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Mit «Konolfingen glaubt» den Dialog mit Andersgläubigen suchen
Mit «Konolfingen glaubt» den Dialog mit Andersgläubigen suchen Konolfingen: Dieses Jahr steht ganz im Zeichen von «Konolfingen glaubt». Zum Start des
Projekts wurden letzten Samstag eine Installation eingeweiht und der «Weg der Feste» eröffnet.
Ein schräggestellter Tisch, darauf fixiert fünf Tassen mit unterschiedlich gefärbtem Inhalt. Die neue Installation auf dem Kreuzplatz weckt die Neugierde der Passanten und lenkt den Blick auf ein Plakat mit dem Titel «Konolfingen glaubt».
«Unser Ziel ist es, die Menschen dazu zu animieren, den Dialog mit Andersgläubigen zu suchen und auch mal über den Haag zu blicken», erklärt der reformierte Pfarrer Samuel Burger. Er ist Initiant des Projekts «Konolfingen glaubt». So wachse das Verständnis und der Respekt füreinander. Auch Atheisten sollen sich angesprochen fühlen. «An irgendetwas glauben auch sie», ist Burger überzeugt. Zusammen mit Gleichgesinnten aus allen christlichen Konfessionen der Gemeinde, aber auch Menschen mit jüdischem, islamischem, buddhistischem und hinduistischem Hintergrund, machte er sich vor über einem Jahr ans Werk.

Auf dem «Weg der Feste»

Nach monatelanger Arbeit entstand ein buntes Programm mit Angeboten übers ganze Jahr 2017 verteilt. Beispielsweise gibt es Führungen durch eine Synagoge oder ins Haus der Religionen. Auch Vorträge, Konzerte und eine Filmnacht gehören dazu. Bis im Oktober begehbar ist der «Weg der Feste» quer durch Konolfingen. Auf zwölf Informationstafeln, eine für jeden Monat, sind alle entsprechenden Feste aufgelistet. Jeweils eines wird ausführlicher vorgestellt, teilweise ergänzt mit einem Video-Interview. Letzteres kann man allerdings nur mit einem Smartphone und der entsprechenden App anschauen.
Keine App braucht man, um mehr über die OK-Mitglieder zu erfahren. Da ist zum Beispiel Philipp Schuster, traditionell jüdisch aufgewachsen. Er lernte früh was es heisst, einer Minderheit anzugehören und findet es wichtig, Kompromisse einzugehen. So hält er am Samstag nicht den Ruhetag «Sabbat» ein, sondern arbeitet an diesem Tag und verschiebt den freien Tag auf Sonntag. Schusters Frau ist Christin. «Ein lieber Mensch ist mir wichtiger als die gleiche Religion», sagt der Familienvater. Dass seine Kinder ebenfalls christlich aufwachsen, hat einen einfachen Grund: Im Judentum wird den Kindern automatisch der Glaube der Mutter zugeteilt. Dass man gleichzeitig religiös und liberal sein kann, beweist Christine Bläuer, die sich in der Freikirche «Bewegung-Plus» heimisch fühlt und den interkulturellen Treff für Frauen leitet. Sie sieht sich vor allem als Verbindungsfrau zwischen den verschiedenen Welten.

Symbolische Installation

Welten treffen auch beim Kreuzplatz aufeinander, wo der Tisch mit den Tassen noch bis im November zu bestaunen ist. Sein Erbauer ist der Oberdiessbacher Künstler Jürg Zurbrügg, die Tassen getöpfert hat Hansueli Nydegger. «Für mich steht der Tisch für das Leben und der Inhalt der Tassen für den Glauben», erklärt Zurbrügg die Installation: «Wenn das Leben schief läuft, ist es der Glaube, der uns Ausgleich bringt.»
16.03.2017 :: Rebekka Schüpbach
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