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Tango als Quelle ewiger Schönheit
Langnau: Das 676 Nuevotango Oktett mit Daniel Zisman, Violine, und Michael Zisman, Bandoneon, bescherte dem Publikum des vierten Kammermusikabends unvergessliche Momente. 
Astor Piazzolla (1921-1992) hat mit seiner Musik den Tango geadelt und aufs Podest gehoben. Dabei hat der Komponist, der unter anderem bei Nadia Boulanger in Paris studierte, den Tango keineswegs geglättet, sondern vielmehr seine Eigenschaften hervorgehoben. Pablo Neruda ver-
glich die Musik Piazzollas mit einem alten Kleidungsstück, «voller Falten, Speiseflecken und Scham, Schocks und Idyllen». Mit Piazzollas Musik vertraut ist Daniel Zisman. Der Geiger wurde in Buenos Aires geboren und lernte den Tango durch seinen Lehrer kennen, der im legendären Quintett von Piazzolla mitspielte. Die Musik seiner Heimatstadt bedeutet für Daniel Zisman, der seit langem in Bern lebt, «eine Quelle ewiger Schönheit». In den Neunzigerjahren begann er selber, Tangos zu spielen. Sein ers-
tes Ensemble hiess «Tango 7», später gründete er das 676 Nuevotango Quintett mit seinem Sohn Michael am Bandoneon. Das Harmonikainstrument gilt als die Seele des Tangos.

Klagend und brillant

Piazzollas Musik, die durch das nächtliche Buenos Aires führt, an Strassen, Parks und Hinterhöfen vorbei, ist so vielfältig, dass sie von verschiedenen Formationen gespielt werden kann. Das Konzert in Langnau mit acht Instrumenten versprach besonders farbig zu werden. Das Bandoneon, sanft klagend und scharf brillant, war unbestritten die Primadonna des Abends und Michael Zisman der meist bewunderte Solist. Die anderen Instrumente erhielten jedoch auch ihren Platz. Viele glänzende Soli hatten das Klavier und die Gitarre, gespielt von Gerardo Vila und Sébastien Fulgido. Am Bass begeisterte Winfried Holzenkamp. Auch die Begleit-
instrumente, die Streicherinnen und Streicher, bereicherten die Klangpalette mit Kratzgeräuschen und hübschen Farbtupfern (Franziska Grütter, Violine; Regina Salzmann Trottmann, Viola; Annapaola Zisman-Jacomella, Violoncello). Daniel Zisman schliesslich spielte mit einem unbeschreiblich weichen, süssen Geigenton und steuerte den Soli viel Glanz bei.
Der Auftritt des 676 Nuevotango Oktetts in Langnau darf als Sternstunde bezeichnet werden. Die Musik von Astor Piazzolla entfaltete ihre Schönheit und blieb doch Geheimnis. Ein wunderbares Geschenk. Muchas gracias! 
09.03.2017 :: Bettina Haldemann-Bürgi
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