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Unheimliche Masken, liebliche Schürzen
Unheimliche Masken, liebliche Schürzen Trubschachen:

In der Woche vor den Sommerferien fanden im Rahmen der Kunstausstellung Führungen und Ateliers für Schulklassen statt. Die «Wochen-Zeitung» war dabei. 


 

Was kann das wohl sein? Ein Schiff von unten, ein Teil eines Schwertes, oder ganz einfach ein Stein? 21 Kinder der ersten und zweiten Klasse aus Grosshöchstetten betrachten das Bild «Eremit» der Langnauer Künstlerin Regine Ramseier. An der Führung durch das Schulhaus Dorf anlässlich der 20. Kunstausstellung Trubschachen dürfen die aufgeweckten Mädchen und Knaben ihrer natürlich sprudelnden Fantasie freien Lauf lassen. So wird es möglich, dass Regine Ramseiers sanft nuancierten, blau-grauen Farbtöne plötzlich zu klingen beginnen.

Dieser Ausflug nach Trubschachen bildet den Höhepunkt des Quartalthemas «Kunst» in den Fächern NMM und bildnerisches Gestalten, wonach die Klassenlehrerin Monika Stifel und Helene Röthlisberger seit den Frühlingsferien ihren Unterricht ausrichteten. «Wir haben die Kinder bereits mit Klee, Kandinsky und Van Gogh auf Bildbetrachtungen vorbereitet», erzählt Helene Röthlisberger. «Daneben liessen wir sie unterschiedlichste Techniken, etwa mit Pastellkreiden, Gouache oder Neocolor ausprobieren», ergänzt Stifel.

Die Freude des Entdeckens

Den Rundgang durch das Schulhaus Dorf leitet die Künstlerin Mirjam Helfenberger, die selbst mit sechs Bildern an der Kunstausstellung Trubschachen vertreten ist. Mit pädagogischem Flair führt sie die Kinder sowohl an abstrakte als auch gegenständliche Kunstwerke heran. Nachdem sich die belustigte Aufregung um die nackten Frauen auf den Bildern von Ueli Güdel etwas gelegt hat, stimmt sie den Kanon «Hejo, spann den Wagen an, denn der Wind treibt Regen übers Land» an. Damit leitet sie die Aufmerksamkeit auf Güdels idyllischen Szenen mit dem Titel «Heuet».

Schliesslich gelangt die Klasse in das Zimmer mit den Bildern von Mirjam Helfenberger. Hier dunkelt sie den Raum ab und beginnt zu ihrem Werk «Die Perkussionisten in mir» mit den magischen Klängen eines Glockenspiels kleine Geschichten zu erzählen: «Schaut her, die sehen ja fast aus wie Schwingerkönige. Vielleicht kommen sie von einem anderen Planeten. Habt ihr die Trauben, Vögel und Schwäne auf ihren Schürzen gesehen?» Nach dieser Sequenz leitet Mirjam Helfenberger die Kinder an, dass sie nun selbst entweder eine Schürze oder eine Maske entwerfen dürfen. Der kreative Teil beginnt. 

«Damit kann ich Leute ausspionieren»

Voller Eifer und Konzentration stehen die Kinder nun an den Hobelbänken im Atelierkeller des Schulhauses Dorf. Hier entsteht eine Schürze voller Herzen, da zeichnen sich Umrisse einer tierischen Maske ab. «Das wird eine Mischung aus einem ‹Muni› und einem Stier», sagt Lars. Am Tisch nebenan gestaltet Angelina einen frohen Farbenmenschen. Noah wiederum vollendet gerade seine unheimliche Verbrechermaske. «Damit kann ich dann Leute ausspionieren», sagt er spitzbübisch.

Zum Abschluss dürfen sich die Kinder auf freiwilliger Basis einzeln präsentieren. Da gibt es viel zu -lachen, als plötzlich ein gefährlicher Narbenräuber zum Vorschein kommt oder ein Mädchen mit einer roten, gehörnten Maske ruft: «Ich bin
der Teufel.» Die künstlerischen Resultate sind neben der Freude der Kinder die klarsten Beweise, dass die Kunstvermittlung an der 20. Kunstausstellung Trubschachen durchaus gelungen ist. 


 

13.07.2017 :: Stephan Ruch
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