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Pläne für «Rothorn-Ost» begraben – Verwaltungsratspräsident tritt zurück
Pläne für «Rothorn-Ost» begraben – Verwaltungsratspräsident tritt zurück Sörenberg:

Das Projekt Rothorn-Ost ist endgültig vom Tisch. Dieses hatte eine neue Gondelbahn vom Tal auf den Berg und dort ein neues Restaurant vorgesehen.

Aufhorchen liess bereits eine Meldung vor zwei Jahren: Damals legte der Verwaltungsrat der Bergbahnen Sörenberg ein «sportliches Timeout» ein, um die Pläne des Projekts Rothorn-Ost zu überdenken. Die detaillierten Kostenberechnungen hatten damals weit höhere Zahlen ans Licht gefördert als ursprünglich angenommen. Die Realisierung aller 19 Teilprojekte würde weit über 40 Millionen Franken kosten, hiess es damals vom Verwaltungsrat. 

«Definitiv vom Tisch» 

«Die Projektvariante Rothorn-Ost (Achter-Gondelbahn und Bergrestaurant auf der Ostseite des Rothorns) ist definitiv vom Tisch und wird nicht umgesetzt», informiert die Führung der Bergbahnen Sörenberg AG nun. Verwaltungsratsmitglied Theo Schnider bestätigt, dass sich die Mitglieder des Rats nicht einig waren, ob das für Sörenberg sehr umfangreiche Projekt realisiert werden solle oder nicht. In der Medienmitteilung ist denn auch zu lesen, dass der langjährige Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Sörenberg AG, Fredy Portmann, auf die kommende Generalversammlung im Herbst hin seinen Rücktritt bekannt gegeben hat. Der Grund für diesen Schritt: «Unterschiedliche Auffassungen im Verwaltungsrat hinsichtlich der Investitionspolitik.» 

War das Vorhaben aus Sicht der Mehrheit im Verwaltungsrat schlicht überrissen? «Es hätte zumindest in sehr kurzer Zeit sehr viele Mittel gebunden», meint Theo Schnider. Weiter hätten noch «auf Bewilligungsebene» einige Probleme gelöst werden müssen. Schnider nennt als Beispiel den Lawinenschutz. 

Seit 22 Jahren engagiert 

Fredy Portmann habe sich dahingehend geäussert, dass er ein anderes Projekt als Rothorn-Ost nicht mittragen könne, beschreibt Theo Schnider. Portmann wurde im November 1996 in den Verwaltungsrat gewählt «und seit der Generalversammlung im Herbst 1998 bin ich VR-Präsident», erklärt Fredy Portmann auf Anfrage. Den Rücktritt will der Treuhänder aus Schüpfheim indes nicht kommentieren. Die restlichen Mitglieder des Verwaltungsrates verbleiben; vorübergehend wird der Vizepräsident Marc Unternährer aus Luzern den Verwaltungsrat führen, erklärt Schnider.  

Während Portmanns Präsidialzeit wurden etliche Anlagen modernisiert. Beispielsweise wurde 2010 der Doppel-Schlepplift in Sörenberg-Platz durch eine Vierer-Sesselbahn ersetzt und im Anschluss vom Steinetli ebenfalls eine Vierer-Sesselbahn auf die Schwarzenegg realisiert. 

Erste «Rothorn-Ost»-Etappe gebaut 

Bei einem letzten Bauvorhaben, das unter Fredy Portmanns Führung steht, wurden vergangenen Winter erste Teile in Betrieb genommen: Die neue Sesselbahn beim Eisee, welche als Ersatz für die alte Zweier-Sesselbahn erstellt wurde, weil deren Konzession nicht mehr hätte erneuert werden können. Das Bauprojekt, das noch nicht ganz abgeschlossen ist, bildete die erste Etappe von «Rothorn-Ost». Diesen Sommers wird die Beschneiungsanlage noch fertiggestellt, damit die anspruchsvolle Piste vom Eisee hinunter nach Schönenboden zur Talstation der Rothornbahn besser präpariert werden kann. Ebenfalls werde diesen Sommer der Schlepplift, welcher früher beim Eisee in Betrieb war und demontiert wurde, bei der Talstation aufgebaut werden, erklärt Schnider. Dank diesem sollen die Wintersportler künftig vom Gebiet Rothorn-Eisee ins Gebiet Sörenberg-Dorf gelangen können ohne die Skier abschnallen zu müssen.   

Konzession bis 2021 gültig 

«Man wird nun abklären, was die nächsten Schritte sein können», erklärt Theo Schnider. Viel Zeit bleibt dem Verwaltungsrat nicht, vor allem was die Rothorn-Gondelbahn anbelangt. Die Konzession für die im Jahr 1971 erstellte Luftseilbahn, welche die Gäste vom Tal aufs Rothorn transportiert, läuft per Ende Juni 2021 aus. Bislang hatte der Verwaltungsrat der Bergbahnen stets kommuniziert, dass eine Sanierung der Anlage nicht rentabel sei – aus diesem Grund strebte er überhaupt den Bau einer neuen Achter-Gondelbahn aufs Rothorn an,  mit neuen Standorten für die Tal- beziehungsweise Bergstation. 

«Der Fächer ist nun wieder ganz offen», sagt Theo Schnider. Als erstes müsse bei den Herstellern der Bergbahn abgeklärt werden, welche Möglichkeiten die bestehenden Gebäude (Tal- und Bergstation) bieten würden. 

Der Tunnel bleibt

Mit dem Entscheid, die Achter-Gondelbahn aufs Rothorn nicht zu bauen, ist auch klar, dass das Gipfelrestaurant weiter betrieben wird. Klar ist aber auch, dass die Wintersportler von der Bergstation weiterhin durch den rund 300 Meter langen Tunnel marschieren müssen, um zur Skipiste zu gelangen. «Dort werden wir zwingend nach einer besseren Lösung suchen müssen», hält Theo Schnider fest.

12.07.2018 :: Bruno Zürcher
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