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Von fleischfressenden Hasen und kämpferischen Veganern
Von fleischfressenden Hasen und kämpferischen Veganern Schüpfheim:

Das Tata-Theater gastierte im Entlebucherhaus und entwickelte zusammen mit dem Publikum ein einmaliges, etwas verrücktes Märchen mit Menschen und Tieren.  



In der einmaligen Vorstellung des Tata-Theaters im Entlebucherhaus Schüpfheim, das für besondere Auftritte bekannt ist, wurde nicht nur gespielt, sondern auch viel gelacht. Tata, das sind vier junge, musizierende Theaterleute, die am 27. Mai ihre erste Tournee starteten. Die Idee zu diesem sogenannten Musik-Impro-Theater stammt von Laurin Moor und seiner WG-Partnerin Evamaria Felder. In Hannah Biermann und Hannes Junker fanden sie zwei geeignete Partner und in Michel Blaser ihren Moderator.   

Das Publikum führt Regie

In «Grossmutters Ohren und was der Wolf sonst noch alles frisst» erzählen und spielen die Tonkünstler eine märchenhafte Heldengeschichte, die sie mit improvisierten Liedern und Musik selbst begleiten. Nur die Regie überlassen sie dem Publikum, das mit seinen Inputs den Verlauf der Geschichte bestimmt. 

Nach der Publikums-Einstimmung mit Entspannungsübungen und einer Kurzeinführung in die Gattung Heldengeschichten ging das Theater los. Mit E-Gitarre, Bass, Orgel, Querflöte und Drums präsentierte das ganz in Schwarz gekleidete Quartett sein musikalisches Können. Danach musste die Publikums-Regie durch Klatschen den Wunschhelden bestimmen. Das Rotkäppchen, das eine Affäre mit einem Wolf hatte, unterlag dabei knapp dem fleischfressenden Hasen. Als dessen Gegenspielerin trat eine hasenhassende Igelfrau auf. Die treibende Kraft des Hasen war der Traum, Alleinaktionär einer Grossmetzgerei zu werden. Dieser Publikumsentscheid wurde zum Problem, als Hase Fritz von Entzugserscheinungen geplagt den Fernseher seiner Mutter Hildegard zerstörte.

Auf der steilen Schwanderholzstutz-Abfahrt nach Wolhusen, wo die beiden an der «Messe für Alles und Jedes» ihre Kambly-Sammlerlokomotive gegen Fleisch tauschen wollten, erlitten sie Totalschaden. Der Moderator verlangte von der Regie, Fritz zu stoppen und diese liess eine kämpferische Veganer-Gruppe aufmarschieren.

Immer in neue Rollen schlüpfen

Die Theaterleute spielten das vom Publikum Gewünschte und schlüpften mit Perücken, Mützen und Brillen in immer neue Rollen. Als Frau Igel in Wolhusen drohte, die Messehalle mitsamt Hasen in die Luft zu sprengen, spielten sie den «Warum bist du böse?»-Blues, worauf die Böse im Loch versank, in das jeder fällt, der andern eine Gruber gräbt. Fritz gründete mit Hasenfrau Frieda eine Fleischverarbeitungsfirma und sang über beide Langohren verliebt: «Frieda, du bist prima. Willst du meine Hasenfrau werden und 100 Kinder gebären?» 

Jede Vorstellung ist anders

Mit dem Hochzeitsmarsch endete das Märchen. Und weg war das Quartett, aber nur, um sich neu eingekleidet unter das Publikum an der Bar zu mischen. «Jede Vorstellung ist komplett anders», erzählte Evamaria Felder. «Wir wissen nie, was herauskommt, nur dass in allen Geschichten Menschen und Tiere auftreten. Diese werden jeweils kurz vor der Aufführung festgelegt.» 

Bis zur letzten Vorstellung am 26. Juni in Luzern lässt sich das Tata-Theater von seinem jeweiligen Publikum überraschen. 

 



15.06.2017 :: Bernadette Waser
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