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Verbauung Grüne: Zehn Jahre wurde geplant, nun wird entschieden
Verbauung Grüne: Zehn Jahre wurde geplant, nun wird entschieden Grünenmatt:

Die Schwellenkorporation Lützelflüh stellte das Hochwasserschutzprojekt Grüne vor. Zehn Jahre dauerten die Vorarbeiten. Nun steht die entscheidende Abstimmung bevor.

«Die öffentliche Planauflage für das Hochwasserschutzprojekt Grüne ist abgeschlossen. Nun möchten wir die Bevölkerung anhand der Pläne noch einmal über die geplanten baulichen Massnahmen orientieren. Dadurch soll es für die Mitglieder der Schwellenkorporation möglich sein, im Frühjahr 2018 einen sachlich korrekten Beschluss zum Projekt und dem benötigten Kredit zu fassen». Mit diesen Worten begrüsste Alfred Bärtschi, Präsident der Schwellenkorporation Lützelflüh, die gut 35 Anwesenden.

Demian Schneider, Bereichsleiter Tiefbau beim Oberingenieurkreis IV, orientierte über den Stand des Projektes und das weitere Verfahren. Die vielen Vorarbeiten bis zum nun vorliegenden Projekt – erschwert durch zwischenzeitlich ändernde Gesetzesbestimmungen – hätten nun über zehn Jahre gedauert. Er sei zuversichtlich, dass Kanton und Bund dem Projekt dereinst zustimmen und zusammen rund 75 Prozent der Kosten von 13,35 Millionen Franken übernehmen würden, meinte er. Zum Schluss seiner Ausführungen hielt er unmissverständlich fest: «Das ist nicht ein Projekt des Kantons, sondern der Schwellenkorporation Lützelflüh. Es liegt nun an ihr, zu entscheiden, ob sie die Investition in einen für Jahrzehnte verbesserten Hochwasserschutz tätigen will».

«Vorbeugen ist besser als heilen»

Nach einem grossen Schadenereignis sei die Bereitschaft aller Beteiligten jeweils gross, rasch und massiv zu verbauen. Grünenmatt und Ramsei seien bisher glücklicherweise von einem Grossereignis verschont geblieben und da brauche es mehr Überzeugungsarbeit bei allen Grundeigentümern für ein wirksames Schutzprojekt, erklärte Beatrice Herzog vom gleichnamigen Ingenieurbüro. Sie hielt abschliessend fest: «Aus Schaden wird man klug, aber vorbeugen ist besser als heilen». 

Alfred Bärtschi konnte auf verschiedene Voten, die Änderungs- und Verbesserungsvorschläge betrafen, nicht eintreten. Er verwies auf das abgeschlossene Auflageverfahren und betonte, dass es nun an den Mitgliedern der Schwellenkorporation liege, im kommenden Frühjahr zum Projekt und dem benötigten Kredit abschliessend Stellung zu nehmen. «Bei einem Nein werden wir sicher nichts mehr unternehmen, ausser die bisher aufgelaufenen erheblichen Planungskosten bezahlen. In diesem Fall muss dann jeder Grundeigentümer selber entscheiden, was er machen will». Das sei dann Privatsache und müsste auf eigene Kosten geschehen, folgerte er.

Umfassender Schutz für Grünenmatt und Ramsei

Das Hochwasserschutzprojekt Grüne umfasst eine Verbauungsstrecke von 3,4 Kilometern. Sie beginnt bei der Gemeindegrenze Sumiswald-Lützelflüh beim Fürtenschachen und reicht bis zur Einmündung in die Emme bei Ramsei. Die Kernstücke des Projektes liegen in den beiden Siedlungsgebieten Grünenmatt und Ramsei. Da das enge Gerinne nicht verbreitert werden kann, sind Maueraufbauten und teilweise erhebliche Sohlenabsenkungen vorgesehen, vor allem im Bereich von Brücken. Im Landwirtschaftsgebiet können Überflutungen stattfinden. Dämme leiten das Wasser dann wieder in die Grüne. Die Kosten sind mit 13,35 Millionen Franken veranschlagt. Die Arbeiten sollen Ende 2020 starten und fünf Jahre dauern.


 

07.12.2017 :: Walter Marti
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