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Mit der Ritschka die Gegend erkunden
Mit der Ritschka die Gegend erkunden Schüpfheim:

Das Wohn- und Pflegezentrum Schüpfheim schaffte eine Ritschka für seine Bewohner an. Nun können sich diese an der frischen Luft spazieren fahren lassen. 

Am Dreifaltigkeits-Sonntag liess das Wohn- und Pflegezentrum (WPZ) Schüpfheim durch Diakon Urs Corradini offiziell seine neue dreiplätzige Ritschka einweihen. Heimleiter Guido Schumacher erwähnte, dass dieses Gefährt bestens zum Frischluftkonzept des WPZ passe, das jedem Bewohner und jeder Bewohnerin einen Gesprächs-Spaziergang an der frischen Luft anbiete. Die Ritschka-Fahrt sei nun eine Alternative dazu. Die zwei Fahrgäste im vorderen Teil sitzen nahe beim Fahrer und können mit ihm sprechen. Gespräche über Gott und die Welt lassen sich so ideal mit einer Ritschka-Ausfahrt verbinden. Auch Kontakte mit Passanten sind möglich, ebenso Zwischenhalte, um Tiere und Pflanzen zu betrachten oder die Gegend zu erklären. Orte, die zu Fuss nicht mehr erreichbar waren, können wieder besucht werden.

Motor zur Unterstützung

Entwickelt wurde die Ritschka vor fünf Jahren in Kopenhagen. Der Verein «Radeln ohne Alter» vermittelte das Gefährt bereits an 24 Institutio­nen in der Schweiz. Bei der Probefahrt im Herbst 2017 waren die Bewohner so begeistert, dass sich das Wohn- und Pflegezentrum entschloss, eine solche Ritschka anzuschaffen. Die Kosten von rund 15’000 Franken wurden mit Spenden und aus dem Bewohnerfonds finanziert.

Die Ritschka ist mit einer gelben Nummer gekennzeichnet, wurde vom Strassenverkehrsamt abgenommen und ist versicherungstechnisch abgedeckt. Sie verfügt über einen elektrischen Motor, der die Tretleis-
tung des Fahrers, je nach Bedürfnis, unterschiedlich stark unterstützt. Deshalb hat sich das Fahrrad auch im steileren Gelände bewährt. Eine flexible Haube schützt die Fahrgäste vor Wind, Regen, Schnee und Sonne. Wer mit der Ritschka fahren will, muss im WPZ zuerst eine Fahrlektion absolvieren. 

«Ein Gefährt für die Strasse soll auch unter dem Segen Gottes stehen»,  sagte Diakon Urs Corradini. Wie der Tobit aus der Bibel mit einem Engel unterwegs war, dürften auch die WPZ-Bewohner auf der Ritschka mit einem Engel auf Reisen gehen. Urs Corradini erteilte den Segen und wünschte gute Reise für die Jungfernfahrt. Heimleiter Guido Schumacher durfte den Engel spielen und die ersten zwei Passagiere ausfahren. Und weil radeln Jung und Alt verbindet, nahm der jüngste Lernende, der 19-jährige Remo Kaufmann, neben der 94-jährigen Maria Schmid Platz – und los ging die Fahrt!

31.05.2018 :: Bernadette Waser
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