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Stucki siegt, Zaugg und Wälti hören auf
Stucki siegt, Zaugg und Wälti hören auf Schwingen: Christian Stucki gewinnt den Kemmeriboden-Schwinget 2016. Im Schlussgang gewinnt Stucki gegen Thomas Zaugg aus Schangnau. Zaugg beendet seine Karriere wie auch Christoph Wälti aus Vechigen.
Eine sehr erfolgreiche Schwingerkarriere geht zu Ende. Der 36-jährige Schangnauer Thomas Zaugg gibt seinen Rücktritt vom aktiven Schwingsport an seinem Heimfest im Kemmeriboden bekannt. Der sympathische Sennenschwinger im blauen Hemd und stets mit Hosenträgern holt sich in der Karriere 110 Kränze, darunter viermal eidgenössisches Eichenlaub. Mit seinen acht Kranzfestsiegen ist Zaugg der absolut erfolgreichste Schwinger aus dem Emmentalischen Schwingerverband. Ein Höhenpunkt in der langen Karriere des gebürtigen Eggiwilers ist ganz klar der Bergkranzfestsieg auf der Schwägalp 2012, wo der Landwirt und Zimmermann im Schlussgang den Alchenstorfer Matthias Sempbach auf den Rücken legte. Nach seinem vierten eidgenössischen Kranz in Estavayer, und nach seinem Heimfest in Kemmeriboden am Sonntag, meinte der Vater von zwei Kindern (Aline 3 und Marco 1): «Jetzt ist genug. Die jungen Wilden kommen und mit diesen mitzuhalten erfordert noch mehr Aufwand. Die Familie, der Beruf und die Landwirtschaft nebst dem Schwingsport unter eine Hut zu bringen, das geht nicht mehr.»

Alles begann mit acht Jahren

Thomas Zaugg vom Schwingklub Schangnau-Siehen, hat mit acht Jahren mit dem Schwingsport angefangen. Schon als Jungschwinger feierte Thomas Zaugg viele Erfolge. Als er zu den Aktiven wechselte, erkannte man sein Talent noch rasch einmal. Es bewahrheitete sich auch! Thomas Zaugg gewann unter anderem dreimal das «Emmentalische» und holte insgesamt 34 Festsiege, davon acht Kranzfestsiege. Und nun ist Schluss! «Ich habe mich mit dem Rücktritt schon länger befasst», erklärt Zaugg. Er habe bewusst das Heimfest in Kemmeriboden gewählt, um die Hosen an den Nagel zu hängen, erklärt der 36-Jährige weiter. Viele Leute würdigten und dankten Thomas Zaugg für seine lange erfolgreiche Karriere. Mit einer speziellen Ansprache würdigte Matthias Siegenthaler aus Trub – wohnhaft in Hondrich ob Spiez – seinen «Weggefährten». «Thömu» habe immer Vollgas gegeben und hätte den Schwingsport immer mit grosser Leidenschaft betrieben. «Du wirst uns ganz sicher fehlen», erklärte Matthias Siegenthaler.

Festsieg geht an Christian Stucki
Der Sieger des diesjährigen 41. Kemmeriboden-Schwinget heisst Christian Stucki aus Lyss. Sieben Eidgenossen unter den insgesamt 92 Schwingern waren am Sonntag zum Wettkampf angetreten. So erlebten die 3050 Zuschauer attraktiven Schwingsport. Christian Stucki startete mit dem Sieg gegen Kurt Fankhauser aus Trubschachen mit einem Plattwurf. In der Folge war der Lysser nicht mehr zu stoppen: Der Reihe nach gewann Stucki gegen Michael Moser aus Aeschlen bei Oberdiessbach, gegen Willy Graber aus Bolligen, gegen Patrick Schenk aus Wasen und gegen Kilian Wyss von Oberbalm. Im Schlussgang zwang Stucki dann auch Thomas Zaugg nach nur 37 Sekunden mit Kurz auf den Rücken. Mit diesem Sieg zeigt Christian Stucki eine sehr gute Leistung und beweist seine gute Form. Aber auch Thomas Zaugg zeigte in seinem letzten Schwingfest noch einmal sein Können. Im ersten Gang wurde ihm den Entlebucher Gast Jonas Brun zugeteilt. Mit herrlichem Kurz besiegelte Zaugg die Niederlage des Entlebuchers. Im zweiten Gang musste der Schangnauer mit dem Alchenstorfer Schwingerkönig Matthias Sempach in den Ring: Beide boten den Zuschauern tollen Schwingsport und suchten den Sieg – trotzdem endete dieser Gang gestellt. Leider verletzte sich Matthias Sempach im 3. Gang gegen Kilian Wyss und musste den Wettkampf aufgeben. Der Alchenstorfer meinte, es sei nicht schlimm, aber Vorsicht sei geboten. Zaugg siegte im 3. Gang gegen Simon Urfer mit der Maximalnote. Im vierten und fünften Gang mussten sich Heinz Hab-
egger aus Fankhaus und der Sörenberger Bruno Fink das Sägemehl vom Rücken abwischen lassen. Damit stand Thomas Zaugg wie schon oft, auch in seinem letzten Wettkampf im Schlussgang – dieser ging dann aber, wie bereits erwähnt nach nur kurzer Dauer verloren.
Thomas Zaugg beendet seinen allerletzten Wettkampf im dritten Schlussrang. «Es war schon speziell, in meinem letzten Schwingfest nochmals im Schlussgang zu stehen. Den ganzen Tag war mir bewusst, dass heute meine Schwingerkarriere zu Ende ist und es war mir schwer gefallen, mich immer wieder zu konzentrieren. Es ist mir aber einigermassen gut gelungen», blickt Zaugg zurück. Mit Christoph Wälti aus Boll beendete in Kemmeriboden ein weiterer Emmentaler Schwinger seine Karriere. Der 32-jährige Lastwagenmechaniker holte sich in seiner Schwingerlaufbahn insgesamt 14 Kränze. Der 113 Kilo schwere und 180 Zentimeter grosse Sennenschwinger gehört dem Schwingklub Zäziwil an. Christoph Wälti wurde für das Eidgenössische Schwingfest in Estavayer nicht selektioniert.
Einen Kurzfilm und weitere Bilder zum Kemmeri-
boden-Schwinget 2016 finden Sie auf www.wochen-zeitung.ch
08.09.2016 :: Christian Frey
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