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Universiade: «Wir wollen eine Medaille»
Universiade: «Wir wollen eine Medaille» Curling:

Heute Donnerstag ist die 22-jährige Langnauerin Mara Grassi mit der Schweizer Delegation unterwegs nach Krasnoyarsk an die Universiade. Mit Freude und gewissen Erwartungen.

Eigentlich wollte die Medizin-Studentin das Spitzen-Curling vorerst auf Eis legen, sich von einer Operation erholen und aufs Studium konzentrieren. Als jedoch die Anfrage von ehemaligen Mitspielerinnen kam, entschied sie sich um. «Im September haben wir uns für die Universiade qualifiziert. Das Training mussten wir gut organisieren, da es nebst allen anderen Verpflichtungen nur für ein Teamtraining pro Woche reichte. Seit September sind gut 30 Teamtrainings zustande gekommen.» Die zehn Curling-Juniorinnen-Teams, die an der Universiade teilnehmen dürfen, spielen nach dem System «Round Robin». Das heisst: Jedes Team spielt gegen jedes. Am Sonntag, 3. März, beginnt die erste Runde. Die vier Besten spielen dann noch im Playoff-Modus um die Medaillen-Plätze. Der Final findet am Sonntag in einer Woche, am 10. März statt. 

 

Vergleichbar mit einem 60-Meter-Sprint

Die grösste Herausforderung ist die mentale Stärke, erklärt der Ausbildungsleiter des Curling Klubs Emmental und Mara Grassis Wegbereiter Gabriel Hutzli. «Beim Unihockey kann ein Spieler mit einem schlechten Tag während des Matchs mal auf die Bank, aber die Curling-Spieler müssen ihre Steine spielen, so oder so.» Auch der Fitness-Anteil sei während der letzten Jahre stetig grösser geworden. Die Schnellkraft, die es brauche, um die Bahn vor dem Stein freizuwischen, sei vergleichbar mit einem 60-Meter-Sprint. Für die Langnauerin Mara Grassi kein Problem. Sie spielt seit 14 Jahren Curling, seit gut fünf Jahren ist sie ambitionierte Spitzensportlerin. «Während meiner ersten Saison bei den Juniorinnen A habe ich meinen Studiums-Beginn verschoben, damit ich mich ausschliesslich auf das Curling-Spielen konzentrieren kann». Die 21-Jährige, die dank ihrer Schwester zum Curling gekommen ist, musste schon relativ früh weg vom heimischen Klub, um mit ihresgleichen zu trainieren. «Es ist sehr schwierig in der Schweiz Team-Kolleginnen zu finden, die das gleiche Ziel haben und bereit sind den gleichen Einsatz dafür zu leisten», beschreibt auch Hutzli die Schwierigkeit, die er mit dem Nachwuchs hat. Deshalb sei es unabdingbar, schon früh über die Vereinsgrenzen hinauszuschauen, um Gleichgesinnte zu finden. «Der Curling Klub Emmental ist auf jeden Fall stolz, ein Mitglied zu haben, das an der Universiade teilnehmen darf», hält der Vizepräsident des Klubs fest. 

 

Highlight der Sportlerkarriere

Für einige der Athleten ist eine Universiade der Startschuss in die Sportlerkarriere, so haben beispielsweise Ramon Zenhäusern oder Patrizia Kummer ihre ersten internationalen Erfahrungen so gemacht. Für viele der Studenten wird die Universiade allerdings ein einmaliges Highlight der Sportlerkarriere sein. Bei Mara Grassi herrscht derweil mehr Freude als Nervosität, obwohl es für sie und ihre Curling-Kolleginnen das erste internationale Turnier sein wird. «Es ist eine grosse Sache. Wirklich realisiert haben wir das erst letzten Mittwoch, als wir mit den anderen 100 Athletinnen und Athleten der Schweizer Delegation den Athletentag hatten. Es ist toll, die Schweiz repräsentieren zu können.» An dem Tag wurden die jungen Sportlerinnen und Sportler, die allesamt ein Studium absolvieren, von den Verantwortlichen des Swiss University Sports eingekleidet und über ihre Gastgeber, Russland, informiert. Zusätzlich wurden seitens des Verbands darauf hingewiesen, dass das Medieninteresse an den Schweizern grösser sein könnte, weil die Schweizer Delegation das Aushängeschild ist für die nächste Winteruniversiade, die im 2021 in Luzern stattfinden wird. Auch für Mara Grassi und das Curling-Team könnte 2021 ein Ziel sein; vorerst konzentrieren sie sich auf diese Universiade: «Klar, die Erwartungen sind hoch aber, wenn man schon an so einem Anlass teilnehmen darf, will man auch eine Medaille», erklärt die Langnauerin mit sympathischem Nachdruck. 

28.02.2019 :: Olivia Portmann
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