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Mit langen Streichen zum Königsstich
Mit langen Streichen zum Königsstich Hornussen:

Der 25-jährige Andreas Keller ist einer der besten Einzelschläger der Region. Der in Häutligen lebende Hornusser spielt bei Wasen-Lugenbach in der NLA – aus Leidenschaft.

 

Andreas Keller, Sie sind momentan im Verteilgebiet der «Wochen-Zeitung» der beste Einzelschläger (Rang fünf der NLA mit 9/253/770 Punkten). Wie kommt das? 

Mir läufts im Moment sehr gut. Es stimmt einfach alles am Bock, obwohl ich diese Saison aus familiären und beruflichen Gründen etwas weniger zum Trainieren komme als auch schon. Aber im Kopf stimmts, und das macht beim Hornussen sehr viel aus.

 

Wie oft trainieren Sie denn?

Momentan trainiere ich einmal pro Woche und spiele nebst der Meisterschaft noch mit meinem Verein Wasen-Lugenbach im Emmen-Cup mit.

 

Was braucht es nebst der mentalen Stärke und der Technik, um lange Streiche zu schlagen?

Vielleicht ein Fünkchen Talent. Es braucht auf jeden Fall eine gewisse Postur, Kraft, eine gute Technik und dann viel Übung. Man muss merken, wie der Bewegungsablauf funktioniert, damit man eben weit schlägt. Und dann kommt es auch auf die äusseren Bedingungen an: Ries und Wetter.

 

Wie lernt und verbessert man denn als Hornusser die richtige Abschlagtechnik?

Ich habe bei meinem Verein zwei, drei Bezugspersonen, die beobachten, wie ich spiele und mir dann Feedback geben. Darauf kann ich zählen. Und dann natürlich anpassen und aufbauen.

 

Wird diese Saison anders oder mehr trainiert, weil das Eidgenössische Hornusserfest Ende August auf dem Programm steht?

Ja klar, das hat man schon im Frühling gemerkt, dass heuer mehr trainiert wird. Da gibts diejenigen, die noch am Material herumpröblen und andere, die einfach mehr üben und den Bewegungsablauf zu perfektionieren versuchen. Aber schlussendlich macht das jeder individuell für sich, Ich habe das Gefühl, ich darf nicht zu viel machen, nicht dass es mir auf einmal überdrüssig wird. Aber klar, langsam mache ich mir schon auch Gedanken, wie das denn laufen wird und versuche, meine Streiche zu optimieren. Da muss man schon früh genug beginnen, denn zwei Wochen vor dem Fest lässt sich auch keine Saison mehr retten. 

 

Jetzt stehen Sie noch mitten in der regulären Saison. Was ist Ihnen -wichtiger, Ihre persönliche Leistung bei den Streichen oder dass Ihr Team gewinnt?

Mein Ziel ist es immer, dass die Mannschaft gewinnt. Wenn ich meine Leistung bringen kann und die Mannschaft gewinnt, dann stimmt es für alle.  Natürlich bin ich auch happy, wenn ich meine vier Streiche gut schlagen kann und die 30 Meisterschaftspunkte kassiere. Aber ich bin auch zufrieden, wenn ich meine Streiche gut schlage und dafür nur 25 Rangpunkte kassiere und ein anderer aus meiner Mannschaft die oberen Rangpunkte erhält.

 

Das mit den Rangpunkten müssen Sie erklären...

Damit es für die Einzelschlägerwertung fair ist, weil ja jedes Ries wieder etwas anders ist und je nach Tag auch das Wetter nicht überall gleich ist, werden nicht die Resultate der Streiche addiert, sondern der beste Einzelschläger eines Wettkampfs erhält 30 Rangpunkte, der Zweitbeste 29 und so weiter. Dann werden die Rangpunkte zusammengezählt und Ende Saison somit der inoffizielle Schweizermeister der Einzelschläger erkoren. Falls zwei Einzelschläger gleichviele Rangpunkte hätten, dann würde man auf die effektiv geschlagenen Streiche zurückgreifen. Aber eben, das ist eigentlich schwierig zu vergleichen. Zum Beispiel auf dem Ries in Wasen, wenn die Bise noch etwas weht, schlage ich gut 96 Punkte, hingegen auf dem Ries von Stalden-Dorf, das noch etwas ansteigt, komme ich mit Gegenwind vielleicht auf knapp 80 Punkte.

 

Sind Sie enttäuscht, wenn Sie nicht über eine bestimmte Zahl hinaus schlagen?

Nein, es ist schwierig, eine Zahl zu setzen. Das kommt wie gesagt darauf an, wo man spielt und unter welchen Bedingungen. Für mich ist es wichtig, meine vier Streiche gut zu schlagen.

 

Wenn Sie gut schlagen, wird Ihr Ziel am Eidgenössischen sein, in den -Königsstich zu kommen?

Ja klar, wer will das schon nicht? Wer am Eidgenössischen in den Königsstich kommt, ist schon eine Klasse für sich. Da muss man zwei extrem gute Tage haben und die acht Streiche, die einem zur Verfügung stehen, um sich zu qualifizieren, müssen sitzen. Jede Mannschaft hat zwei Spiele für die Qualifikation, danach treffen die zwei besten aufeinander, die zweitbesten, etc. Die Konkurrenz ist stark. Deshalb sage ich mir, ich schlage meine acht Streiche und dann schauen wir mal, zu was es reicht. 

14.06.2018 :: Olivia Portmann
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