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Seit über 50 Jahren am Amts- und Wyberschiesset: Bernadette Wigger
Seit über 50 Jahren am Amts- und Wyberschiesset: Bernadette Wigger Schiessen:

Bernadette Wigger hat vor über 50 Jahren zum ersten Mal am Amts- und Wyberschiesset teilgenommen, damals noch ledig, betont die rüstige Schützin.

Die 71-jährige Bernadette Wigger wird mit Leib und Seele dabei sein, wenn es am Freitag losgeht, das «Amts- und Wyberschiesset» in Schüpfheim. 

Will man dem historischen Wissen glauben, so lässt sich im Entlebucher Urkundenbuch dem sogenannten «Wissbuch» entnehmen, dass bereits um das Jahr 1400 Schiesswettbewerbe in der Region Entlebuch stattfanden, an welchen die hohen Herren der Regierung in Luzern Interesse zeigten und Gaben spendeten. So wurde der Schiesswettbewerb, unterbrochen von einigen Kriegen und Krisen, aufrechterhalten, bis um 1900 der Anlass entstand, den man heute als «Amts- und Wyberschiesset» kennt. Alle drei Jahre wird in einem der drei Hypothekarkreise (Schüpfheim-Flühli, Entlebuch, Escholzmatt) Gaben gesammelt, um die siegreichen Schützen und Schützinnen damit zu beehren. Seit jeher erachte das zarte Geschlecht – so steht es im historischen Schreiben – die Frauen der angefragten Haushalte es als eine hohe Ehre, den Schützen «eine rechte Gabe» zu bieten. Mittlerweile ist der Anteil an schiessenden Frauen auf die Hälfte der Teilnehmer gewachsen.

 

Stabelle nicht mehr zeitgemäss

«Früher liess ich immer eine Stabelle als Gabe anfertigen. Aber jetzt ist das nicht mehr zeitgemäss. Jetzt gibts den Geldbetrag», erklärt Bernadette Wigger. Mit den Gaben sei das so eine Sache, früher, da hätten die Schützen Freude gehabt, an einem Möbel. Sie habe eine Truhe in der Stube stehen, die ihr Mann ausgesucht habe, als er im Wyberstich einen Hunderter hatte. «Die Truhe erinnert mich jeden Tag an dazumal.» Das Amts- und Wyberschiessen lebt von den Gaben der Frauen aus dem jeweiligen Hypothekarkreis, heuer wurden in der Region Schüpfheim-Flühli-Sörenberg 2200 Haushalte angefragt. Diejenigen Frauen, welche eine Gabe in einer Mindesthöhe von 40 Franken spenden, erhalten einen Bon für den Wyberstich – dabei werden zwei Schuss auf die Scheibe mit Hunderterwertung abgefeuert – und das traditionelle Nidlekafi am offiziellen Tag. «Es hat Schiessplätze, die für die Frauen reserviert sind und dann ist es natürlich Ehrensache für die männlichen Schützen, den Frauen zu helfen, je nach Bedürfnissen und Wissen der Schützinnen» erklärt Bernadette Wigger. Bei ihr waren es früher ihre Kollegen, dann seit sie verheiratet war, natürlich ihr Mann bis er gestorben ist. Das Putzen und «Schrauben» – das Korrigieren der Zielvorrichtung – überlasse sie auch heute gerne den Männern, gibt Bernadette Wigger zu. 

 

Gut die Hälfte sind Schützinnen

Die 71-jährige Schützin hat seit über 50 Jahren kein Amts- und Wyberschiessen ausgelassen. Nicht nur hilft sie im Verein mit – die Sörenbergerin wurde vom Verein der Feldschützen Flühli-Sörenberg für ihre langjährige Unterstützung der Schützen und der Treue gegenüber dem Verein zur Schützenmutter erkoren – nein, sie hat auch Ambitionen, wenn sie am Wochenende in den Stand liegt: «Ich erhoffe mir ein gutes Resultat», meint Bernadette Wigger. Ob die erfahrene Schützenmutter mit der jungen Konkurrenz mithalten kann und in den Aussstich kommt, ist ihr aber dann doch nicht so wichtig. 

Die Organisatoren erwarten rund 1000 Schützen, davon gut die Hälfte «Wyber». Die Schiesstage beginnen am Freitag, 27. April und dauern bis Montag 30. April.

 

26.04.2018 :: Olivia Portmann
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