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Regionales Bier geniessen und bei der Herstellung zuschauen
Regionales Bier geniessen und bei der Herstellung zuschauen Zollbrück:

In der «Brauschüür» wollen Eveline und Stephan Locher die Bierkultur zelebrieren. Nebst einer Bierbar und einem Verkaufsladen soll auch eine Schaubrauerei entstehen.



Sie heissen «äs Gattlig‘s», «äs Tüfeli» oder «äs Änetbigle». Alles unterschiedliche Biere aus dem aktuellen Sortiment der Bierbrauerei «Mein Emmental». Seit sechs Jahren brauen Eveline und Stephan Locher regionales Bier. «Begonnen haben wir mit dem Brauen als Hobby. Die Nachfrage ist stetig gestiegen und wir mieteten vor fünfeinhalb Jahren die alte Aemme Brauerei in Langnau», erzählt Eveline Locher. Das Verlangen der Kundschaft nach den speziellen

Bieren stieg weiter und auch mit den Bierseminaren stiess das Ehepaar an räumliche Grenzen. «Wir können jetzt in Langnau die Seminare für maximal 20 Personen anbieten. Auch mit der Produktion stossen wir an die Grenzen des Machbaren – wir können nicht die Menge herstellen, die wir verkaufen könnten.» Darum hat sich das Paar nach einem geeigneten Gebäude umgesehen und ist nun in Zollbrück fündig geworden. 

«Wir konnten die alte Scheune vis-à-vis des Gasthofs Rössli kaufen. Der Standort bei Bahnhof und den umliegenden Geschäften ist ideal», ist Eveline Locher überzeugt. 

Nicht nur ein Durstlöscher

«Dieses Lokal soll allen Bierliebhabern offen stehen. Wir möchten die Bierkultur zelebrieren – Bier ist nicht nur ein Durstlöscher, sondern ein vielfältiges Genussmittel.» Die alte Scheue soll in ihren Strukturen erhalten bleiben. Man wolle daraus kein englisches Pub machen, sondern ein Lokal, welches ins Emmental passe. «Wir wollen etwas für unsere Region tun und das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken.» Sie könne sich eine Art Genusstour durchs Emmental vorstellen, welche die Gäste nebst einem Besuch in der Schaukäserei Affoltern und bei Kambly auch in die «Brauschüür» führe. Gespräche mit den Anbietern laufen breits.

Viele junge Aktionäre

In der «Brauschüür» soll nebst der Brauerei auch eine Bierbar – mit direktem Blick in die Produktion – und ein Biershop Platz finden. Zur Finanzierung des Projekts haben die Lochers gemeinsam mit drei weiteren Personen die «Mein Emmental AG» gegründet. «An der OGA haben wir mit der Anwerbung von Aktionären begonnen. Bereits sind zwei Drittel der Aktien weg», freut sich Eveline Locher. Wer sich interessiere, könne immer noch Aktien zeichnen. «Wir waren überrascht, wie viele junge Menschen sich entschlossen haben, Aktionäre zu werden.» Überhaupt interessierten sich viele Jüngere für spezielle Biere und wollten wissen, wie und wo das Bier hergestellt werde. «Wann immer möglich, stellen wir unsere Produkte aus Schweizer Rohstoffen her», hält die Bierbrauerin fest. Leider sei dies nicht immer möglich.

Braugerste aus dem Emmental

Darum machte sich das Paar auf die Suche nach einem Landwirtschaftsbetrieb im Emmental, der Braugerste und Hopfen anbauen würde. «Tatsächlich hat sich ein Bauer gemeldet, der nun für uns beides anbaut. Daraus entsteht unser ‹äs Änetbigle›.» Der Umbau der alten Scheue erfolgt in mehreren Etappen. «Am wichtigsten ist die Produktion, damit wir die Nachfrage befriedigen können. Die Bierbar und der Shop folgen später», beschreibt Eveline Locher den Zeitplan. Im Spätsommer reichen sie die Baubewilligung ein und wenn alles nach Plan laufe, könnte das erste Bier am neuen Standort im Frühling 2018 gebraut werden.

 



13.07.2017 :: Veruschka Jonutis
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