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Tango-Feeling und Lerchengesang
Konolfingen:

Das Orchester Konolfingen wählte für sein Sommerkonzert Musik aus dem 20. Jahrhundert und verschiedene Tangos aus. Ein nicht
alltägliches Musikerlebnis.



Wie bereits beim Kirchenchor vor drei Wochen waren im zweiten Teil des Konzerts verschiedene Tangos zu hören. Im ersten Teil dagegen waren es nicht barocke Werke, sondern solche aus dem 20. Jahrhundert. Von Darius Milhaud erklang als erstes die kleine Suite, welche die Verherrlichung Molières im Himmel beschreibt. Frederick Delius, dessen Schaffen von der Schönheit der Natur geprägt war, komponierte das Stück «Der erste Kuckuck im Frühling» und Ralph Vaughan Williams vertonte das Gedicht «Die aufsteigende Lerche». Der Kuckucksruf im Orchesterstück war von verschiedenen Instrumenten immer wieder zu hören. Besonders brillant, wie bei allen Darbietungen, spielte das grosse, zugezogene Bläser-
ensemble. Eine erste Kostprobe ihres Könnens gab die Violinistin Mirjam Tschopp bei der Interpretation von «Die aufsteigende Lerche»: Mit ausgefeilter Technik, einem starken Vibrato und mit der Ausreizung des Geigenbogens bis zum letzten Quentchen konnte sie das Klangbild der Lerche ausgezeichnet vermitteln. 

Tangos und Dirigent aus Argentinien

Zu Beginn des zweiten Teils wurde vom berühmten Tangokomponisten Astor Piazzolla «Ave Maria» gespielt. Es folgten vom gleichen Komponisten drei Tangos, die alle als Hommage an je einen berühmten Tango-Geiger geschrieben wurden. Dirigent Roberto Fabbroni, ein gebürtiger Argentinier, wusste natürlich um die Klippen und Besonderheiten des Tango-Nuevo, der nicht getanzt wird, sondern als Musik zum Zuhören gedacht ist. Seine Ehefrau Mirjam Tschopp spielte die drei anspruchsvollen Ehrungen glanzvoll, virtuos und mit einer unglaublich scheinenden Technik. «Adios Nonino», das dritte Werk von Piazzolla, brachte melancholische Melodien zum Erklingen, bevor mit «El Firulete», einem Werk von Mariano Mores für Bläser und Perkussion, wieder fröhliche Weisen erklangen.

Der Abschluss war «A Fuego Lente» vorbehalten. Dieses von Horacio Salgan komponierte Werk gilt als Höhepunkt des instrumentalen Tangos. Mit viel Spielfreude interpretierte das Orchester das schwierige Stück souverän und setzte dann nach einer Tango-Zugabe den Schlusspunkt unter ein abwechslungsreiches, nicht alltägliches Musikerlebnis.  

 


15.06.2017 :: Jürg Streit
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