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Starke Bilder einer abenteuerlichen Reise
Schüpfheim:

Der Schweizer Weltenbummler Bruno Blum hat Faszinierendes zu erzählen.

Seine Geschichten und Bilder weckten das Fernweh seiner Zuhörer im Entlebucherhaus.



«Glück ist Vagabund sein», schrieb Bruno Blum Besuchern als Widmung in sein soeben erschienenes Buch «Der weiteste Weg». Der Entlebucher hat dieses Glück intensiv erlebt und ausgekostet. Rund zehn Jahre seines Lebens verbrachte er reisend, fern der Schweizer Heimat. Von seinem jüngsten grossen Abenteuer berichtet sein drittes Buch. Mit dem Campingbus reiste er quer durch Asien bis nach Australien. 90’000 Kilometer legte er in zweieinhalb Jahren zurück und das erstmals nicht alleine, sondern zusammen mit seiner Frau Yvonne. Wovon andere Menschen nur träumen, das lebt Bruno Blum. Schon als Kind fragte er sich, was wohl hinter den Bergen seiner Heimat liegt. Mit 18 stieg er erstmals aufs Motorrad, um sich diese Frage selbst zu beantworten. Erst monatsweise unterwegs, brach er 1994 zu seiner bisher längsten Reise auf, die vier Jahre dauerte. «Ich habe nie die Länge einer Reise geplant», erzählt er. «Wenn ich gehe, will ich kein Endziel haben.» So war es auch bei seiner letzten Reise. Als Grobziel hatten er und seine Frau Indien im Visier. Nach Australien weiterzureisen und dann über Japan zurückzukehren, waren Entscheidungen, die unterwegs fielen. Wie fühlt es sich an, so lange Zeit auf engem Raum zu leben und auf viel Zivilisationsluxus zu verzichten? «Gut», erzählen sie. Auch wenn Yvonne Blum schmunzelnd einräumt, dass sie Jahre nach ihrer Rückkehr jedes Mal froh ist, wenn sie ihre Wäsche einfach in die Waschmaschine stecken kann, statt sie zusammen mit Bruno unter freiem Himmel von Hand zu waschen. 

Freud, Leid und Zuversicht

Es sind berührende Geschichten von Gastfreundschaft und Mitmenschlichkeit, die Bruno und Yvonne Blum im Entlebucherhaus erzählten. Unterlegt waren diese mit Aufnahmen, die zeigten, wie vielfältig die Schönheit dieses Planeten ist. Es waren auch wachrüttelnde Bilder, die bescheiden werden lassen. Fliessend Wasser, Strom, ein gut gefüllter Kühlschrank und ausgebaute Strassen.... Unsere Minimalstandards sind in vielen Ländern dieser Welt ferne Utopie. Dafür gibt es andernorts Qualitäten, die bei uns zur Randexistenz verkommen sind. Der Luxus von frei verfügbarer Zeit. Entschleunigte Tage, die Raum geben, sich selbst im Moment zu begegnen. «Es geht immer weiter», das ist eine tiefe Zuversicht, die Bruno Blum auf seinen Reisen gewonnen hat. Ob Krankheit oder Motorschaden, wer solche Herausforderungen in der weiten Ferne bewältigen kann, schafft auch vieles andere. Deswegen mag Bruno Blum die Menschen ermutigen, ihre Träume zu leben. Keiner müsse wie er gleich für Jahre durch die Welt reisen. Doch wer mit seinem Leben unzufrieden sei, solle einmal etwas Neues ausprobieren – «und wenn es erstmal nur für ein paar Wochen ist». 

Bruno Blum, «Der weiteste Weg. Mit dem Campingbus bis Australien», Delius Klasing Verlag 2017, 222 Seiten, 32 Franken.



18.05.2017 :: Stephanie Schmid
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