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Vom Rindersperma zum Bio-Getreide
Vom Rindersperma zum Bio-Getreide Schüpfheim:

 

Stefan Felder hat fast während 20 Jahren die Firma Swissgenetics geführt. Nun verlässt er die Unternehmung Ende Oktober und macht sich selbstständig.

 

«Es hat sich mir die Chance geboten, nach 20 schönen Jahren bei Swissgenetics nochmals etwas ganz Neues zu wagen», erzählt Stefan Felder beschwingt. Er steigt in die Firma seines Bruders ein, die im internationalen Handel mit landwirtschaftlichen Bio-Produkten tätig ist. Die Firma hat ihren Hauptsitz in Kanada, ist aber rund um den Globus tätig. Eine seiner Aufgaben wird es sein, die Beschaffung von Getreide und Ölsaaten in genügender Menge und zuverlässiger Bio-Qualität sicherzustellen. Dabei sei es wichtig, den Warenfluss bis zum Produzenten einwandfrei zurückverfolgen zu können, erklärt der Schüpfheimer. 

Plötzlich dem freien Markt ausgesetzt

Stefan Felder wird die neue Aufgabe und allfällige weitere Mandate als selbstständig Erwerbender übernehmen. Dass er «marktfähig» ist, hat er bereits bewiesen. Denn kurz bevor er damals seinen Job als Direktor bei Swissgenetics begann, wurde die künstliche Besamung liberalisiert. Bisher Monopolist, war die Firma plötzlich dem freien Markt ausgesetzt – und musste eine komplett neue Unternehmenskultur entwickeln. Laut Dominique Savary, Präsident von Swissgenetics, hat Felder diesen Wechsel zusammen mit seinen Mitarbeitenden vorbildlich bewältigt. «Für Stefan Felder standen stets die Bedürfnisse der Kunden im Vordergrund. Er verstand es, der internationalen Entswicklung von Swissgentics starken Schwung zu verleihen», lässt er sich in einer Medienmitteilung zitieren. 

Solche Herausforderungen lägen ihm, meint Stefan Felder bescheiden, er habe Spass daran, Leute zu begeistern und dazu zu motivieren, sich zu verändern. «Es reizt mich, neue Wege zu gehen, Sachen anzupacken, die der Zeit voraus sind. Dies ist wie ein innerer Antrieb.» Diese Eigenschaft zieht es sich wie ein roter Faden durch sein Leben: «Sobald alles rund läuft, sich Vieles zu wiederholen beginnt, schaue ich nach Neuem, mit dem ich einen Beitrag zu einem sinnvollen Ganzen leisten kann», sagt der scheidende Swissgenetics-Direktor.

Urvater der UBE

Stefan Felder ist 1963 als viertes von acht Kindern auf dem «Feldhof» in Entlebuch geboren und wohnt heute mit seiner Frau Mona und den drei erwachsenen Söhnen in Schüpfheim. Er hatte das Agronomie-Studium mit anschliessender Dissertation absolviert und sodann während fünf Jahren als Direktor das heutige Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung in Schüpfheim geführt. Dort wurde in seinem Büro übrigens die Grundlage geschaffen für das «Projekt Lebensraum Entlebuch», er ist also einer der Urväter der heutigen Unesco Biosphäre Entlebuch. 

Nach einem Abstecher in ein Entwicklungsprojekt in Bhutan wurde er nach der Rückkehr in die Schweiz vor 19 Jahren Direktor des damaligen Schweizerischen Verbandes für Künstliche Besamung.

Neuer Direktor wird Christoph Böbner

Nachfolger von Stefan Felder bei Swissgenetics wird Christoph Böbner, ebenfalls ein Entlebucher.

Der neue Direktor ist aufgewachsen auf einem Viehzuchtbetrieb im Entlebuch und hat an der ETH Zürich das Studium als Ingenieur Agronom, Schwerpunkt Nutztierwissenschaften, abgeschlossen. Nach der Erlangung des Doktortitels und seinem beruflichen Einstieg bei Braunvieh Schweiz stand er von 1998 bis 2004 dem Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum Schüpfheim-Willisau als Direktor vor. Danach führte er während fünf Jahren als Vizedirektor und Mitglied der Geschäftsleitung beim Bundesamt für Landwirtschaft die Hauptabteilung Direktzahlungen und Ländliche Entwicklung. Seither leitet er die Dienststelle Landwirtschaft und Wald im Kanton Luzern. Der 55-jährige Böbner ist verheiratet, Vater von drei Töchtern und wohnt in Hasle (LU).

«Christoph Böbner bringt, neben seiner langjährigen Führungserfahrung im landwirtschaftlichen Umfeld, das notwendige Marktverständnis mit, um die erfolgreiche Geschichte von Swissgenetics zusammen mit dem Vorstand und den Mitarbeitenden weiterzuschreiben», schreibt Swissgenetics in einer Medienmitteilung.

11.10.2018 :: Sandra Steffen-Odermatt
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