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Von stolzen Stieren und vier Missen
Von stolzen Stieren und vier Missen Grosshöchstetten:

 

Der Viehzuchtverein Grosshöchstetten und Umgebung feierte sein 125-Jahr-Jubiläum mit einer besonderen Viehschau. Es wurden vier Missen gewählt.


1893 wurde die Viehzuchtgenossenschaft von 22 Viehzüchtern aus Grosshöchstetten und Umgebung gegründet. Die allgemeine Not damals zwang die Bauern zum Zusammenhalt, was sich schlussendlich lohnte und auszahlte. Ganz wichtig für die Genossenschaft war der Zuchtstier, der von allen Mitgliedern gemeinsam ausgewählt und finanziert wurde. Der Stier stand bei Ernst Strahm im Stall und die anderen Viehzüchter konnten ihre stierigen Kühe zum Decken bringen. Der erste Genossenschaftsstier war 1894 der Sepp. Von ihm und allen folgenden ist das Sprungregister, in sehr schöner Handschrift exakt geführt, noch vorhanden. 

Ein ganz besonderer Zuchtmuni war der Stier Norton, den die Genossenschaft 1964 für den stolzen Preis von 16’000 Franken kaufte. Damit war die Auflage verbunden, falls der Stier 93 Punkte erreichen sollte, noch zusätzlich 2000 Franken nachzahlen zu müssen. Stier Norton erreichte sogar 94 Punkte. 1971 wurde dann die künst­liche Besamung eingeführt und der Genossenschaftsstier hatte ausgedient.

Andere Rassen kamen dazu

Die ersten wichtigen Beständeschauen fanden in Grosshöchstetten Mitte der Fünfzigerjahre statt. In den vergangenen 125 Jahren habe sich vieles verändert, wie OK-Präsident Ueli Strahm sagt: «Waren bis zur Einführung der künstlichen Besamung ausschliesslich Kühe der Rasse Simmental im Herdebuch aufgeführt, wurden ab da auch andere Rassen eingekreuzt und gezüchtet. Die Viehzuchtgenossenschaft wurde zudem 2008 zum Viehzuchtverein.» Der Zuchtbuchführer, seit 1996 ist Ueli Strahm in dieser Funktion, wurde 2003 zur Verbindungsperson umbenannt und seit 2015 heisst dieses Amt Schauorganisator. 

Präsident des Viehzuchtvereins ist seit 2001 Manfred Liechti. Er ist wohl etwa der zehnte Präsident. Leider fehlen bis 1922 die entsprechenden Protokolle.

Bei schönem Wetter konnten die inzwischen noch elf Mitglieder des Viehzuchtvereins Grosshöchstetten und Umgebung am letzten Samstag ihr 125-Jahr-Jubiläum mit einer besonderen Viehschau feiern. Kurz nach dem Mittag wurden die mit Blumen geschmückten Kälber von den Kindern präsentiert. Jedes Kind erhielt anschliessend ein eigenes «Glöggli». 

Mit Glocken und Schleifen belohnt

In acht Klassen wurden die schönsten Kühe im Ring vorgeführt, punktiert und rangiert. 120 Zuchtkühe präsentierten sich den zahlreichen Gästen und Besuchern. Als Höhepunkt wurden zuletzt die vier Missen gewählt und mit Glocken und Schleifen belohnt. Anschliessend durften die Züchter mit ihren blumengeschmückten Kühen mit Glocken und Treicheln den Heimweg antreten. 

Am Abend fand der Züchterabend im Festzelt statt, wo jedes Viehzuchtmitglied eine Treichel mit individuell geschnitztem Riemen als Erinnerung in Empfang nehmen durfte.

11.10.2018 :: Anna-Katharina Flükiger
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