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Wer erbt den Sitz der FDP?
Rüegsau:

Vor vier Jahren traten sechs Parteien zu den Wahlen an, heuer nur deren drei: SVP, BDP und EDU. Spannung verspricht auch die Wahl um das Gemeindepräsidium.

Sicher ist, das Präsidium der Gemeinde Rüegsau wird ab Neujahr von einer neuen Person geführt: Fritz Rüfenacht hat nach acht Jahren als Gemeindepräsident und zuvor vier Jahren als Gemeinderat seinen Rücktritt angekündigt. Seine Nachfolge möchte Andreas Hängärtner, wie Rüfenacht Mitglied der SVP, antreten. Er engagiert sich seit acht Jahren im Gemeinderat. 

Hängärtner setzt alles auf ein Karte: Er kandidiert nämlich nur in der gesonderten Majorzwahl für das Präsidium. Auf der SVP-Liste für die verbleibenden sechs Sitze im Gemeinderat fehlt sein Name. «Klar würden wir mit ihm auf der Liste viele zusätzliche Stimmen holen», erklärt Fritz Rüfenacht, Präsident der SVP Rüegsau und scheidender Gemeindepräsident. «Aber es ist ehrlicher, vorher klar zu kommunizieren, dass Andreas Hängärtner das Präsidium anstrebt und keinen Gemeinderatssitz, statt nach einer allfälligen Wahl in den Gemeinderat nicht anzutreten.»

EDU-Frau fordert SVP-Mann heraus 

Herausgefordert wird der Kandidat der SVP von Sonja Steinmann-Rieder. Die EDU-Politikerin sitzt seit vier Jahren im Rüegsauer Gemeinderat. «Zum einen geht es mir darum, dass die Stimmbevölkerung überhaupt eine Auswahl hat, zum andern würde mich das Amt natürlich schon reizen», erklärt Steinmann-Rieder. Anders als ihr Konkurrent der SVP bewirbt sie sich aber auch um einen Gemeinderatssitz. Auf der Liste der EDU stehen drei weitere Namen; mit Esther Fasnacht-Berger – nebst Sonja Steinmann-Rieder – die einzige Frau  nebst zwölf kandidierenden Männern. Auf die Frage, ob die EDU einen zweiten Sitz anstrebe, will sich die Präsidentin nicht festlegen. «Wir hatten bislang eine Listenverbindung mit der EVP, welche heuer nicht antritt. Zudem ist unklar, wohin die Stimmen der FDP gehen, welche ebenfalls nicht an den Wahlen teilnimmt.» 

FDP, EVP und SP fanden niemanden

Die FDP, die EVP wie auch die SP haben sich entschieden – oder mussten sich angesichts fehlender Kandidatinnen und Kandidaten dazu entschliessen – in diesem Jahr nicht an den Gemeindewahlen teilzunehmen. Markus Mosimann, FDP, ist erst vor wenigen Wochen aus dem Gemeinderat zurückgetreten; SP und EVP haben im aktuellen Gemeinderat keinen Sitz. Vertreter aller drei Parteien berichten von einer langen, erfolglosen Suche nach Personen, welche sich einer Wahl in den Gemeinderat gestellt hätten. «Wir haben intensiv gesucht und auch Leute ausserhalb der Partei angesprochen», berichtet Anna Käser, Präsidentin der SP, und fügt mit einem Schmunzeln an: «Gleich mehrere Personen wurden auch von anderen Parteien angefragt – es fischen alle im selben Teich.»

BDP will wieder zwei Sitze

Fündig geworden in Sachen Kandidaten ist die BDP, auch wenn Präsident Hans-Ulrich Salzmann hierbei von «Chnochebüez» berichtet. Vor vier Jahren hatte die BDP einen ihrer zwei Sitze verloren – nun will sie diese Scharte auswetzen. «Wir konnten zwar keine Frau aufstellen, haben aber sonst eine gute Auswahl mit fünf Kandidaten aus allen Teilen der Gemeinde», erklärt Hans-Ulrich Salzmann. Dass die BDP nicht im Rennen um das Präsidium an den Start gehe, liege daran, dass der bisherige Gemeinderat Paul Baumgartner beruflich stark auswärts beansprucht sei, was mit einer zusätzlichen Belastung wie dem Amt des Gemeindepräsidenten nicht vereinbar sei. 

Gleich mit zwei Bisherigen tritt die SVP an, welche im siebenköpfigen Gemeinderat derzeit vier Sitze hält (inlusive Präsident). «Unser Ziel ist sicher, die vier Sitze verteidigen zu können», hält Fritz Rüfenacht fest. «Wir haben schon vor einem Jahr begonnen, mit möglichen Kandidaten zu sprechen – auch mit Frauen.» In Kommissionen würden Frauen zwar mitmachen, für den Gemeinderat wollte sich aber keine Frau zur Verfügung stellen, berichtet der SVP-Präsident. Auch für ihn lautet die zentrale Frage bei den Gemeindewahlen, wer vom überraschenden Rückzug der FDP profitieren kann.

08.11.2018 :: Bruno Zürcher
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