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Warum Gerber, Müller, Sutter oder Utiger wählen?
Warum Gerber, Müller, Sutter oder Utiger wählen? Langnau: Gleich vier Lokalpolitiker möchten in Langnau das Amt von Gemeindepräsident Bernhard Antener (SP) «erben». Es ist dies einerseits sein Parteikollege Niklaus Müller. Der ehemalige Gewerkschafter und heutige Lehrer war während zwölf Jahren Mitglied des Gemeindeparlaments.

 

Ein weiterer Kandidat ist Walter Sutter (SVP). Der Meisterlandwirt und Grossrat ist ebenfalls über zehn Jahre in der Gemeindepolitik tätig, aktuell als Gemeinderat. 

Auch Gemeindepräsident werden möchten zwei Mitglieder von Mitteparteien. Es sind dies der Lehrer und Gemeinderat Thomas Gerber von der BDP sowie der Gemeindeparlamentarier und Ingenieur Christoph Utiger von der EVP.

Weshalb sollen die Langnauerinnen und Langnauer Sie als Gemeindepräsident wählen?

Thomas Gerber, BDP: Ich kann gut zuhören, vermitteln und bin bereit, zusammen mit anderen nach Lösungen zu suchen. Ich verharre nicht auf politischen Statements aus dem Parteibüchlein. Das macht die Zusammenarbeit einfacher und so lassen sich Probleme besser angehen und lösen.

Niklaus Müller, SP: Mir liegt Langnau am Herzen und ich möchte mithelfen, zu dem schönen Dorf Sorge zu tragen und die Gemeinde weiterzuentwickeln. Ich bringe das Rüstzeug wie Führungs- und Kommunikationsfähigkeiten mit, um dem Gremium vorstehen zu können.

 

Walter Sutter, SVP: Mit meiner Wahl wissen die Bürgerinnen und Bürger, was sie haben. Ich bin nun schon lange in diesem Metier tätig, sei es im Gemeindeparlament, in der Exekutive oder nun auch im bernischen Grossen Rat. Zudem habe ich bewiesen, dass ich nicht extreme Positionen vertrete und konsensfähig bin. 

 

Christoph Utiger, EVP: Als Kandidat der Mitte suche ich den Konsens. Ich gelte zwar als kritisch und finde, dass man insbesondere finanzrelevante Geschäfte gut hinterfragen sollte. Aber ich vertrete keine extreme Haltung. Aus einer kleinen Partei kommend, könnte ich ja nur zusammen mit anderen etwas erreichen.


Wie soll das Problem der Markthalle beziehungsweise des neuen Eisfeldes gelöst werden?

Thomas Gerber: Sowohl der SCL Tigers AG als auch den Markthallenbetreibern attestiere ich, dass sie etwas Gutes wollen. Ich hoffe, dass sich eine externe Lösung für die Markthalle finden lässt, das zweite Eisfeld wäre wichtig für Langnau. Die Gemeinde sehe ich in der Rolle als Vermittlerin. Sie soll nicht viel Geld in die Hand nehmen müssen. 

Niklaus Müller: Ein zweites Eisfeld ist für die Tigers unabdingbar. Ein Miteinander mit der Markthalle wäre zwar günstiger, aber eine Entflechtung macht in diesem Gebiet längerfristig mehr Sinn. Für die Ablösung des Baurechtes erwarte ich vom Gemeinderat einen Vorschlag, welcher die unterschiedlichen Interessen berücksichtigt und für die Gemeinde finanziell tragbar bleibt.


Walter Sutter: Das zweite Eisfeld und die Markthalle unter einem Dach zu betreiben, würde nicht funktionieren. Eine Entflechtung der beiden Betriebe ist deshalb notwendig. Nebst dem benötigten Platz für eine zweite Eishalle braucht es auch einen Markthallenstandort, welcher für die Viehvermarktung attraktiv ist. 

Christoph Utiger: Hier sind alle Involvierten gefragt: die SCL Tigers, die Bauern und die Gemeinde. Wir müssen eine Lösung anstreben, bei welcher eine win-win-win-Situation entsteht. Insbesondere soll die Gemeinde nicht bloss die Zahlende sein für eine allfällige Ablösung des Baurechts. Das zweite Eisfeld muss auch dem Nachwuchs und dem Breitensport zur Verfügung stehen.

 

 

Welches könnte, nach der Sporthalle, das nächste grosse Projekt für Langnau sein?

Thomas Gerber: Nebst den Hochwasserschutzmassnahmen werden planerische Aufgaben auf die Gemeinde zukommen. Beispielsweise auf dem Gebiet «Bahnhof Süd» könnte es «etwas Gröberes» geben. Dazu kommen die zahlreichen Massnahmen bei der Umsetzung des Richtplans.

Niklaus Müller: Der Hochwasserschutz ist das eine. Ich gehe davon aus, dass uns das Thema Verkehr auch nach dem Verabschieden des Richtplans beschäftigen wird. Je nachdem, was aus dem Areal «Bahnhof Süd» wird, kann dies einen grossen Einfluss auf die Verkehrssituation haben.

 

Walter Sutter: Die Hochwasserschutzprojekte in und an der Ilfis werden uns während vieler Jahre am Geldbeutel zerren. Auch die Schulstrukturen, die derzeit zusammen mit umliegenden Gemeinden angeschaut werden, könnten den Gemeinderat in nächster Zeit intensiv beschäftigen. 

 

Christoph Utiger: Es wird ganz klar der Hochwasserschutz sein, welcher uns in der nächsten Zeit fordern wird. Auch Wasser- und Abwasserprojekte allgemein werden anstehen – unter anderem im -Zusammenhang mit dem Bauvorhaben der Stiftung Lebensart.



Wie bringen Sie das Amt als Gemeindepräsident mit Ihrem Beruf unter einen Hut?

Thomas Gerber: Zurzeit arbeite ich in der Gemeinde Rüderswil als Schulleiter. Das ist kein Vollamt und bis jetzt erteile ich dazu auch Unterricht. Ich werde die Lektionen reduzieren können und so genügend Zeit haben, mich der Politik zu widmen.

 

Niklaus Müller: Als Lehrer am Berufsvorbereitenden Schuljahr (BVS) bin ich bezüglich Arbeits-pensum flexibel. Mit meinen Vorgesetzten habe ich vereinbart, dass ich auf Ende Januar auf zirka 60 Prozent reduzieren würde. 

 

Walter Sutter: Weil ich im Gemeinderat das arbeitsintensive Baudepartement führe und auch ein Grossratsmandat innehabe, bin ich bereits jetzt 60 bis 70 Prozent absorbiert. Meine Absenzen auf unserem Betrieb werden mit einem zuverlässigen Mitarbeiter kompensiert. 

Christoph Utiger: Ich habe mich mit meinem Arbeitgeber abgesprochen. Bei einer Wahl werde ich das Arbeitpensum reduzieren und so genügend Zeit haben für das Präsidentenamt.

12.10.2017 :: jhk.
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