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Peter Regli hebt den Mahnfinger
Langnau:

Peter Regli referierte zum Thema «Die explosive Weltlage und Donald Trump – gehen sie uns etwas an?». Die Schweiz muss handeln. Das Thema stiess auf grosses Interesse.

Der Rotary Club Emmental lud ein zum Referat von Peter Regli, Divisionär a. D. und ehemaliger Direktor des Schweizerischen Nachrichtendienstes. Roland Loosli, Präsident des gastgebenden Clubs, konnte im Hotel Hirschen in Langnau über 100 Interessierte begrüssen. «Erwartet habe ich etwa 30 bis 40 Personen. Euer Aufmarsch zeigt mir, dass das Thema von grossem Interesse ist, wohl nicht zuletzt, weil es dabei um unsere Sicherheit geht», meinte er zur Eröffnung des Anlasses.


Gefahren nehmen zu

Peter Regli konnte dank seinen beruflichen Erfahrungen aus dem Vollen schöpfen. Seit seiner Pensionierung hält er sich dank seinen vielseitigen Sprachkenntnissen auf verschiedensten Kanälen über das aktuelle Weltgeschehen auf dem Laufenden. Er ist deshalb ein gefragter Experte, wenn es um Sicherheitsfragen geht. Die aktuelle Lage bereitet ihm grosse Sorgen. «Mein Vortrag ist keine Gutenachtgeschichte. Ungewissheit und Verunsicherung haben zugenommen, die Weltlage hat sich verschlechtert», hielt er eingangs seines mit Zitaten und Medienbelegen untermauerten Referates fest. 

Als Einstieg legte er am Beispiel von Donald Trump dar, wie Narzissten in wichtigen politischen Ämtern für Verunsicherung sorgen können. Sie seien egozentrisch, könnten nicht zuhören und würden dauernd Bauchentscheide fällen und chaotisch kommunizieren, meinte Peter Regli. Die Beispiele von Gefahrenherden lieferten Einblicke in die Mechanismen des Terrorismus, politischen Extremismus, Nationalismus, sozialen Ausschlusses, Cyberkrieges und der Migration. Zunehmen würden auch politische Propaganda, Fake News, bewaffnete Konflikte, Spionage, organisierte Kriminalität und Naturkatastrophen. Diese Elemente seien meist auch vernetzt und deshalb schwer erkenn- und bekämpfbar. Europa und die Nato schwächelten, China sei die starke Nation der Zukunft. «Die Welt ist ein Pulverfass, die Lunte brennt», hielt Regli zusammenfassend fest.


Die Schweiz muss handeln

Die Schweiz müsse in erster Linie Wirtschaftsspionage verhindern, betonte Peter Regli. Zudem seien wichtige Infrastrukturen wie zum Beispiel die AKWs, der Gotthardtunnel oder die Flugsicherung Skyguide vor Cyberangriffen zu schützen. Auch in der Schweiz bestehe Terrorgefahr und erfordere deshalb einen Ausbau des Nachrichtendienstes. «Besonders Sorge tragen müssen wir zu unserer Polizei. Diese wird zu wenig respektiert und ist zunehmend mit gegen sie gerichteter Gewalt konfrontiert. Von der Politik wird sie manchmal im Regen stehen gelassen, zum Beispiel bei der Reithalle Bern oder bei Fussballspielen», begründete Peter Regli seine Forderung. Dass am Schluss seiner Rede ein flammender Appel für eine vollständig ausgerüstete, gut ausgebildete, regional verankerte und permanent weiterentwickelte Armee erfolgte, mochte ob den schlechten Nachrichten zur Weltlage nicht erstaunen.


12.10.2017 :: Walter Marti
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