Anmelden
Während 25 Jahren die Kanti geprägt
Während 25 Jahren die Kanti geprägt Schüpfheim:

Die Kantonsschule Schüpfheim lud letzte Woche zur 15. Maturitätsfeier ein. Für Rektor Heinrich Felder war es die letzte. Künftig möchte er sich für Projekte einsetzen.

Heinrich Felder, Rektor der Kantonsschule Schüpfheim, hat die letzte Maturafeier hinter sich und geht Ende Juli in Pension. Als Schüler besuchte er selber vier Jahre das Unter- und Obergymnasium Schüpfheim und drei Jahre bis zur Matura das Gymnasium Immensee. Nach dem Studium der Molekularbiologie und verschiedenen Stellvertretungen bewarb er sich um eine Stelle als Mathematik-Lehrer an seiner früheren Schule, wurde Rektor und blieb. Während 25 Jahren prägte er massgeblich das Profil der Schule, die er auch um- und ausbaute.  

Weitere Talentbereiche geschaffen

Die schweizweite Gymnasialreform kürzte das Langzeitgymnasium von sieben auf sechs Jahre und führte das vierjährige Kurzzeitgymnasium für Sekundarschüler Niveau A ein. Die neuen Schwerpunkt- und Ergänzungsfächer führten zu einer Erweiterung der Maturatypen. «Als kleine Schule hätten wir nicht alles anbieten können», erklärt Heinrich Felder. «Nun unterrichten wir diese Fächer jahrgans- und klassenübergreifend als Module. Das ist unsere Spezialität. Schon 1996 hatten wir die Idee einer eigenen Maturitätsschule. Aber es dauerte vier Jahre, bis der Regierungsrat den Ausbau der vierjährigen Landmittelschule des alten Maturatyps zum Kurzzeitgymnasium bewilligte.» Die vom Bundesrat unterzeichnete schweizerische Anerkennung sei am 13. Juni 2003 eingetroffen, erinnert sich Felder. «Ein Jahr später führten wir die erste Maturitätsprüfung des vierjährigen Lehrgangs durch und 2006 die erste des fünfjährigen Gymnasiums Plus. Zum wichtigen Standbein, Begabtenförderung im Sport, kamen als weitere Talentbereiche Musik, Sprache, Kunst und Schauspiel dazu.»  

 

Viele Visionen

Aus dem Büro des Rektorats stammt auch die Idee des Musicals Plus, welches erstmals 2012 eine Aufführung durchführte. Eine grosse Herausforderung für die Schule sei das gewesen und ein grosser Erfolg, auch dank vieler Freiwilliger, sagt Heinrich Felder. Der am 12. Dezember gegründete Verein Musical Plus ist heute der wichtigste Partner der Schule. Visionen hat Heinrich Felder viele. Es sei nicht immer einfach, sie umzusetzen, sagt er. Die Integration der Talentförderung stiess anfänglich auf Widerstand. Und heute sind 50 Prozent der Gymi-Plus-Schüler Auswärtige. Heinrich Felder befürchtet, dass die Kantone wegen Sparnassnahmen finan-
ziell nicht mehr für sie aufkommen. Auch bräuchte es eine neue pädagogische Reform, die stärker auf Selbstverantwortung und selbst organisiertes Lernen setze als das 45-minütige Taktsystem, ist er überzeugt.

Verwurzelt in der Biosphäre

In der Natur findet Heinrich Felder einen Ausgleich zum Schulalltag. Der Biologe ist Gründungsmitglied der Freunde der UBE, die er auch präsidiert hat. Der gebürtige Flühler liebt das Entlebuch mit all seinen Facetten und geht gerne in die Berge und auf die Hochwildjagd. «Das habe ich von meinem Vater mitbekommen», sagt er. «Mit ihm habe ich als Kind auf der Schwändiliflue, oberhalb von Flühli, die erste Schlange gefunden. Die Kreuzottern sind mein Steckenpferd. Ich orte und fotografiere sie und untersuche auch gerne mal ein Exemplar. Die Kreuzottern im Entlebuch sind eine Art für sich und noch zu wenig erforscht.» 

Spiegel der Gesellschaft

Momentan beschäftigt Heinrich Felder die Schule noch sehr: Die Bildung sei herausgefordert durch wachsende Komplexität und Geschwindigkeit. Die Lernenden seien ein Spiegel der Gesellschaft und konfrontierten die Schule mit den unterschiedlichsten Wertvorstellungen. Doch Heinrich Felder ist überzeugt: «Wir haben eine gute, sehr gute Jugend. Man muss sie aber abholen. Und man soll nie den Stab über einem jungen Menschen brechen. Er wird sein Potenzial noch beweisen.» 

Sein Potenzial möchte Heinrich Felder in einer teilzeitlichen Tätigkeit im Rahmen von Projekten einsetzen, möglicherweise auch in einem anderen Umfeld. Er ist offen für vieles. Zuerst will er aber ein halbes Jahr Pause machen und von Entlebuch nach Schüpfheim umziehen. In seiner allegorischen Maturansprache liess er die unbekannte Zukunft ein stilles Statement abgeben und mit tausend kleinen Blitzen voller Möglichkeiten die Aula erhellen. Wohin sein eigener Weg auch geht, auf der Schwändiliflue wird man Heinrich Felder sicher wieder antreffen. 

28.06.2018 :: Bernadette Waser
Meistgelesene Artikel
Eine eigenartige Wortkombination, dieses «Aber Hallo», finden Sie nicht auch? Zwar oft...
Gemeinsam kochen und essen –  und fürs «Kafi» reicht es auch noch
Kanton Bern: Seit 20 Jahren betreut der Entlastungsdienst Menschen mit einer Beeinträchtigung. Christian...
Von Phuket nach Bumbach
Bumbach: Am 1. September haben Thomas und Sao Salathé den Gasthof Rosegg als Pächter...
«Preise den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir -Gutes getan hat!» (Psalm...
Die Wichtigkeit des guten Starts
SCL Tigers: Mit fünf Niederlagen in Serie ist den SCL Tigers der Beginn der Saison vor einem Jahr...
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr