005/2006 125 ccm). Am vergangenen Sonntag schien alles angerichtet für seinen fünften Triumph beim Grand Prix von Frankreich. Es wurde aber «nur» Rang drei hinter dem nunmehr vierfachen Saisonsieger und WM-Leader Franco Morbidelli und dessen italienischen Landsmann Francesco Bagnaia.

Lüthi hatte tags zuvor in der Qualifikation den eigenen
Streckenrekord von 2015 pulverisiert und fuhr die neu asphaltierten 4,185 Kilometer um über sieben Zehntelsekunden schneller: Es war seine zwölfte Karriere-Poleposition. Trotz eines Sturzes nach Regentropfen fand er das Vertrauen in seine Kalex-Maschine:
«Ich hatte einen grossartigen Rhythmus»!

Im Rennen hielt Lüthi bis zur 7. von 26 Runden mit Morbidelli mit, lag zwischenzeitlich sogar in Führung (Runden 1 und 7), obwohl er kämpfte: «Ich hatte keinen Grip am Hinterrad». Aber in der 8. Runde musste der Emmentaler zurückstecken, als er in Kurve 6 einen Zweikampf mit dem Italiener verlor. Wegen einer Ölspur, welche im Moto3-Rennen zuvor für eine Massenkollision gesorgt hatte, gab es wenig Platz, «weshalb wir uns touchierten». Lüthi musste in die Defensive, dabei schlüpften auch die nachfolgenden Alex Marquez und Bagnaia durch.

Fünf Rennen, vier Podestplätze – aber kein Sieg: Lüthi bleibt als WM-Zweiter in Schlagdistanz zu Morbidelli. Vielleicht revanchiert sich der Emmentaler am übernächsten Wochenende beim Italiener, auf dessen Hausstrecke in Mugello. Gewonnen hat Lüthi dort aber noch nie. Der letzte Podestplatz beim Italien-GP datiert von 2012 (3.) – von den drei letzten Läufen in der Toskana beendete er einen. 

Der GP-Report von Le Mans

• Das Klassement des Moto2-Rennens: 1. Franco Morbidelli (It), Kalex, 108,81 km oder 26 Runden in 42:17,557 Minuten (= 154,3 km/h; 25 WM-Punkte). 2. Francesco Bagnaia (It), Kalex, 1,714 Sekunden zurück (20 WM-Punkte). 3. Thomas Lüthi (Sz), Kalex, 5,837 (16). 4. Alex Marquez (Sp), Kalex, 6,212 (13). 5. Mattia Pasini (It), Kalex, 13,537 (11). 6. Dominique Aegerter (Sz), Suter, 14,945 (10). 7. Takaaki Nakagami (Jap), Kalex, 16,413 (9). 8. Simone Corsi (It), SpeedUp, 16,681 (8). 9. Xavi Vierge (Sp), Tech3, 17,163 (7). 10. Yonny Hernandez (Kol), Kalex, 17,605 (6). 11. Hafizh Syahrin (Mal), Kalex, 22,528 (5). 12. Marcel Schrötter (De), Suter, 22,909 (4). 13. Ricard Cardus (Sp), KTM, 23,801 (3). 14. Sandro Cortese (De), Suter, 24,322 (2). 15. Axel Pons (Sp), Kalex, 25,959 (1). Ferner: 17. Miguel Oliveira (Por), KTM, 26,394. 23. Jesko Raffin (Sz), Kalex, 49,913. – Ausgeschieden: u.a. Luca Marini (It), Kalex (Sturz/1. Runde). – 31 Fahrer gestartet, 25 klassiert.

• Qualifikation (= Startaufstellung): 1 Lüthi, 4,185 km oder 1 Runde in 1:36,548 Minuten ( 156,0 km/h; Rekord). 2 Bagnaia, 0,026 Sekunden zurück. 3 Morbidelli 0,101. 4 Marini 0,246. 5 Aegerter 0,315. 6 Marquez 0,336. 7 Pasini 0,418. 8 Lorenzo Baldassarri (It), Kalex, 0,606. 9 Schrötter 0,625. 10 Cortese 0,637. Ferner: 25 Raffin 1,431.

 

• WM-Zwischenklassement nach 5 von 18 Rennen: 1. Morbidelli, 100 Punkte (4 Siege). 2. Lüthi 80. 3. Marquez 62 (1). 4. Oliveira 59. 5. Bagnaia 53. 6. Nakagami 41. 7. Aegerter 37. 8. Vierge 32. 9. Marini 31. 10. Corsi 27. 

 

• Fakten zu Schweizer Piloten. Lüthi: Zwölfte Poleposition seit WM-Debüt im Sommer 2002, siebte Poleposition in der Klasse Moto2. Dritter Podestplatz in Serie in Le Mans (Fr/1. Platz 2015; je 3. Platz 2016/17). Aegerter: Erstmals seit Sommer 2014 drei Top-10-Resultate in Serie in der Qualifikation. Raffin: Rang 23 ist das schlechteste GP-Resultat seit Platz 24 am 21. August 2016 in Brünn (Tsch).

 

• Nächster GP: am 4. Juni in Mugello (It).


24.05.2017 :: werner j. haller
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