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Schulsozialarbeit vors Volk
Walkringen:

Die Initiative zur Einführung der Schulsozialarbeit ist für die Gemeinde Walkringen ein Novum: Noch nie zuvor hat die Bevölkerung zu diesem politischen Recht gegriffen.

Sowohl Gemeindeschreiber Markus Moser Burbulla wie auch der frühere, langjährige Amtsinhaber Fritz Baumgartner können sich nicht entsinnen, dass in Walkringen je Unterschriften für eine Gemeindeinitiative gesammelt worden wären. Dies, obwohl das Initiativrecht seit der Siebzigerjahre in der Gemeindeverfassung zu finden sei, wie Baumgartner berichtet. Früher seien die Ideen anders eingebracht worden, meint er. Markus Moser nennt ein mögliches Vorgehen: «An der Gemeindeversammlung kann man im ‹Verschiedenen› ein Geschäft einbringen, das dann von den Stimmberechtigten als erheblich erklärt wird oder nicht.» 

Das Initiativkomitee um Daniel Brogle und Lisbeth Zogg Hohn schreibt also Gemeindegeschichte. Innert sechs Wochen hat das Komitee gut 250 Unterschriften gesammelt. Dabei hätte es sich mehr Zeit nehmen können: Ein halbes Jahr. Und, es hätte gereicht, wenn 150 Bürgerinnen und Bürger die Initiative unterzeichnet hätten (zehn Prozent der Stimmberechtigten). 

Nun liegt der Ball beim Gemeinderat 

Am Montagabend hat das Komitee die Unterschriftenbogen dem Gemeindepräsidenten Peter Stucki übergeben. Der Gemeinderat muss das Geschäft innert eines Jahres der Gemeindeversammlung unterbreiten. Die Initiative will, dass das Bildungsreglement mit dem Artikel «Die Gemeinde Walkringen bietet eine Schulsozialarbeit an» ergänzt wird.  

Dass in so kurzer Zeit genügend Unterschriften gesammelt werden konnten, sei auf das engagierte Initiativkomitee zurückzuführen, meint Daniel Brogle. Natürlich hätten in erster Linie Leute die Initiative unterstützt, welche mit der Materie vertraut seien – also Eltern schulpflichtiger Kinder. «Aber auch ältere Bürgerinnen und Bürger unterstützten die Einführung einer Schulsozialarbeit.» 

Die Gruppe habe den Weg einer Initiative gewählt, um dem Gemeinderat zu zeigen, dass das Thema vielen Bürgern wichtig sei. «Wir wollen keine Polemik, sondern eine sachliche Diskussion», sagt Brogle.

09.11.2017 :: zue.
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