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SVP und FDP können die CVP kaum überholen – aber etwas ärgern
SVP und FDP können die CVP kaum überholen – aber etwas ärgern Kanton Luzern:

Nun liegen die Karten für die Kantonsratswahlen vom 31. März auf dem Tisch. Kann die CVP Entlebuch vier von sieben Sitzen halten? SVP und FDP blasen zum Angriff.

«Wir wollen einen zweiten Sitz.» Kurz und bündig gibt Rolf Binggeli, Präsident der FDP Wahlkreis Entlebuch, dieses Ziel bekannt. Bei den Kantonsratswahlen vor vier Jahren holte die FDP im Entlebuch einen der sieben Sitze. Damals konnte sie auf das Zugpferd Guido Bucher setzen. Nach 13 Jahren Kantonspolitik wird Bucher nicht mehr antreten. «Wir haben eine gute Liste mit zwei Frauen», sagt Binggeli, welcher betont, dass auch ein Landwirt auf der FDP-Liste stehe. Wem möchte die FDP, welche vor vier Jahren hinter der CVP und der SVP die drittstärkste politische Kraft im Entlebuch war, einen Sitz abknöpfen? «Unser Ziel ist vor allem Nicht-Wähler abzuholen», gibt sich Rolf Binggeli diplomatisch. 

Auf der Liste der FDP stehen «nur» sechs Namen, auch geht die Partei nicht mit einer Jung-Partei zusätzlich an den Start. 

SVP: zwei volle Listen 

Mit zweimal sieben Kandidierenden tritt die SVP an, die ihr Glück vor vier Jahren mit nur einer Liste versucht hatte. «Mit der Jungen SVP versuchen wir logischerweise vor allem jüngere Wähler anzusprechen», erklärt Stefan Dahinden, Präsident der SVP Wahlkreis Entlebuch und selber Kandidat für den Kantonsrat. «Wir haben Freude an unserer Nachwuchsgruppe. Die Grossen merken, dass engagierte Leute nachrücken.» Auch dank der zweiten Liste möchte die SVP, welche 2015 gut 27 Prozent der Stimmen holte, zulegen – und einen dritten Sitz gewinnen. Auf Kosten wessen Partei? «Die CVP konnte sich den vierten Sitz bei den letzten Wahlen nur dank des Restmandats sichern», hält der SVP-Präsident fest. Er ist sich bewusst, dass für den Gewinn eines dritten Sitz’ ein recht grosser Zuwachs nötig ist. «Wenn man die letzten Abstimmungen anschaut, sieht man, dass das Entlebuch oft so wie die SVP abgestimmt hat», nennt Dahinden einen Grund, welcher für die SVP spreche. «Zudem haben wir mit Vroni Thalmann und Bernhard Steiner zwei Bisherige, die sich im Kantonsrat stark engagieren und populär sind.» 

CVP mit drei Bisherigen  

Gleich auf drei bisherige Kantonsräte kann die CVP zählen – einzig Josef Dissler, seit 2003 im Kantonsparlament, tritt nicht wieder an. «Unser Ziel lautet, die vier Sitze zu halten», erklärt Hans Lipp, welcher selber seit vier Jahren im Kantonsrat politisiert und Wahlkreispräsident der CVP ist. Auf der Liste der Jungen CVP ist auch seine Tochter, Corina Lipp, zu finden. «Wir versuchen mit den jungen Kandidatinnen und Kandidaten auch jüngere Bürgerinnen und Bürger zu mobilisieren. Auf der Liste der «Grossen» stehen mit Sonja Schumacher und Gabriela Schnider-Schnider  nur zwei Namen von Frauen. «Wie andere Parteien haben auch wir eher Mühe, Frauen zu finden, welche sich eine Kandidatur vorstellen könnten», sagt Hans Lipp. Insgesamt zeigt er sich aber zufrieden mit den Namen auf der Liste: «Wir haben einen guten Branchenmix und Vertreter aus allen Regionen des Entlebuchs.»  

Die CVP beabsichtigt, ihre Vormachtstellung im Entlebuch mit der Strategie «Strasse statt Sääli» zu verteidigen. In verschiedenen Aktionen wolle man auf aktuelle Themen hinweisen, bei denen sich die Partei engagiere. Als Beispiele nennt Hans Lipp das Thema Sicherheit, aber auch die Gesundheitskosten, welche nicht weiter steigen dürften. «Für das Entlebuch zentral sind weiter auch Erschliessungen, für die sich die CVP einsetzt», so Lipp.

SP und Grüne: Präsenz zeigen und unterstützen

SP und Grüne haben im Entlebuch nach wie vor einen schweren Stand. Bei den Kantonsratswahlen vor vier Jahren holten sie je rund drei Prozent der Stimmen. 

Trotz der Aussicht, auch heuer im Wahlkreis Entlebuch kaum einen Sitz holen zu können, will die SP den Wahlkampf ernsthaft angehen, wie Barbara Bühlmann erklärt, welche selber auch kandidiert. «Es gibt viele Themen, welche die Leute auch hier interessieren, aber kaum von den
anderen Parteien angesprochen werden.» Die wären? «Etwa die rücksichtslose Finanzpolitik, bei der gerne in Bereichen gespart wird, welche kaum eine Lobby haben», nennt Barbara Bühlmann ein Beispiel. Dazu gehörten nicht nur Menschen mit tiefen Einkommen, sondern auch das Entlebuch, dass zu Unrecht als Randregion behandelt werde. 

Wahlverbund mit Willisau

Ganz wirkungslos sind die SP-Stimmen nicht. Weil die Wahlkreise Entlebuch und Willisau verbunden werden, helfen Entlebucher SP-Stimmen, den dortigen Sitz der SP zu verteidigen. 

Das gleiche Ziel verfolgen die Grünen, die mit der SP eine Listenverbindung eingegangen sind. «Weiter möchten wir den Achtungserfolg von vor vier Jahren wiederholen», erklärt Roman Brusa, einer der sechs Kandidierenden. «Wir setzen im Unterschied zu anderen Parteien auf eine längerfristige Politik, was im Wahlkampf halt nicht so auffällt. Aber unsere Werte betreffen auch die
Menschen hier im Entlebuch.»

31.01.2019 :: Bruno Zürcher
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