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Summen die Bienen im Kasten, freut sich des Imkers Herz
Summen die Bienen im Kasten, freut sich des Imkers Herz Bleiken:

Karin und Herbert Lüthi verbringen praktisch ihre ganze Freizeit mit ihrer grossen Leidenschaft: Die beiden Imker betreuen bei der Eichweid, Falkenfluh, 26 Bienenvölker.



«Eigentlich sind wir ja noch Neu- Imker», betont Herbert Lüthi. Er und seine Frau haben erst in den vergangenen drei Jahren den Bienenkurs für Neu-Imker besucht. Aber fasziniert hätten die Bienen sie natürlich schon viel länger. Bei Herbert Lüthi wurde das Hobby eigentlich in der Familie weitergegeben. Sein Vater hielt bereits in den Fünfzigerjahren Bienenvölker neben seinem Elternhaus. Auch dessen Bruder Ernst Lüthi startete 1966 mit einem eigenen Bienenhaus gerade nebendran. Der Onkel habe vor einigen Jahren einen Nachfolger gesucht für die zwei Bienenhäuser. Karin Lüthi betont, sie hätten viel vom Wissen des heute 91-Jährigen profitieren können. Die Zahl der Völker ist von 14 auf heute 26 gestiegen.

Keine Zeit für Ferien

Rosmarie Stucki ist Kursleiterin beim Bienenzüchterverein Oberdiessbach und Umgebung. Die Lüthis haben bei ihr den Kurs besucht, der verteilt auf zwei Jahre während 18 Halbtagen durchgeführt wird. «Wir haben in den vergangenen Jahren vom Boom profitiert», zieht sie Bilanz. Das Interesse an der Bienenhaltung sei sehr gross, und auch gerade Frauen hätten sich vermehrt für die Kurse angemeldet. «Da viele Arbeiten sehr wetterabhängig sind, können Frauen oft flexibler zur Stelle sein.» Viele Einsteiger unterschätzten aber den Zeitaufwand. Längere Ferien buchen zwischen April und August könne man eigentlich vergessen.

Durch das Bienenjahr

Herbert Lüthi arbeitet als Dachdecker und verbringt praktisch seine ganze Freizeit im Bienenhaus. Je nach Jahreszeit oder Wetter erledigen er und seine Frau die verschiedensten Arbeiten. «Schon durch den Winter kontrolliere ich die Flugbretter. Liegen tote Bienen herum? Fliegen die Bienen an warmen Tagen?» Drinnen im Bienenhaus hört man, wie die Bienen im Kasten summen. Das sei ein gutes Zeichen. Auch verrate Kondenswasser, ob schon Brut vorhanden sei. «Im März wintern wir die Bienen aus. Dann verschaffen wir uns einen Eindruck davon, wie es den Völkern geht und wie sie den Winter überstanden haben.» Herbert Lüthi ist froh, dass sie in den vergangenen Wintern praktisch keine Verluste erlitten haben. Im April kontrollieren Karin und Herbert Lüthi die Brut, dann werden frische Mittelwände zur Wabenbildung eingesetzt. Wenn im Mai oder Juni die Bienenvölker schwärmen, werden die neuen Völker zum Teil an abenteuerlichen Orten eingefangen. Herbert Lüthi würde jedoch aus Angst vor Krankheiten keine fremden Schwärme in seinen Bienenstock übernehmen. Je nach Zustand der Völker müsse man Zuckersirup füttern, natürlich auch vor dem Winter während längerer Zeit. Gegen die Varroamilbe behandle man die Völker regelmässig in brutfreiem Zustand mit Oxalsäure. «Vielleicht dürfen wir dann Ende Juni oder Anfang Juli mit Waldhonig gefüllte Waben entnehmen und schleudern.»

Freude kann man nicht lernen

Die Lüthis haben nicht nur viel Wissen, sondern auch den Kundenstamm von Onkel Ernst übernommen. Aber die Faszination an diesem «wunderbaren Hobby», die Freude an den abwechslungsreichen Tätigkeiten, die kann auch in einem Kurs kaum erlernt werden. Die ist bei der Familie Lüthi einfach vorhanden.

 

Am 17./18. Juni wird der sechste Berner Bienentag durchgeführt. Viele Bienenzuchtvereine beteiligen sich an diesem Wochenende mit verschiedenen Aktivitäten, zum Beispiel einem Tag der offenen Tür oder einem Imker-Brunch. 


15.06.2017 :: Kathrin Schneider
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