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Von der Geheimhaltung und dem durchgetakteten Startverfahren
Von der Geheimhaltung und dem durchgetakteten Startverfahren Orientierungslauf:

Am Sonntag, 15. Oktober 2017 werden im Chuderhüsi-Gebiet Pilzsammler und Wanderer nicht unter sich sein. Im Wald werden bis zu 400 Teilnehmende erwartet, die zum 49. Emmentaler OL starten.

Die Organisation für den Emmentaler OL ist schon vor zirka drei Jahren an die Hand genommen worden. Wenn man bedenkt, dass die Erstellung der extra für OL-Läufer geeigneten Karte eines Laufgebietes bis zu 800 Stunden Arbeit bedeutet, kann man erahnen, wieso es seine Zeit braucht, bis ein OL durchgeführt werden kann. Der Wald rund um das Chuderhüsi-Gebiet ist weitherum bekannt für seine Schönheit und Einzigartigkeit und es ist nicht der erste OL, der hier stattfindet. Nichtsdestotrotz braucht die Planung etwas Vorlauf, erklärt der Laufleiter Fritz Sulzer. «Wir müssen Gespräche führen mit den betroffenen Land- und Waldbesitzern, die Gemeinde muss involviert werden, und dann natürlich auch Förster und Wildhüter. Wie auch bei anderen Sportanlässen braucht es eine gewisse Infrastruktur, damit der Anlass reibungslos läuft. Obwohl die OL-Läufer in der Regel sehr bescheidene Leute sind, die wissen, dass ihre Sportart im Wald stattfindet und nicht unbedingt eine Garderobe oder gar Dusche brauchen, ist es natürlich umso schöner, wenn die örtlichen Gegebenheiten auch diesen Komfort ermöglichen», schildert der Laufleiter seine Ideen für den hiesigen Lauf. Sogar die öffentlichen Verkehrsbetriebe BLS sind informiert und bieten auf der Linie Signau–Röthenbach einen Extrakurs an.

90-jähriger Routinier unterwegs

Je nach Wetterlage werden bis zu 400 Läufer erwartet: vom Kleinkind, das allenfalls im Kinderhort betreut wird, während die Eltern im Wald sind, bis zum 90-jährigen Routinier wird es für alle Alters- und Leistungskategorien eine Bahn geben. Diese Bahnen sind bis kurz vor Laufbeginn Gegenstand höchster Geheimhaltung. Der Bahnleger Timo Lehner, der darauf achtet, für die Teilnehmer interessante Bahnanlagen zu gestalten, die Kontrolleurin Susi Schlatter und der Laufleiter Fritz Sulzer, alle drei Mitglieder der OLG Skandia, sind die Einzigen, die wissen, wo die Posten im Wald stehen. Die Laufkarten werden mit den eingedruckten Bahnen nach Kategorie direkt vor Ort auf speziellem Papier ausgedruckt. Spezielles Papier braucht es, damit die Laufkarte auch bei nassem Zustand nicht auseinanderfällt und lesbar bleibt. «Nachdem das Startgeld bezahlt wurde, hält der Läufer seinen persönlichen Badge in die Registrierungsstation und somit sind alle notwendigen Daten erfasst. Danach erhält die Läuferin oder der Läufer seine persönliche, zusammengefaltete und mit einem Kleber versiegelte Karte. Anschliessend werden die Läufer direkt ins Startgelände transportiert. Sobald ein Teilnehmer mit seinem Badge beim Startposten die Startzeit ausgelöst hat, darf die Laufkarte geöffnet, studiert und losgerannt werden», erklärt Fritz Sulzer. Der Start erfolgt im Minutentakt, aber immer Läufer und Läuferinnen unterschiedlicher Kategorien. Nicht, dass direkt beim Start schon alle auf den gleichen Posten zulaufen. «Die Badges messen die persönlichen Laufzeiten zwischen den Posten und dienen der Kontrolle, ob die Posten in der richtigen Reihenfolge angelaufen wurden», fügt der Laufleiter hinzu. Früher, mit Stempel und Klemmen, war die Auswertung und Kontrolle wesentlich komplizierter. Die elektronische Erfassung hilft auch der Übersicht und der Kontrolle, ob am Schluss alle Gestarteten wieder zurück aus dem Wald sind. 

Es sind auch Familien und Anfänger herzlich willkommen; man kann die Badges vor Ort mieten. Die OLG Skandia bietet auch kurze und einfache Bahnen an, welche Anfängern den Einstieg ermöglichen und ein positives OL-Erlebnis vermitteln. Nach dem Wettkampf ist es auch bei den OL-Läufern nicht anders als bei anderen Sportlern, man hat nichts gegen etwas Geselligkeit, Speis und Trank – was der Verein in seiner Festwirtschaft auch anbietet.

49. Emmentaler OL, 15. Oktober 2017

Das Laufzentrum und die Festwirtschaft befinden sich in der Mehrzweckanlage in Röthenbach i.E. Shuttlebusse bringen die Läuferinnen und Läufer zum Vorstart. Den Interessierten werden Kategorien in verschiedenen Alters- und Leistungsklassen angeboten. Speziell den Einsteigern und Familien wird mit den Offenkategorien die Gelegenheit geboten, erste Erfahrungen mit OL zu sammeln. Auf Wunsch helfen erfahrene Vereinsmitglieder beratend und unterstützend weiter.

Die Anmeldung erfolgt am Lauftag, zwischen 08.30 Uhr und 11.30 Uhr, direkt vor Ort. Informationen zur Laufveranstaltung: www.olgskandia.ch/emmentaler-ol

12.10.2017 :: Olivia Portmann
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