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Workshop Radiohörspiel: «Wie klingt ein Auto, das auseinanderfällt?»
Workshop Radiohörspiel: «Wie klingt ein Auto, das auseinanderfällt?» Bleiken: Die Schüler der 3. bis 6. Klasse haben in einem Workshop ein Hörspiel geschrieben. Es ist eine Episode eines Wanderhörspiels, das gesamthaft von fünf Klassen aufgenommen wird.
«Krrrffzz srrrrr!» Wie klingt ein Auto, das auseinanderfällt? Wie macht man das Geräusch nach, wenn jemand trinkt? Die Schüler der 3. bis 6. Klasse der Primarschule Bleiken stecken mitten in der Produktion eines Hörspiels. Mit der Radioschule «Klipp und Klang» entwickeln sie eine Folge des diesjährigen Wanderhörspiels. Auch die Schulklassen der Gemeinden Schliern, Interlaken, Biel und la Neuveville nehmen je eine Episode auf. Die Schüler sind in Gruppen aufgeteilt und erledigen verschiedene Aufgaben. «Ein Team schreibt die Geschichte und wird dabei von Autor Achim Parterre unterstützt. Ein anderes ist für das Sammeln von Geräuschen zuständig», sagt Brigitta Weber. Als Kursleiterin der Radioschule «Klipp und Klang» begleitet sie den Workshop. «Die Kinder sind hochmotiviert und aufgeregt, dies im positiven Sinne», beschreibt die Schauspielerin und Theaterschaffende die Stimmung.

Über 150 verschiedene Töne
Primarlehrerin Nadine Tschanz sitzt mit der Geräuschegruppe zusammen und bespricht, welche Töne für das Hörspiel gebraucht werden. «Die Vorlesegruppe meldet uns, welche Geräusche sie für die Umsetzung des Stücks braucht. Wir machen uns dann Gedanken, wie wir diesen Wunsch erfüllen können.» Da wird schon mal das Betonklopfen von der Baustelle gegenüber des Schulhauses zweckentfremdet und als Autofahrgeräusch verwendet. Man müsse immer aufpassen, dass die aufgenommenen Geräusche sich logisch in das Hörspiel einfügten, sagt Levin und dreht an den Knöpfen des Mischpults. «Wenn jemand eine Türe öffnet, dann muss man auch hören, wie er diese schliesst», erklärt er. Insgesamt hat die Geräuschegruppe über 150 verschiedene Töne gesammelt. «Davon verwenden wir gerademal 30. Die Vorlesegruppe ist recht anspruchsvoll und wir müssen uns einiges einfallen lassen, um sie zufriedenzustellen», sagt Nico. Im Aufnahmeraum wird es ernst. Die Sprecher stehen vor professionellen Mikrofonen und üben ihre Rolle ein, bevor aufgenommen wird. «Die Schüler lesen diesen Text zum ersten Mal. Der Dialog ist in Berndeutsch geschrieben und daher für die Kinder ungewohnt», sagt Brigitta Weber. Dann heisst es still sein, denn die Probeaufnahme läuft. Die Leser sind hochkonzentriert und ärgern sich, wenn sie über ein Wort stolpern.

Roter Faden legen
Alle fünf teilnehmenden Schulklassen sind beim Schreiben ihrer Geschichte frei. Einzig ein paar Elemente müssen in allen Hörspielen vorkommen. Das ist zum Beispiel der «Sourk», von dem niemand genau weiss, was oder wer er ist. «Auch der Schlusssatz ‹i gloub i gseh ds Meer› ist gegeben», erklärt Achim Parterre das Konzept. Das Ergebnis ist eine etwas gruselige Geschichte mit dem Titel «Die acht Kinderfüsse». Achim Parterre musste die Entstehung der Geschichte eng begleiten. «Die Kinder hatten sehr viele Ideen und Vorschläge. Meine Aufgabe war es, den roten Faden immer wieder neu zu legen. Bei jeder Szene stellte ich mir die Frage: Wie können wir das Ambiente, den Ort darstellen?» Leandra pflichtet dem bei: «Achim hat viele unserer Vorschläge eingebaut und wir hatten sehr viel Spass beim Schreiben.» Am Schluss werden alle fünf Folgen zu einem Ganzen zusammengefügt. «Der Ausstauch von unterschiedlichen Sprach- und Dialektformen ist eine Grundidee des Projektes. Die Schüler werden im März das Hörspiel in Form eines Theaters auf die Bühne bringen», sagt Achim Parterre. Am 16. Januar 2016 wird das Hörspiel auf lokalen Radiostationen wie zum Beispiel Neo1 zu hören sein. 
12.11.2015 :: Veruschka Jonutis
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