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Pause – und der Körper sagt: «Danke schön!»

So eine Saison zieht sich ganz schön in die Länge. So gerne ich auch Fussball spiele, auf die Sommerpause freut sich mein Körper jedes Jahr. Gerade nach dieser Saison, in der ich zum ersten Mal von der Verletzungshexe erfasst wurde, schreit mein Körper danach, sich zwei Wochen auszuruhen. Im August 2016 hatte ich mir im Knie den Aussenmeniskus gerissen. Sechs Wochen nach der Operation stand ich wieder auf dem Platz und konnte mein Comeback feiern. 

Doch die Freude war von kurzer Dauer, weil ich mir vier Wochen später im Training erneut das Knie verdrehte. Diesmal war nichts gerissen und es brauchte keine Operation, aber mit Meniskusquetschung, Knochenprellung und Kapselverletzung am selben Knie war erneut eine Wettkampfpause angesagt. Der Heilungsprozess verlief leider nicht wie gewünscht, so dass aus den geplanten vier bis fünf Wochen zehn Wochen Unterbruch wurden. Zum ersten Mal in meiner Laufbahn musste ich lernen, geduldig zu bleiben und mich über die kleinen Fortschritte zu freuen. Und bevor ich wieder richtig loslegen konnte, musste ich erst wieder das Vertrauen in mein Knie zurückgewinnen. Es hat zum Glück bis zum Saisonende letzten Sonntag gut gehalten. Ich fühle zwar, dass es nicht mehr so rund läuft wie früher, aber über die Schmerzen, die manchmal auftreten, kann ich hinweggucken. 

Sportlich hat mein Verein Turbine Potsdam die Saison mit einer herben Enttäuschung abgeschlossen. Als Tabellendritter stehen wir am Ende angesichts unseres jungen Kaders mit wenigen Stars weiter oben, als die Experten uns letzten Herbst eingestuft haben. Doch die greifbare Qualifikation für die Champions League haben wir in den drei letzten Runden mit Niederlagen gegen Leader Wolfsburg und Titelverteidiger Bayern München so richtig versemmelt. Da nützte auch der Auswärtssieg letzten Sonntag in Duisburg nichts mehr, obwohl wir lange hoffen durften: Die Frauen von Bayern erzielten in ihrem Spiel erst in der 85. Minute das Siegestor. Bei einem Unentschieden hätten wir sie auf der Zielgeraden überholt – aber eben: Einem FC Bayern passiert sowas nicht.

Zurück zur Sommerpause. Zwei Wochen sind wenig, aber genug, um den Kopf etwas frei zu kriegen vom Fussball. Zwei Wochen, dann beginnt bereits die Vorbereitung auf das Highlight des Fussball-Jahres: Wir fahren mit dem Nationalteam der Schweiz erstmalig zu einer Endrunde der Frauen-EM. In Holland werden wir uns im Juli mit den besten europäischen Teams messen können. Ich freue mich riesig darauf. Und bin mir bewusst, dass unsere Zuschauer dann gerade das geniessen, was ich schon wieder hinter mir habe: den wohl verdienten Urlaub...



24.05.2017 :: Lia Wälti Langnau
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