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Röstiplatte war 1815 noch unbekannt
Röstiplatte war 1815 noch unbekannt Schangnau: Vor 200 Jahren
traten die ersten Gäste durch die Türe des Gasthofs Löwen. Mit einem historischen Essen und einem Vortrag von Hans Minder wurde das Jubiläum gefeiert.
Der «Löwen» war nicht immer ein Gasthof. Das fand der Regionalhistoriker Hans Minder heraus, als er sich in den Archiven über das stattliche Holzhaus auf dem Schangnauer Dorfplatz informierte. Mit seinem Vortrag, der so spannend wie pointiert war, nahm er die Zuhörer mit auf eine Zeitreise in das frühe 19. Jahrhundert. Es muss eine wechselvolle Zeit gewesen sein, denn die Liegenschaft war damals noch ein Heimwesen, das 1812 von der Gemeinde Schangnau ersteigert wurde. Diese erwarb darauf eine Wirtekonzession und setzte einen Pächter ein. So vergingen gut vier Jahrzehnte, bis der Gasthof 1859 an die Familie Siegenthaler verkauft wurde. Diese leitete die Geschicke des Betriebes während mehreren Generationen, bis sie von der heutigen Wirtefamilie, Elsbeth und Andreas Stettler, abgelöst wurde. Im Kaufvertrag von 1859 findet sich der wichtige Hinweis, dass die erste Wirtekonzession aus dem Jahr 1815 stammt.

Inspiriert von altem Kochbuch
Mit einem feinen Abendessen und dem Vortrag von Hans Minder feierte die Familie Stettler am vergangenen Samstag das Jubiläum. 200 Kerzen erleuchteten den stilvoll geschmückten Gasthof, als die Besucher eintrafen. Sie wurden in den kommenden Stunden mit einem historischen Menu verwöhnt, das an die Entstehungszeit erinnerte und ab November auf der Menukarte angeboten wird. Das Wirtepaar liess es sich nicht nehmen,  das Essen in Kostümen aus dem 19. Jahrhundert zu servieren. Inspirieren liess sich Elsbeth Stettler vom Berner Kochbuch aus dem Jahr 1835, das auch im Vortrag von Hans Minder eine wichtige Rolle spielte. Während dem Essen wurden die Gäste zudem von einer Tanzkapelle unterhalten.

Tanzmusik war verboten
Nach dem Hauptgang, zu dem neben Speck und Hamme auch blaue Kartoffeln gehörten, begann Hans Minder seine Ausführungen mit einer Warnung: «Hättet ihr das vor 200 Jahren gemacht, dann wärt ihr zwei Wochen später vor dem Chorgericht gestanden!» Er meinte damit die Tanzmusik, die damals als gotteslästerlich galt und verboten war. Musik wurde nur in der Form geistlicher Gesänge geduldet. Und auch das nur in der Kirche!

Kartoffel war suspekt
Da auch Kartoffeln serviert wurden, ging der Lokalhistoriker genauer auf das Knollengewächs ein. Im frühen 19. Jahrhundert traute man der Kartoffel aus zwei Gründen nicht über den Weg. «Wäre sie wirklich nützlich, dann würde sie seit jeher hier wachsen», war die verbreitete Meinung. Und die Tatsache, dass die Knollen nicht dem Himmel entgegen, sondern in das Erdreich hinab wachsen, machte sie verdächtig. Die im Emmental beliebte Rösti kannte man noch nicht, die Knollen wurden einfach mit Schmalz zu einer Art Kartoffelstock verstampft. Sogar über die vertraute Röstiraffel wusste Hans Minder etwas zu berichten; sie gibt es erst seit 1909. Unsere Urgrosseltern haben die Röstikartoffeln noch mit einem Messer «gschiblet». Apropos Messer: Dieses kam 1815 kaum auf den Esstisch. Gespeist wurde mit einem schlichten Holzlöffel, den man nach Gebrauch abrieb und in einem Gestell an der Wand aufbewahrte.

Frosch in Teig gebacken
Das Berner Kochbuch von 1835 ist eine Fundgrube für Rezepte aus alter Zeit; leider sind nur noch wenige Exemplare erhalten und dementsprechend teuer. Auf der Suche nach einem Exemplar stiess Hans Minder auf die Edition Slatkine in Genf, die einen Nachdruck der historischen Kochfibel anbietet. Zu finden sind darin Rezepte, aber auch Kuriositäten, wie Hans Minder weiter zu berichten wusste. So tischte man etwa in Teig gebackene Frösche auf. «Delikatessen» dieser Art dürften aber eine Ausnahme gewesen sein. Alles andere als alltäglich war indes auch Fleisch. Und ein Stück Speck von damals gäbe heute zu Kritik Anlass, denn es war deutlich fetthaltiger. Vom Fleisch, das im «Löwen» mit Sauerkraut und Bohnen serviert wurde, liess sich dies nicht sagen, es war aromatisch, bekömmlich und erntete viel Lob.
29.10.2015 :: Benjamin Stocker-Zaugg
 
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