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Orientierungslaufen bei Nacht: nichts für Angsthasen
Orientierungslaufen bei Nacht:  nichts für Angsthasen Orientierungslauf:

Die OLG Skandia organisierte vor dem traditionellen Emmentaler OL einen Nacht-OL. Corinne Scheidegger stellte sich dieser besonderen Herausforderung.

 

«Postensuche im Wald bei Nacht, kann das funktionieren?», fragt sich im Weiler Horben ein Passant, der letzten Samstag nach 19 Uhr Läuferinnen und Läufer im Minutenabstand in den benachbarten Horbenwald verschwinden sieht. Zu diesen gehört auch Corinne Scheidegger, 28-jährige Bauzeichnerin aus Emmenmatt. Die routinierte NachtOL-Sportlerin ist ausgerüstet mit einer Karte mit eingezeichneten Posten, einem Kompass und einer Stirnlampe. Sie startet in der Kategorie DAK (Damen kurz), hat eine Strecke von rund 2,7 Kilometern zurückzulegen, dabei 120 Meter Höhenunterschied zu überwinden sowie 16 Posten in einer vorgegebenen Reihenfolge anzulaufen und mit einem Badge zu quittieren. 

Nacht-OL hat besonderen Reiz

Corinne Scheidegger hat vier von sechs Läufen der bernischen Nacht-OL-Meisterschaft 2018 bestritten und in der Gesamtwertung den ersten Rang erzielt. Während bei regionalen Orientierungsläufen etwa 300 bis 600 Läuferinnen und Läufer am Start sind, begeben sich nur etwa ein Viertel davon auch nachts in den Wald auf Postensuche. «Der besondere Reiz beim Nacht-OL liegt darin, dass man sich im dunklen Wald bewegt und mit einer Stirnlampe nur ein sehr beschränktes Sichtfeld ausleuchten kann», sagt sie und fügt an, dass man deshalb viel präziser laufen müsse, um die mit einem kleinen, reflektierenden Klebeband ausgerüsteten Posten zu finden. Tiere würden spät bemerkt und dementsprechend könne man schon erschrecken, wenn plötzlich in der Nähe ein Reh wegspringe. «Nacht-OL im dunklen Wald ist nichts für Angsthasen», bemerkt sie mit einem Lächeln. 

Zu Posten fünf abgedriftet

Der Horbenwald befindet sich am Fuss einer Nagelfluhwand. Das vor langer Zeit abgestürzte Material bildet zahlreiche Hügel und ist mit Rinnen durchzogen. «Dieses fein kupierte Gelände ist sehr anspruchsvoll. Einzelne, vom Sturm Burglind umgeworfene Bäume sorgen für zusätzliche Erschwernisse, besonders bei Nacht», hält Corinne Scheidegger fest. Der Lauf sei ihr recht gut gelungen. Bei Posten fünf sei sie aber durch unpräzises Laufen nach links abgedriftet und prompt beim falschen Wurzelstock gelandet. Die Korrektur habe gut eine Minute gekostet, analysiert sie ihre Leistung kritisch. «Alles in allem hat es aber Spass gemacht», meint sie am Schluss ihres nächtlichen Laufes im Horbenwald.

25.10.2018 :: Walter Marti
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