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Schulreformen bewegen die Menschen in den Emmentaler Gemeinden
Schulreformen bewegen die Menschen  in den Emmentaler Gemeinden Langnau/Trub/Trubschachen: Die Bürger der drei Gemeinden wurden über das Projekt «Überprüfung Schulmodell Sekundarstufe 1» orientiert. Die Teilnehmer konnten Ideen einbringen.
Schulmodellüberprüfungen scheinen die Bevölkerung und Lehrpersonen gleichermassen zu bewegen. Am ersten Anlass in Trubschachen erschienen etwa 60 Personen, gleiche Veranstaltungen zogen in Langnau gegen 90 und in Trub etwa 50 Interessierte an. Die drei Gemeinden führen in Langnau seit langem eine gemeinsame Sekundarschule und setzten nun eine breit abgestützte Arbeitsgruppe ein mit dem Auftrag, alle möglichen Varianten für die Sekundarstufe 1 (7. bis 9. Klasse der Real- und Sekundarschule) zu erarbeiten.

Teilweise kontroverse Standpunkte
Die Arbeitsgruppe hat die aktuelle Situation der Oberstufe bezüglich Stärken und Schwächen sowie Risiken und Chancen analysiert. Zu diesen Ergebnissen konnten die Anwesenden der drei Informations- und Mitwirkungsanlässe in Gruppenarbeiten Stellung nehmen und eigene Ideen einbringen. An jeder Veranstaltung kam zum Ausdruck, dass die Schüler und Schülerinnen bei einem einzigen Oberstufenzentrum von einer Durchlässigkeit zwischen Real- und Sekundarschulniveau in den Fächern Deutsch, Französisch und Mathematik sowie einem vermehrten Angebot an Freifächern profitieren könnten.
In den Gruppenarbeiten wurde aber auch klar ersichtlich, dass bei einem solchen zentralistischen Modell gerade in Trubschachen und Trub gewisse Ängste vorhanden sind. «Ein Dorf ohne Oberstufe verliert an Attraktivität und Identität», meinte ein Bürger aus Trubschachen. In Trub wurden vor allem auch Bedenken bezüglich Schulweg geäussert. Die dort Anwesenden sprachen sich mehrheitlich für eine intensivere Zusammenarbeit mit Trubschachen aus, allenfalls zusätzlich mit Bärau und Gohl. Kosten von Bauvorhaben müssten für alle Modelle klar ausgewiesen werden um einen seriösen Entscheid fällen zu können. Verschiedene Veranstaltungsbesucher meinten, dass die heutigen dezentral geführten Schulen doch sehr gut funktionieren würden und nur moderate Anpassungen nötig wären. «Man kennt sich und nimmt Rücksicht auf die Schwächeren und die Verhaltens­auffälligen. Wieso gross ändern, was sich bewährt hat?», war vereinzelt zu vernehmen.

Entscheid liegt bei den Gemeinden
Laut den Ausführungen von Heiner Schmid, Mitarbeiter der Pädagogischen Hochschule Bern und Berater der Arbeitsgruppe, steht diese erst am Anfang des Prozesses. «Der Ausgang der Überprüfung des Schulmodells ist noch völlig offen. Wichtig ist, dass alle Betroffenen von Beginn weg in das Projekt eingebunden werden und aktiv mitwirken können. Ein Workshop ist für den 15. März geplant», sagte er. Es sei dann schlussendlich eine politische Frage, welchem Modell zugestimmt werde, betonte Beat Fuhrer, Gemeindepräsident von Trubschachen und Schulleiter von Trub, und fügte an: «Trubschachen wird eine allfällige Änderung des Schulreglementes an einer Gemeindeversammlung zu beschliessen haben. Ein neues Schulmodell muss für die Schülerinnen und Schüler einen klaren Mehrwert aufweisen und für die Gemeinde finanzierbar sein, sonst wird es keine Mehrheit finden».
Trend zu durchlässigen Schulmodellen hält an
«Der gesellschaftliche und kulturelle Wandel, die Einführung des Lehrplanes 21 und die Ausbildung angehender Lehrpersonen fordern von den Schulen Anpassungen auf verschiedenen Stufen», sagte Markus Brandenberger, Gesamtschulleiter der Schule Langnau und Leiter der Arbeitsgruppe «Überprüfung Schulmodell Sekundarstufe 1». Er wies darauf hin, dass die Schülerzahlen in der Gemeinde Langnau ausserhalb des Dorfes abnehmen würden. In den Sekundarschul-Partnergemeinden Trub und Trubschachen nahmen die Schülerzahlen in den letzten Jahren deutlich ab.  Hinzu komme, dass der Trend zu durchlässigen Schulmodellen zwischen Real- und Sekundarschulniveau anhalte. Er betonte, dass diese Sachverhalte in den zu entwickelnden Varianten für die Oberstufe besonders zu berücksichtigen seien. Dadurch müsse je nach Variante auch die Schulraumsituation überprüft werden, weil diesbezüglich die Anforderungen durch den Wandel der Schule erhöht worden seien, fügte er an.
26.01.2017 :: Walter Marti
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