Anmelden
Ros, Ross u Rossen meine nid ds Glyche
Ros, Ross u Rossen meine nid ds Glyche Ört u Näme:

«Es ist ein Ros entsprungen» wird i dene Tage sicher i viune Stube gsunge. Aus Ching bini aube o nid rächt nachecho, was de es Ross, wo furtspringt, mit dr Wiehnacht z tüe het. 

Ir zwöite Strophe, wes de heisst «das Röselein» isch de klar, dass hie e Blueme gmeint isch. Das Lied stammt zu Teu usem 15. Jahrhundert u bezieht sech uf d Bibu, gnau gno uf Jesaja 11. Dert isch übrigens nid explizit vonerer Rose d Reed. Je nach Übersetzig, isch «Zweig», «Spross» oder «Reis» gschribe, wo de fat afa wachse. Warum verzeue nech das? Wüu ds Wort «Ros» historisch gseh, verschideni Bedütige cha ha u me das o i de Ortsnäme gseht. 

Aus Erschts däicht me natürlech a Rose. Aber mit Blueme hei die Ortsnäme nüt z tüe. Bi viune isch dr Ursprung es Ross. Bevor d Outo u d Traktore sy ufcho, isch es e Luxus gsy, es Ross z ha. «Rossfärre», ganz unger a dr Hiufere-strass, isch es Byspiu. Das isch e Abchürzig vo «Ross-Färrich». Scho 1257 isch «Rosseferrich» notiert worde. 

«Rossweid» isch o ganz typisch: Das gits im Flüehli, z Marbach, z Landiswiu oder z Louperswiu. Müesse zieh, wiene weiss nid was, hei d Ross sicher bim «Rossschinter» müesse. Das isch e Waudwäg bim Iufisgrabe bi Langnou. 

«Rossbode» fingt me im Gebiet vor «Wuche-Zytig» drü Mau – zimli sicher hei aber nume zwe, dä im Röthebach u dä im Eggiwiu, e Zämehang mit Ross. Dr dritt – dä im Trueb – geit ender uf ds Verb «rossen» zrügg. Drmit gmeint isch ds Ylege vo Hanf u Flachs i Wasser für dass d Stängle weicher wärde. Nächäre het me de chönne aafaa mit dr Brächete. Das Ylege het me amene Bach gmacht u när die Stängle uf dr Matte näbedranne usgleit. Vo däm här isch guet müglech, dass das im «Rossbode» im
Trueb, wo grad näbem Bach isch, eso isch passiert. Imene Urbar vo Trachsuwaud vo 1539 isch «ein matt zur rossen» explizit erwähnt u z Hütlige gits hüt no ds Gebiet «Roossi» wo uf die Arbit zrügg geit – o we mittlerwyle ke Bach meh düregeit.  

Wüu me scho lang nümm tuet «rossen» sy viu Ortsnäme uf «Ross» umtouft worde. Zur augemeine Verunsicherig syg hie no erwähnt, dass me im Mittuauter amene Ross «ros» het gseit u ar Blueme «rose». 

 

 

Queue: «Ortsnamenbuch des Kantons Bern», «Orts- und Flurnamen des Amtes Entlebuch», www.idiotikon.ch u wyteri. Aafrage: 034 409 40 05 oder zuercher@wochen-zeitung.ch
20.12.2018 :: Bruno Zürcher
Meistgelesene Artikel
Kolumne - Anton Brüschweiler: Letzten Donnerstag war ich mit meinem Gitarrenduo am 60. Geburtstag von Wernu engagiert. Wir...
Flüssige Übergänge zwischen den  Songs sind DJ Made My Day wichtig
Schüpfheim: Vor drei Jahren hat Cedric Steffen einen DJ-Wettbewerb gewonnen. Seitdem wird er für Partys...
Die Einen fühlen sich mächtig dank ihrer Position. Andere haben moralische...
Gotthelf Zentrum auf dem langen  Weg zu den Kulturgeldern
Emmental: Das Gotthelf Zentrum und das Gertsch Museum wollen es auf die Liste der regional bedeutenden...
Die lebendige Tradition der «Härpfli»
Zollbrück:   Aus dem Dorn- röschenschlaf erwachte ein besonderes Örgeli-Treffen im...
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr