Anmelden
Zehn Schülerinnen und Schüler bitten zum letzten Akt im Schulhaus Kapf
Zehn Schülerinnen und Schüler bitten zum letzten Akt im Schulhaus Kapf Eggiwil: Per Ende Schuljahr 2014/2015 wird die Gesamtschule Kapf in der Gemeinde Eggiwil geschlossen, womit auch ein jahrelanges Kulturleben in diesem Weiler zu Ende geht. 
«Ich schwöre euch, hätte ich es nicht mit meinen Augen gesehen…» teilt Michelle Jenni, alias Wirtin Hilde vom «Blauen Aff», dem Schreiber, gespielt von Natascha Gerber, mit. «Stopp! Strecke deine Hand mehr aus, dass man die Bewegung des Schwörens besser sieht», fordert Frank Gerber, der zur Zeit sein Abschlusspraktikum an der Schule Kapf absolviert. Er ermuntert, die Szene nochmals zu spielen und nun klappt es und die Schülerinnen und Schüler üben konzentriert weiter. Als dann die Szene, die in der Schule spielt, aufgebaut wird, kommen diverse Fragen auf: «Ich brauche eine Brille!» «Wo ist mein Buch?» «Ich finde meine Karte nicht mehr!» Frank Gerber geht auf die Probleme ein, beruhigt hier, hilft dort den Knoten beim Rattenkostüm zu lösen und die notwendigen Requisiten zu beschaffen.  Bruno Graf unterrichtet seit drei Jahren an der Schule Kapf, Ende 2015 erreicht er das Rentenalter. Der routinierte Lehrer ist des Lobes voll über «seine» Schule: «Vorher habe ich im Unterland einzelne Klassen unterrichtet. Ich bin glücklich, dass ich hier in Eggiwil Erfahrungen in einer Gesamtschule sammeln durfte.» Wohl seien die Vorbereitungsarbeiten für neun Klassen immens gross, dafür kenne er kaum Disziplinprobleme, die Kinder lebten wie eine grosse Familie zusammen und er fügt an: «Ich schätze es, jedes Kind individuell fördern zu können.»

Schulwechsel hat auch Vorteile
Im Bezirk Kapf besuchen heute noch neun Mädchen und ein Knabe die Schule. Daher ist es nicht mehr möglich, diese Schule auf Kosten der überfüllten Klassen im Dorf weiterzuführen. Die Kinder sehen dem Schulwechsel positiv entgegen, wenn auch teils mit gemischten Gefühlen. Die Achtklässlerin Julia Röthlisberger freut sich, dann mit Gleichaltrigen zusammen zu sein und ihr Bruder Mathias fügt an: «Ich bin froh, dann nicht mehr der einzige Knabe zu sein.» Shona Roggo wird das Schulhaus vermissen und die Zweitklässlerin Fabienne Schneider ihre älteren Kolleginnen. Die Kinder von der ersten bis zur siebten Klasse besuchen ab August die Schule in Horben, die Acht- und Neuntklässler werden mit dem Schulbus ins Dorfschulhaus gefahren und dort unterrichtet.

Theaterstück mit freudigem Ausgang

Vorerst wird noch fleissig Theater geprobt, am hochdeutschen Text gefeilt und auch die Kostüme, Requisiten sowie Kulissen müssen noch fertig erstellt werden. «Ich habe den Dreiakter den Schülerinnen und Schülern auf den Leib geschrieben und da zur Zeit das Geschichtsthema dem Mittelalter gewidmet ist, passt das geheimnisvolle Geschehen anno 1284 in Hameln, wo 130 Kinder im Zusammenhang mit dem Rattenfänger spurlos verschwanden, sehr gut dazu», betont Bruno Graf. Da der Lehrer das Stück aber nicht mit der Massenentführung unschuldiger Kinder enden lassen wollte, nimmt die Geschichte doch noch eine glückliche Wendung.
Nicht nur der Theatervorhang wird sich nach der Vorstellung der zehn Kinder endgültig schliessen, auch das jahrelange Leben im und rund ums Schulhaus Kapf wird Anfang Juli zu Ende gehen.
26.03.2015 :: Christine Mader
Meistgelesene Artikel
Hanf-Zigaretten aus Emmentaler Cannabis
Zollbrück: Hanf-Zigaretten, die nicht berauschen, boomen. Eine Firma aus Zollbrück springt auf den Trend...
Nachfolger für die Liechti Kältetechnik
Langnau: Die Liechti Kältetechnik AG geht in neue Hände über.Inhaber Peter Stucki hat sie an...
«Diese Zeit werde ich nie vergessen»
SCL Tigers: Im morgigen Heimspiel treffen die SCL Tigers auf Überraschungsleader Freiburg. Der Emmentaler...
Für Laura Michel ist laufen fast ein bisschen wie fliegen
Leichtathletik: Erst vor zwei Jahren hat die Konolfingerin Laura Michel so richtig mit dem Laufen angefangen....
Moto 2 WM 17: Nach Platz vier beim Aragon-GP wirkte Thomas Lüthi genervt. Der Titelkampf in der Moto2-Klasse...
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr