Anmelden
Welche der zwei Varianten passt für die Zukunft der Schule Oberhünigen?
Oberhünigen: Die Projektgruppe stellte Zukunftsmodelle für die Schule vor mit dem Ziel, die Meinung der Betroffenen herauszuspüren und einen Entscheid fällen zu können.
Die Schülerzahlen sind im Sinkflug, die Zukunft der Schule steht auf dem Spiel. Seit knapp einem Jahr ist klar, dass auch der Kindergarten ab Sommer 2017 nicht mehr weitergeführt werden kann. Die Aufgabe der «Projektgruppe Schule Oberhünigen» unter der Leitung von Gemeinderätin Beatrice Wittwer ist es, eine auf längere Sicht gültige, stabile und flexible Lösung zu finden, die zudem finanziell tragbar ist. Seit dem letzten Informationsabend im April 2016 ist die Gruppe wieder einen grossen Schritt weiter gekommen. Vier mögliche Zukunftsvarianten sind in dieser Zeit entstanden. Der Gemeinderat traf im letzten Dezember bereits einen Vorentscheid und wählte die zwei besten Varianten aus. Sie wurden am Infoabend von letzter Woche den Anwesenden vorgestellt.

Bauliche Massnahmen

Die erste Variante ist die «Ausrichtung nach Niederhünigen-Konolfingen». Das heisst, die Basisstufe (Kindergarten bis 2. Klasse) und Primarstufe (3. bis 6. Klasse) würden in Niederhünigen unterrichtet. Die gesamte Oberstufe (7. bis 9. Klasse), inklusive Sekundarschule, würde ins Oberstufenzentrum Konolfingen verlagert. Diese Variante bedingt bauliche Anpassungen in Niederhünigen. Das Schulhaus Oberhünigen müsste umgenutzt oder verkauft werden.

Eine Organisation, zwei Standorte

Bei der zweiten Variante, der «Ausrichtung nach Zäziwil-Grosshöchstetten», würde der Kindergarten nach Zäziwil verlegt. Die Primarstufe (1. bis 6. Klasse) würde ebenfalls in Zäziwil unterrichtet, die Realstufe (7. bis 9. Klasse) jedoch in Oberhünigen. Die Sekundarschüler gingen nach Grosshöchstetten. Speziell an der zweiten Variante ist, dass voraussichtlich die Zäziwiler Realschüler ebenfalls in Oberhünigen unterrichtet würden. Es gäbe somit eine gemeinsame Schulorganisation mit zwei Schulstandorten. Mit dieser Variante bliebe der Schulstandort Oberhünigen erhalten. Verworfen mangels einer längerfristigen Lösung wurde die «Ausrichtung nach Mirchel-Grosshöchstetten».

Gemeindeversammlung im Juni

Ebenfalls verworfen hat der Gemeinderat die vierte Variante, die «Ausrichtung nach Konolfingen», die beinhaltet, dass alle Kinder in Konolfingen unterrichtet würden. Erstens wäre dies wegen der neuen Schulraumplanung in Konolfingen erst ab dem Schuljahr 2020/21 möglich. Zweitens wäre Oberhünigen nur mit einer Person in der Schulkommission vertreten und hätte somit weniger Mitspracherecht. Doch dieses Projekt wäre leicht umsetzbar.
In einem nächsten Schritt wird sich der Gemeinderat auf eine der beiden ausgewählten Varianten einigen, welche im Juni der Gemeindeversammlung zur Abstimmung vorgelegt wird. Bei einer Annahme muss das Stimmvolk der betreffenden Nachbargemeinde ebenfalls darüber befinden.
Die Verantwortlichen rechnen mit einer Umsetzung frühestens im Schuljahr 2019/20. Vorher gäbe es eine individuelle Übergangslösung.

Fragen und Meinungen

Nach der Präsentation konnten Fragen geklärt und Meinungen geäussert werden. «Wäre denn eine Zusammenarbeit mit Niederhünigen nicht in der gleichen Form möglich wie mit Zäziwil?», fragte jemand aus dem Publikum. Die anwesende Ressortchefin von Niederhünigen, Susanne Schläppi, meinte, dies sei für ihre Gemeinde keine Option. Ein Mann, der sich als «älteres Semester» vorstellte, appellierte an die Zuhörer, dass man doch alles daran setzen möge, die Schule zu erhalten. Eine jüngere Frau gab zu bedenken, dass es für die Kinder besser sei, wenn alle am selben Ort unterrichtet würden.
«Was würde denn geschehen, wenn die Bevölkerung der betroffenen Nachbargemeinde das Projekt ablehnt?», wollte ein Zuhörer wissen. Auch da hat die Projektgruppe einen Plan B auf Lager: Im schlimmsten Fall, «aber nur als Notnagel», käme wohl wieder die Variante vier ins Spiel, die «Ausrichtung nach Konolfingen». Man darf also auf die Fortsetzung gespannt sein.
Rebekka Schüpbach
16.02.2017 :: Rebekka Schüpbach
Meistgelesene Artikel
Die beiden Brüder geben Vollgas
Zäziwil: Die beiden Brüder Yanick und Lars Oppliger haben ein nicht alltägliches Hobby: Mit ihrem...
«Hilfeeeeee...» Kurz bevor der Wecker klingelte, sass ich kerzengerade mit...
Er: «Schaatz, machst du mir bitte einen Kaffee?»  Sie: «Tut mir leid, ich...
Im Septämber wirde ni zäme mit em Ruedi Bieri afe einisch zeige, was mir i de letschte...
Ende Mai ging für meinen Club Turbine Potsdam die Saison zu Ende. Direkt rückte ich ins...
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr