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Ziel im Blick
Sie könnten ein Genie sein: wenn andere Menschen es nicht sehen, nehmen sie ihr Wissen eines Tages mit ins Grab. Es sind andere Menschen, die uns Türen öffnen oder verschliessen. Schon seit Jahren beschäftigt mich die Frage, was es denn braucht, um erfolgreich zu sein, indem was ich gerne tue. Wem die Kunst gelungen ist, in unserer Welt voller theoretischer Möglichkeiten herauszufinden, was ihm im Leben wichtig ist, bei dem geht es darum, Ziele zu definieren. Schliesslich müssen wir uns nicht wundern, wenn wir nirgendwo ankommen, wenn wir gar nicht wissen, wohin wir wollen. Doch wie? Auf keinen Fall mit Formulierungen wie «will, werde, möchte», denn dann zelebriert man lediglich das Wollen, statt sein Ziel zu erreichen, heisst es. Sprich, wenn sie abnehmen wollen, dann richten sie ihren Fokus besser auf das Dünnsein aus, als auf das Abnehmen. Ihr Ziel ist es ja schliesslich nicht, ein Leben lang abnehmen zu wollen. Auch wenn genug Menschen genau diese Erfahrung machen: schliesslich müssen sie ja zwischendrin wieder zunehmen, damit sie weiter abnehmen können.
Doch zurück zu den Zielen. Positiv formuliert steht es nun da, und nun heisst es, mit einem Lächeln im Gesicht die körpereigenen Sitzpolster zusammenkneifen und losmarschieren, dahin wo sie und ich halt immer hin wollen. Neue Sprache lernen, Beruf wechseln, Ausbildung erfolgreich durchziehen, eine Weltreise machen, oder was uns halt so erstrebenswert scheint im Leben. Doch halt, spricht da in mir drin wirklich nichts dagegen? Wir Menschen sind ja schon recht erfinderisch darin, uns selbst ein Bein zu stellen. Gelingt es ihnen, ununterbrochen einem zehnminütigen Tagtraum nachzuhängen, indem sie das Erreichen ihres bevorzugten Zieles vor ihrem inneren Auge sehen? Ja? Alles bestens, weitermachen! Nein? Dann gehen sie, wie es bei Monopoly so schön heisst, zum Anfang zurück und prüfen mal nach, ob Ziel und Wunsch wirklich übereinstimmen oder ob da doch noch so ein paar gelernte Selbstzweifel den eigenen Horizont eingrenzen. Jetzt geht es aber wirklich an die Arbeit. Wer ernten will, der muss zwangsläufig säen. Wenn im Fernsehen auch gerne Wundererfolgsgeschichten verkauft werden, sie sind oft das Ende einer jahrelangen Reise des Durchhaltens. Gemeinsam ist all diesen Geschichten allerdings eines — am Ende gab es Menschen, die das Potenzial einer Person erkannt haben und ihr eine Tür öffneten. Ein Mensch alleine kann nicht erfolgreich sein, er braucht andere, die ihm eine Brücke bauen.
09.03.2017 :: Stephanie Schmid Langnau
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