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«Mehr Zeit für die Familie, ­darauf freue ich mich sehr»
«Mehr Zeit für die Familie, ­darauf freue ich mich sehr» Schwingen:

Nach seinem Rücktritt vom Spitzensport redet der dreifache Eidgenosse Matthias Siegenthaler über Festsiege, -Verletzungen und die Zukunft.

Matthias Siegenthaler, schliessen Sie einen Rücktritt vom Rücktritt kate-gorisch aus?

Ja, definitiv. Es war keine Kurzschluss-Reaktion, sondern eine gut überlegte Entscheidung. Ich habe mich zuvor intensiv damit beschäftigt. 

 

Wie geht es Ihnen jetzt?

Es kommt ein wenig Wehmut auf, aber es ist, wie es ist.

 

Sie haben 80 Kränze inklusive dreier am Eidgenössischen sowie deren acht Kranzfeste gewonnen. Eine stolze -Bilanz, oder?

Auf jeden Fall, aber all diese Kränze sind mit harter Arbeit, viel Training und Fleiss verbunden.

 

Welche Festsiege sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Die Siege am Bergfest in Schwarzsee und am Jurassischen inklusive des Schlussgangs gegen Christian Stucki waren genial – wie auch der Erfolg am -Solothurner Kantonalen 2009 mit dem Sieg über Bruno Gisler.


Nennen Sie uns einen Kranz mit einem speziellen Stellenwert.

Der erste Kranzgewinn 2003 in Messen und der letzte Kranz meiner Laufbahn am Oberländischen an der Lenk. Nach fast zwei Jahren Zwangspause gleich einen Kranz zu gewinnen, war  speziell schön. Allerdings besitzt jeder der 80 Kränze eine eigene, besondere Geschichte.

 

Wie frustrierend waren die vielen Verletzungen während der Karriere?

Sehr, aber nach jeder Verletzung kam ich mit guten Leistungen zurück. Ich war manchmal selber überrascht, wie gut ich wieder mit der Spitze mithalten konnte.

 

Ist der Rücktritt jetzt eine Art «Erleichterung»?

So ist es. Wie gesagt, der Schwingsport wird mir sicher fehlen, aber jetzt gilt es nach vorne zu blicken. Ich bin wieder zu 100 Prozent im Berufsleben angekommen und derzeit mit dem Umbau meines Hauses in Hondrich voll ausgelastet.

 

Bleiben Sie dem Schwingsport weiterhin erhalten?

Ja, ich bin Technischer Leiter beim Schwingklub Trub und auch im OK des Abendschwingets in Fankhaus.

 

Sie wären der ideale Trainer eines Schwingers.

Im Moment kommt das nicht in Frage, aber ich helfe den Schwingern des Berner Kantonalverbands als Betreuer an Grossan-lässen wie dem Kilchberg-, Unspunnen-Schwinget und dem Eidgenössischen. 

 

Worauf freuen Sie sich jetzt?

Keine derart intensiven Trainingseinheiten mehr absolvieren zu müssen (lacht). Im Ernst: Mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen, ab und an mit Freunden einen Jass zu klopfen oder auch mit dem Bike Touren zu unternehmen.

19.07.2018 :: Christian Frey
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