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Mozärtliches Musiktheater mit einem Link in die Gegenwart
Mozärtliches Musiktheater mit einem Link in die Gegenwart Oberdiessbach:

50 Kinder der Primarschule proben auf dem Areal des Schlosses «Die Entführung aus dem Serail» nach der Oper von Wolfgang Amadeus Mozart. Ein Probenbesuch.

Orientalische Klänge erfüllen den Schlosshof. Die Tänzerinnen und Tänzer tragen himbeerfarbene Oberteile, schwarze Pumphosen, und an den Hüften der Mädchen blinken goldfarbene Münzkettchen. Mit schlangenartigen Armbewegungen und kreisenden Hüften beweisen sie, dass die Choreografie von Regula Mahler-Bashir schon acht Tage vor der Premiere am 12. Juni bestens sitzt.

«Die Entführung aus dem Serail» gilt als erste deutsche Oper überhaupt. Zur Handlung: Die junge Spanierin Konstanze (Isabelle Schneider), ihre englische Zofe Kate (Sarina Lüthi) und der Diener Pedrillo (Luc Rutschi) wurden von Piraten geraubt und in der Türkei als Sklaven an den Bassa (Pascha) Selim (Lorenz Huber) verkauft. Der junge spanische Edelmann Belmonte (Endrit Jahij), Kon-stanzes Verlobter, hat den Aufenthaltsort der Geraubten ausfindig machen können und ist dorthin gekommen, um sie zu befreien. Mehr sei hier nicht verraten. Leibwächter Osmin (Micha Galli), der ein Auge auf die Zofe geworfen hat, herrscht Kate an: «Ich befehle dir, mich gernzuhaben!» Doch die verschleppte Zofe droht: «Wage nicht, mich anzulangen!» Das Kinder-Musiktheater von Primarlehrer Hanspeter Friedli nach der Mozart’schen Oper verwandelt das Schloss Oberdiessbach in einen Sultanspalast, in das der Bassa die Konstanze und ihre Zofe Kate verschleppt hat. Mozart höchstpersönlich (Malou Fischer) kommentiert mit Charme das bunte und dramatische Geschehen.

Ein Selfie mit Mozart

Fünf Kids in coolen Klamotten aus der Gegenwart und Handystick geraten ins 18. Jahrhundert und beäugen Mozart interessiert. «Ich muss doch sehr bitten», echauffiert sich der Komponist im feinsten Hochdeutsch und erklärt den Kids, dass sie sich in einer Oper befinden. «Was ist denn eine Oper?», fragen sie und ein Mädchen meint: «Wo sie megalut singe und stundelang umetheatere.» Mit Hiphop-Gesang bringt die bunte Truppe Leben in die Bude.

«Ihr sprecht zu schnell. Denkt an die Konsonanten!», ruft Renate Adam, die als Theatercoach und Dramaturgin auf der Tribüne sitzt. Der Theaterpädagogin entgeht nicht die kleinste Unebenheit im Spiel: «Kon-stanze, steh bitte auf beiden Beinen!» und die Schauspielerin korrigiert sofort ihre Körperhaltung.

Orangen im Schlosshof

An der Schlossmauer wachsen Orangen am Spalier, was weniger dem grünen Daumen der Schlossherren zu verdanken ist, als der Liebe zum Detail des Requisiten-Teams. Die vermeintlichen Südfrüchte sind aus Plastik, mit Einzelaufhängung befestigt und sehen täuschend echt aus. Im Moment kommen die Akkordeonklänge noch vom Band, an den Aufführungen wird der renommierte Akkordeonist Jürg Luchsinger live spielen. 

Den ersten Teil der Produktion bildet ein Stationentheater mit echtem orientalischen Markt samt Schlangenbeschwörer und Wahrsagerin, im zweiten Teil wechselt das Publikum auf die Tribüne und darf sich auf Spannung und ein fulminantes Finale freuen. Die Aufführungen, in der die Klassen 5/6 B, 3/4 A und 3/4 B vom 12. bis 19. Juni in ihren Rollen brillieren, sind bereits ausverkauft. Für die Hauptprobe gibt es noch Plätze nach vorheriger telefonischer Anmeldung (079 305 55 03).

07.06.2018 :: Christina Burghagen
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