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Matthias Siegenthaler gewinnt einen Kranz und bestätigt seinen Rücktritt
Matthias Siegenthaler gewinnt einen Kranz und bestätigt seinen Rücktritt Schwingen:

Ein Oberländer Schlussgang, sieben Emmentaler Kranzgewinne und der überraschende Rücktritt von Matthias Siegenthaler – das die Bilanz vom Oberländischen Schwingfest.

Der Oberländer Curdin Orlik aus Kandersteg gewinnt vor 5519 Zuschauern, nach 5.30 Minuten mittels Gammen, gegen seinen Verbandskollegen Ruedi Roschi aus Oey. Für den gebürtigen Bündner ist es der vierte Kranzfestsieg seiner Karriere. «Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel, da ich vorher dreimal den Festsieg geerbt hatte und noch nie eine Entscheidung im Schlussgang ­realisieren konnte». Dies die Worte des verdienten Festsiegers direkt nach dem gewonnenen Schlussgang. 

Für die ganz grosse Schlagzeile sollte jedoch ein Emmentaler besorgt sein. 

Zwei Comebacks

Vorab stand das Oberländische ganz im Zeichen der beiden Rückkehrer Matthias Siegenthaler und Matthias Glarner. Beide gaben nach langer Verletzungspause erst vor Wochenfrist am Klubschwinget in Interlaken ihr Comeback. Schwingerkönig Mat­thias Glarner fehlte nach seinem 12-Meter-Sturz ab einer Gondel während über einem Jahr. Der Emmentaler Matthias Siegenthaler kämpfte letztmals am Eidgenössischen 2016 in Estavayer um Eichenlaub. Die lange Pause war den beiden jedoch nicht anzumerken. Der gebürtige Truber Matthias Siegenthaler, der seit geraumer Zeit seinen Lebensmittelpunkt ins oberländische Hondrich verlegt hat, trumpfte vor dem Mittag gross auf. Mit zwei Siegen und einem Gestellten lag der 32-jährige Offensivschwinger auf Kurs. 

 

Sempach und Gerber legen vor

Wie auch ein Dutzend weitere Emmentaler Schwinger, welche zur Halbzeit allesamt zwei Siege verbuchen konnten. Unter ihnen auch Michael Moser, welcher im vierten Gang bei einem Gestellten König Glarner an den Rand einer Niederlage brachte. Derweil konnten mehrere Emmentaler weitere Siege realisieren und sich in den vordersten Positionen einordnen. Vor dem Ausstich hatten Thomas Sempach und Christian Gerber noch realistische Chancen auf die Endausmarchung. Doch keiner dieser beiden konnte die gute Ausgangslage nutzen, schlossen den Wettkampf jedoch als bestklassierte Emmentaler in den Rängen drei und vier ab.  

Ebenfalls zu Kranzehren kamen Heinz Habegger, Thomas und Fritz Ramseier sowie Valentin Steffen.

 

Rücktritt bei Rangverkündigung

Und da war doch noch das Comeback von Matthias Siegentaler. Vor dem finalen sechsten Gang lag der beliebte Sennenschwinger trotz drei Punkteteilungen immer noch auf Kranzkurs. Um das angestrebte Ziel sicher zu erreichen, musste der dreifache Eidgenosse auf die Maximalnote schwingen – was ihm schlussendlich auch gelang. Seinen 80. Kranzgewinn hatte er somit auf sicher. 

Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand erahnen konnte war, dass der Sieg gegen den Appenzeller Patrick Schmid im gleichen Moment auch der letzte Ernstkampf von Matthias Siegenthaler war. Nur kurze Zeit später verkündete der zweifache Familienvater anlässlich der Rangverlesung seinen Rücktritt vom aktiven Schwingsport.  

31.05.2018 ::
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