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Rekordspieler auf Abschiedstour
Rekordspieler auf Abschiedstour SCL Tigers: 657 Mal spielte Adrian Gerber bisher für Langnau. So oft wie kein anderer Spieler vor ihm. Am Ende dieser Saison endet für den Rekordspieler die Zeit bei den SCL Tigers, seine Zukunft ist offen.
Vor ziemlich genau einem Jahr machte Adrian Gerber Schlagzeilen, als er Daniel Aegerter (610 Partien für Langnau) als Rekordspieler der SCL Tigers ablöste. Mittlerweile stand Gerber insgesamt 657 Mal für die Tigers im Einsatz (NLA und NLB). Doch allzu viele weitere Spiele werden nicht mehr dazukommen. Denn was die Spatzen schon länger von Langnaus Dächern pfeifen, ist nun Tatsache: Der auslaufende Vertrag von «Ädu» Gerber wird nicht mehr verlängert, er wird den Klub am Ende der Saison verlassen. Verbittert ist der 33-Jährige darüber jedoch nicht. Er sagt: «Irgendwann geht alles zu Ende, man kann schliesslich nicht bis zur Pensionierung als Profi spielen. Und es hätte ja auch sein können, dass ich schon mit 28 oder 29 Jahren keinen Vertrag mehr bekommen hätte.» In der Tat musste der gebürtige Langnauer in den letzten Jahren immer lange warten, bis sein Vertrag jeweils verlängert wurde. Dass es jetzt nicht mehr reicht, zeichnete sich im Verlauf der aktuellen Saison ab. Durchschnittlich stand er pro Partie nur knapp sieben Minuten auf dem Eis. So wenig wie kein anderer Spieler im Team mit mehr als 30 Einsätzen. Deshalb sagt Gerber nüchtern: «Man hätte mir nicht speziell sagen müssen, dass ich keinen Vertrag mehr bekomme, ich habe bereits länger damit gerechnet.» Sportchef Jörg Reber sagt: «Gerber hat grosse Verdienste für den Verein. Deshalb war es mir sehr wichtig, offen und ehrlich zu ihm zu sein und ihm früh zu sagen, dass wir die Zukunft ohne ihn planen.»
 
NLB oder Bürojob?
Bereits als Junior spielte Adrian Gerber für die SCL Tigers, in der Saison 2001/02 absolvierte er im Alter von 18 Jahren seine ersten NLA-Spiele für Langnau. Abgesehen von kurzen Abstechern in die NLB zu Visp, Basel und Langenthal hielt er seinem Stammklub stets die Treue. Letzte Saison wurde Gerber aus Personalnot vom Stürmer zum Verteidiger umfunktioniert. Dass Trainer Heinz Ehlers in dieser Spielzeit oft nur sieben, oder sogar nur sechs Verteidiger einsetzt, kommt ihm natürlich nicht entgegen. Die Enttäuschung darüber, dass er oft von der Bank aus zuschauen muss statt auf dem Eis ins Geschehen einzugreifen, kann Gerber nicht verbergen: «Der Trainer redet nicht gross mit mir, dadurch weiss ich nie so recht woran ich bin. Das ist sicher nicht einfach. Aber ich trainiere dafür, dass ich sofort bereit bin, wenn ich zum Beispiel erst nach 30 Minuten zum ersten Mal aufs Eis geschickt werde.» Und nun also bald das Ende beim SCL. Wie geht es weiter? Gerber sagt: «Dass ich in der NLA noch einen Verein finde, ist eher ausgeschlossen. Es gibt Angebote aus der NLB. Aber ich bin bald 34-jährig, da gehe ich nicht mehr weg aus Langnau. Vereine wie Thurgau oder Ajoie zum Beispiel kommen nicht mehr in Frage.» Unter Druck setzen lässt er sich nicht. «Ob ich ganz aufhöre oder nicht, muss ich noch nicht jetzt entscheiden, das reicht auch noch im April.» Und falls er die Karriere beendet?
Der gelernte Heizungsmonteur sagt: «Falls ich mit dem Eishockey aufhöre, könnte ich mir auch einen Bürojob vorstellen. Diesbezüglich laufen bereits einige Abklärungen.» An den Moment des endgültigen Abschieds bei den SCL Tigers denkt Adrian Gerber noch nicht. Dafür ist er zu sehr Profi. Und als solcher sagt er: «Ich hoffe auf einen guten Rest der Saison, vielleicht sogar mit der Qualifikation für die Playoffs. Das wäre dann so etwas wie das berühmte «Tüpfchen auf dem i» zum Abschluss meiner
Zeit hier.» 
16.02.2017 :: Christoph Schär
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