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Sie liebt das Blubbern der amerikanischen V8-Motoren
Sie liebt das Blubbern der  amerikanischen V8-Motoren Rüegsauschachen:

Im Februar hat Monika Steinmann den Lehrgang zur Fahrzeugrestauratorin abgeschlossen. Künftig möchte sie sich nur noch alten Fahr­zeugen widmen.

Monika Steinmann liebt Autos, vor allem, wenn sie älter als 20 Jahre sind und aus Amerika stammen. Für sie gibt es nichts Faszinierenderes, als das Blubbern eines V8-Motors. «Als ich mich für den Lehrgang zur Fahrzeugrestauratorin entschied, habe ich mir einen Dodge Dart Swinger mit Jahrgang 1972 angeschafft. Der Zustand des Wagens war denkbar schlecht, ein richtiges Restaurationsprojekt», sagt Monika Steinmann, die daneben noch drei weitere Fahrzeuge besitzt. Da nach Beendigung jedes Moduls des Lehrgangs eine Abschlussarbeit einzureichen war, diente ihr dieses Fahrzeug als Übungsobjekt, um das gelernte praktisch umzusetzen und zu dokumentieren.  

Zwei Frauen im Lehrgang

Im Herbst 2015 besuchte Monika Steinmann einen Info-Abend für Automobildiagnostiker. «Ich spielte nach meiner Ausbildung zur Automobil-Mechatronikerin mit dem Gedanken, mich beruflich als Diagnostikerin weiterzubilden. An diesem Anlass sprach mich einer der Veranstalter darauf an, ob ich mir vorstellen könnte, Diagnostikerin zu werden», erinnert sich die 25-Jährige. «Ich antwortete, dass ich eher am alten Eisen Interesse habe. Daraufhin erzählte er mir vom neuen Lehrgang zur Fahrzeugrestauratorin.» Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie noch nie von dieser neuen Weiterbildung gehört. Es interessierte sie und liess sie nicht mehr los, bis ihr Arbeitgeber einwilligte und sie sich für den schweizweit ersten Lehrgang eintrug. Mit ihr besuchte eine weitere Frau die Weiterbildung. 

Vor zehn Jahren trat Monika Steinmann ihre Ausbildung zur Automobil-Mechatronikerin an. «Rasch merkte ich, dass mich das Handwerkliche an diesem Beruf mehr interessierte als das Elektronische. Ich wollte nicht zur Fehlerfindung einen Computer ans Auto anschliessen, sondern selber nachdenken und forschen, wo die Ursache liegen könnte», erklärt sie. Nach der Lehre wechselte sie deshalb zur Garage Auspuff Huber AG in Ittigen. Dort fand die junge Frau das gesamte Spektrum an Wagen vor – von den neusten bis hin zu Youngtimern und Oldtimern.

Zuvorkommende Kollegen

Schuld an der Berufswahl sei eigentlich ihr Götti gewesen, gibt Monika Steinmann zu. «Er hat mir schon früh diesen Floh ins Ohr gesetzt. In der 8. Klasse begann ich mit meinem Grossvater einen Triumph Tiger 100 zu zerlegen, und da erwachte mein Interesse an Fahrzeugen.» 

Die zwei Jahre der Weiterbildung waren für die Rüegsauschacherin intensiv, da der Lehrgang berufsbegleitend stattfand. «Ich hatte Sechstage-Wochen und in der knappen Freizeit erledigte ich, was liegen geblieben war. Auch meine Freunde und die Familie mussten oft auf mich verzichten», hält Monika Steinmann fest. Sie habe nie daran gezweifelt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. «Zum ersten Mal in meinem Leben ging ich so gern zur Schule, dass ich dafür gerne morgens um fünf Uhr gut gelaunt aufgestanden bin. Das war während der Berufsschule nicht so.» Ein weiterer Unterschied sei gewesen, dass die männlichen Kollegen sich ihr gegenüber immer zuvorkommend verhielten; auch der Umgangston sei nie so rau gewesen, wie sie es von ihrer Zeit in der Berufsschule her gekannt hatte. Nie hatte sie das Gefühl, als Frau fehl am Platz oder nicht akzeptiert zu sein. 

Neue Perspektiven

Mit dem Fachausweis in der Tasche eröffnen sich für Monika Steinmann beruflich neue Perspektiven und die Möglichkeit, nur noch an älteren Autos und Oldtimern zu arbeiten. «Mein Traum ist es, an einem Wagen sämtliche nötigen Arbeiten ausführen zu dürfen, und nicht, wie so oft, nur das Dringendste. So ein Projekt würde mich erfüllen und ich könnte mit qualitativ guter Arbeit jemandem seinen Wunsch nach einem perfekt restaurierten Auto erfüllen.»

17.05.2018 :: Veruschka Jonutis
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