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Urs Imhof macht auch aus harten Nüssen ein cremiges Mus
Urs Imhof macht auch aus harten Nüssen ein cremiges Mus Trub:

Für Urs Imhof sind Nüsse ein Genuss. Er stellt Mus her, das er neu auch auf dem Langnau- Märit verkauft. Damit spricht er vor allem Menschen an, die ihre Ernährung verändern wollen.

Nüsse gelten als Alternative für tierische Eiweisse und Fette. Dies macht sich Urs Imhof zu Nutze, basiert seine Ernährung doch seit Jahren vorwiegend auf pflanzlicher Kost. Als strengen Veganer bezeichnet er sich aber nicht. «Wenn ich Lust auf ein Ei habe, esse ich es auch. Honig lehne ich ebenfalls nicht ab.» Obwohl er überzeugt ist, dass eine rein pflanzliche Ernährung für den Menschen das Gesündeste ist, ist er nicht mit religiösem Eifer unterwegs. «Ich will niemanden zum Veganismus bekehren, sondern vielmehr neue kulinarische Ideen einbringen», betont Urs Imhof. Wenn jemand seine Essgewohnheiten umstellen wolle – umso besser. Dabei spielten Nüsse eine wichtige Rolle. «Sie schmecken gut und sind, mit Mass genossen, gesund.» So seien zum Beispiel Mandeln gute Kalzium- und Mineralstoffquellen und Cashewnüsse ein guter Magnesium- und Phosphorlieferant. Zudem enthielten Nüsse mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Vitamine.

 

Auf dem Märit in Langnau und Bern

Urs Imhof stellt seit 2009 selber Nussmus her, zuerst unter dem Namen Eden-Cream, seit kurzem – nach einem Markenstreit – unter der Bezeichnung Manhu. Diese kommt aus dem Hebräischen und heisst «Was ist das?». «Das fragen mich viele Leute, wenn ich ihnen meine Produkte zeige.» Die Nüsse bezieht er von Grossisten oder importiert sie direkt vom Produzenten. Sie stammen aus Ländern wie Italien, Indien oder der Türkei und entsprechen den Bio-Richt-linien der EU. Pro Jahr verarbeitet er ein paar Tonnen Mandeln, Cashew-, Kokos- und Haselnüsse zu purem Mus. In einer Maschine werden die Kerne von Mahlsteinen zerrieben. «Damit das Mus fein und cremig wird, dauert es pro Kilogramm eine Stunde», erklärt Urs Imhof. Danach wird die Masse in Gläser abgefüllt. Der Verkauf läuft übers Internet und es werden Bioläden beliefert. Seine Frau bietet die Produkte zudem jeden Dienstag auf dem Märit in Bern feil. Nachdem der erste Auftritt am Kalten Märit in Langnau letzten November erfolgreich war, planen die Imhofs, dieses Jahr an jedem Markt einen Stand zu betreiben. 

Seinen Kundenstamm, der heute hauptsächlich aus Veganern, Vegetariern und Rohköstlern besteht, will Imhof erweitern. «Nüsse können auch in der konventionellen Küche als Ergänzung verwendet werden.» Nussmus ersetze beispielsweise Butter und könne als Brotaufstrich, eventuell mit Kräutersalz oder Honig ergänzt, genossen werden. Cashew- und Mandelmus eigne sich mit Wasser vermixt als Milch- oder Rahmersatz etwa in Saucen oder Müsli.

 

Produktion im ehemaligen Schulhaus

2006 haben Urs Imhof und seine Frau Josy das 2005 geschlossene Schulhaus Brandösch in Trub gekauft. Dort sind ihre drei Söhne aufgewachsen; unterrichtet haben die Eltern die Kinder selber. Parallel dazu hat Imhof angefangen, Nussmus herzustellen und zu verkaufen. «Die ersten vier, fünf Jahre haben wir knapp überlebt», gibt der heute 54-Jährige unumwunden zu. Nun sei er aber zuversichtlich, unter der neuen Marke Manhu erfolgreich geschäften zu können. «Wir sind dabei, die Produktion und die Prozesse zu optimieren, um den Umsatz mittelfristig zu verdoppeln.» 

Das Sortiment werde er laufend erweitern, führt Urs Imhof aus. Dazu brauche er aber ein, zwei Maschinen mehr. Wie er diese bauen will, weiss der Elektroingenieur bereits. Weiter schwebt ihm vor, die Räume im ehemaligen Schulhaus besser zu nutzen und Seminare und Workshops für gesunde Ernährung sowie persönliche Beratungen anzubieten. Als zweites Standbein könnte er sich vorstellen, sich im Bereich der alternativen Energien zu betätigen.

07.02.2019 :: Silvia Ben el Warda-Wullschläger
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