Anmelden
Temporausch, viel Spass und gut organisierte Arbeit
Temporausch, viel Spass und gut organisierte Arbeit Seifenkistenrennen:

 

Zum 16. Mal organisierte die Konolfinger Pfadi «Kuonolf» das Seifen-kistenrennen in Niederhünigen. Bei bestem Wetter rasten die Gefährte bergab.


Messen, wägen, fachsimpeln – wer am Sonntag beim Start der Schweizer-Seifenkisten-Meisterschaft teilnehmen wollte, musste am Samstag in Niederhünigen zur Lizenzvergabe antreten. Je nach Kategorie – es gibt deren acht – gelten unterschiedliche Masse, Gewichte und Bauvorgaben für die Seifenkisten. Die eingefleischten Fahrer touren mit ihren Seifenkisten im Anhänger verpackt und mit dem Wohnmobil in der ganzen Schweiz von Rennen zu Rennen und fahren sogar ins Ausland, um am Europacup teilzunehmen. 

Aber zurück nach Niederhünigen. Nebst den lizenzierten, fahren hier auch zwei Kategorien ohne Lizenz: die Gäste und die Einheimischen. «Das sind Fahrer, die nur einmal im Jahr fahren. Ihre Fahrzeuge müssen nicht geprüft werden, obligatorisch sind aber: Helm, Handschuhe und Bremsen», erklärt der OK-Chef Michael «Miggu» Weibel. Während auf dem Schulhausplatz nun also die Seifenkisten der Hobbyfahrer geprüft wurden, ging es auf der Strecke zwischen dem Holz und Niederhünigen schon hoch zu und her. Von der Pfadiabteilung sei dies der Anlass, an dem alle mobilisiert werden, erzählt «Miggu». Vom kleinsten Biber über die Pfader bis zu den Leitern und natürlich auch die Eltern. Der Anlass und die dazugehörende Arbeit will gut organisiert sein. Die Diskussionen mit den Bauern und der Gemeinde würden jeweils schon kurz nach dem Rennen für das kommende Jahr beginnen, schildert OK-Chef Michael Weibel die Vorbereitung. Die Sponsoren würden im Januar angefragt werden. «Das sind unsere sicheren Einahmen», gibt Weibel unumwunden zu. Die Einahmen kommen der Pfadiabteilung zu Gute, sei es um neues Material zu kaufen oder auch mal um ein Lager zu unterstützen.

 

Festwirtschaft und Schikanen

Zu tun gibt es mehr als genug: Die Festwirtschaft am Start und in der Mittelkurve müssen aufgebaut und betrieben werden, dann braucht es Helfer, welche die Strecke sichern und am Tag des Rennens braucht es die Schikanen-Verschieber, die Funktionäre, Streckenposten und natürlich auch die Shuttle-Fahrer. «Wir haben ein sehr gutes Einvernehmen mit der Gemeinde und den Bauern, so können wir die Strasse am Sonntag von 06.00 Uhr bis 18.00 Uhr sperren, um die nötigen Sicherheitsabsperrungen aufzustellen und die Schikanen für das Rennen aufzubauen. 150 Strohballen haben wir entlang der Strecke  angebracht, und gefährliche Stellen für Zuschauer gesperrt. Weil wir heuer viel Raps links und rechts der Strecke haben, stellte uns ein Bauer gar ein «Brügiwagen» zur Verfügung, damit die Kinder draufstehen können», zählt OK-Chef Weibel die Sicherheitsvorkehrungen auf. Gut 50 Fahrer haben sich schlussendlich angemeldet und standen am Sonntag pünktlich um 08.30 Uhr bereit um, vom Zugfahrzeug bis zum Start hochgekart zu werden. Vor dem Start gabs ein kurzes Fahrerbriefing, und dann gings los. Die Schnellsten brauchten etwas weniger als eine Minute, die etwas Langsameren gut anderthalb Minuten, um die knapp ein Kilometer lange Strecke hinunter zu sausen. Vom sechsjährigen Piloten bis zu älteren Semestern, Männer und Frauen, alle hatten Freude und kamen, ob alleine oder zu zweit im Wagen, unfallfrei ins Ziel. «Bisher hatten wir einen Unfall, daraus haben wir gelernt, wir schützen die Zuschauer nun mit doppelten Wänden und sperren gar einen Teil der Strecke», berichtet «Miggu». «Dass dennoch mal ein Fahrer in eine Schikane rast, kann passieren, ist aber meistens unproblematisch». Auf der Strecke in Niederhünigen erreichen die schnellsten Fahrer eine Maximalgeschwindigkeit von gut als 50 Stundenkilometer.

 

Kunsteinlage im letzten Lauf 

Natürlich sei man ambitioniert, wenn man an den Start gehe, gaben verschiedene Fahrer zu Protokoll. Dies weniger der Zeiten wegen – die Fahrer haben je drei Läufe und zur Rangierung werden die zwei Schnelleren zusammengezählt – sondern viel mehr sei die Hauptsache unfallfrei und mit viel Spass die Strecke hinunterzukommen. Die Freude war durchaus spürbar, so erlaubten sich die einen Fahrer im letzten Lauf gar noch eine Kunsteinlage mit Piroutte, zur grossen Freude der Zuschauermenge, in der Festwirtschaftskurve. Auch bei der Rangverkündigung sah man, das die Freude im Vordergrund stand. Es wurde nach links und nach rechts gratuliert ohne sich gross darum zu kümmern, wer auf welchem Podestplatz zu stehen kam. 

Videoclip

Den Videoclip zum Seifenkistenrennen finden Sie auf der Website der «Wochen-Zeitung» oder auf der Facebook-Seite: www.wochen-zeitung.ch www.facebook/1.wochenzeitung



10.05.2018 :: Olivia Portmann
Meistgelesene Artikel
«Mehr Zeit für die Familie, ­darauf freue ich mich sehr»
Schwingen: Nach seinem Rücktritt vom Spitzensport redet der dreifache Eidgenosse Matthias Siegenthaler...
Kolumne: So heisst es im berühmten Jodellied von Franz Stadelmann. Immer wieder begegnet man diesem...
«Eigentlich bin ich eine kleine Perfektionistin»
Escholzmatt: Lina Krummen-acher ist fasziniert von der Kunst des Schönschreibens. Die Schreibutensilien...
Ich hätte eine andere Überschrift wählen können – wie etwa: «Das...
Paschtete mit Lerche! Wünsche e Guete!
Es isch scho no spannend, dass grad d Paschtete beliebt sy gsy. By üs gits das ender...
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr